WHO gibt noch keine Entwarnung
Schweinegrippe: New York schließt drei Schulen
Im New Yorker Stadtteil Queens erkrankte ein stellvertretender Rektor an der Schweinegrippe und überlebte nur dank künstlicher Beatmung. Daraufhin wurden in der amerikanischen Metropole drei Schulen geschlossen.
Eine Petrischale mit inaktiven neuen A/H1N1 Grippeviren wird beim Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Gesundheitsministerin Ulla Schmidt präsentiert.
New York. Ein stellvertretender Rektor aus dem Stadtteil Queens in New York war nach einer Infektion mit dem Virus schwer erkrankt und überlebte nur mit Hilfe künstlicher Beatmung, wie das „Wall Street Journal“ berichtete. Bürgermeister Michael Bloomberg ordnete daraufhin die Schließung der betroffenen Schule für zunächst eine Woche an. Auch zwei weitere Schulen in dem Stadtteil, die auffallend viele Grippefälle hatten, stellten den Unterricht ein. „Ich bedauere die Unannehmlichkeiten, aber wir halten diese Maßnahmen für absolut notwendig“, sagte Bloomberg. Insgesamt sind 4500 Schüler vom Unterrichtsausfall betroffen.
Der erkrankte Lehrer ist Mitte fünfzig und arbeitet seit etwa 30 Jahren im Schuldienst. Möglicherweise habe er andere Gesundheitsprobleme gehabt, die ihn für die Grippe empfindlicher machten, sagte Bloomberg. An der Schule waren mehr als 50 Schüler mit Grippesymptomen nach Hause geschickt worden. An der zweiten fühlten sich knapp 30 schlecht, an der dritten waren am Donnerstag 241 Schüler krankgemeldet. Gouverneur David Peterson rief dazu auf, „wachsam, aber nicht alarmiert“ zu sein.
In den USA wurden bereits 4298 bestätigte oder mutmaßliche Fälle der Grippe registriert, das sind über 2000 Erkrankte mehr als in Mexiko. Drei US-Bürger starben bislang an der Krankheit. Weltweit wurden nach Daten des EU-Seuchenkontrollzentrums ECDC bis Freitag bereits mehr als 7700 Schweinegrippefälle registriert, rund 70 Patienten sind gestorben. In Europa ist das neuartige H1N1-Virus in 16 Ländern bei mehr als 230 Patienten nachgewiesen worden, Todesfälle gab es hier bislang nicht.
Die WHO hat derweil noch keine Entscheidung über die Massenproduktion eines Impfstoffs gegen die Schweinegrippe gefällt. Ein Expertentreffen am Donnerstag habe „keine großen Entscheidungen“ erbracht, sagte WHO-Vizegeneraldirektor Fukuda. Es handele sich um einen „mühsamen und schwierigen“ Entscheidungsprozess, der noch einige weitere Treffen erfordere. Eine Entscheidung über die Impfstoffproduktion muss laut Fukuda sorgfältig abgewogen werden, weil sie die Herstellung anderer Grippe-Impfstoffe beeinträchtigen könnte. Fukuda wies die Annahme eines Virologen zurück, dass der Erreger der Schweinegrippe aus einem Labor stammen könnte. Diese These habe einer Überprüfung nicht standgehalten.



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