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Auf die Hand gestürzt: Ich musste aufgeben

Möglicherweise habe ich heute das letzte Match der Saison gespielt. In der ersten Runde des ATP-Mastersturniers von Shanghai musste ich gegen den Chilenen Fernando Gonzalez (29), die Nummer zwölf der Weltrangliste, im dritten Satz beim Stand von 2:2 aufgeben, weil ich den Schläger vor Schmerzen nicht mehr halten konnte.

Und das war passiert: Beim Stand von 0:0 und eigenem Aufschlag war ich ans Netz gegangen. Gonzalez wollte mich mit einem Lob überlisten, ich bin hoch gesprungen und habe den Ball erwischt, doch bei der Landung bin ich weggerutscht und mit meinem ganzen Körpergewicht auf die rechte Hand gestürzt. Sofort tat das Handgelenk höllisch weh. Ich habe nach einer Behandlungspause zwar noch einmal alles versucht, aber es hatte keinen Sinn. Ich konnte keine Rückhand mehr spielen.

Zudem war ich auch von einer Bauchmuskelzerrung gehandicapt, die gestern aufgetreten war. Es war nicht so schlimm, ich konnte allerdings nur mit 130 km/h aufschlagen, was den ersten Aufschlag nicht gerade zu einer Waffe macht. Trotzdem war die Chance da, das Match in zwei Sätzen zu gewinnen, denn im ersten Durchgang hatte ich genug Chancen und habe ihn doch mit 5:7 abgegeben. Der zweite ging in den Tiebreak, den ich dann mit 7:0 gewinnen konnte.

Jetzt bin ich auf dem Weg ins Krankenhaus. Es geht schon auf Mitternacht zu, trotzdem stecken wir im Stau. Ich werde mich in einem internationalen Krankenhaus behandeln lassen, das mit den Turnierveranstaltern zusammenarbeitet und das englisch sprechende Ärzte beschäftigt. Aber ich muss mich wohl darauf einstellen, dass ich noch ein paar Stunden Zeit einplanen muss. Deshalb werde ich Euch erst morgen von der Diagnose berichten können. Die Turnierärzte waren allerdings der Meinung, dass nichts gebrochen ist, sondern nur eine starke Prellung oder Stauchung vorliegt. Warten wir es ab. Viele Grüße aus China, Euer Mischa!

Der Hamburger Profi Mischa Zverev (22), derzeit an Position 67 der Weltrangliste geführt, berichtet exklusiv für abendblatt.de von seinen Erlebnissen im Tennisjahr 2009.

 

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