Berliner Charité
Klinikdirektor attackiert – Kein Zusammenhang mit Babyleiche
Ein Chefarzt der Berliner Charité wird in seinem Büro überfallen und schwer verletzt. Ermittler sprechen von einem ungewöhnlichen Fall.
Berlin. Ein Klinikdirektor der Berliner Charité ist in seinem Büro überfallen und schwer verletzt worden. Die beiden geflüchteten Angreifer sollen dem Professor Fehler bei der Behandlung einer Frau vorgeworfen haben, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Die Schläger waren noch nicht gefasst. Die Ermittler schlossen einen Zusammenhang mit den kranken Babys in der Charité aus, die mit Darmkeimen infiziert sind. Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) verurteilte den Überfall auf den Gynäkologen. Vorstand und Mitarbeiter der Charité zeigten sich erschüttert.
"Das ist ein ungewöhnlicher Fall. Die Ermittlungen laufen", sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Der 44-jährige Leiter der Gynäkologie am Virchow-Klinikum im Wedding, das zur Charité gehört, war am Dienstagnachmittag von zwei Männern mit Stöcken in seinem Büro angegriffen worden.
Sie attackierten den Professor mit Stockschlägen und Tritten. Ein Kollege, der helfend einschritt, wurde ebenfalls angegriffen. Der 44-Jährige erlitt einen Rippenbruch, Prellungen und Schürfwunden. Er wurde stationär behandelt. Am Mittwoch war das Büro des Klinikchefs verschlossen. Ob sich Täter und Opfer kannten, sei noch unklar, hieß es bei der Polizei.
Die Charité sprach von einem "ungeheuerlichen Vorfall". Der Arzt sei auf dem Weg der Besserung. "Wir wünschen ihm alle eine baldige Genesung." Eine Verbindung zu den derzeitigen Infektionen auf zwei Charité-Stationen, in denen Frühchen und Neugeborene mit schweren Erkrankungen behandelt werden, sei spekulativ, hieß es in der Charité-Mitteilung. Der Arzt sei nicht in diesem Bereich tätig.
Der Gesundheitssenator wollte den Mediziner noch am Mittwoch am Krankenbett besuchen. Czaja sprach von einem gezielten Angriff. Der Senator bekundete der Familie des Überfallopfers sein Mitgefühl.

















