Das Abendblatt sprach mit dem US-Schwergewichtsprofi Eddie Chambers, der am Sonnabend gegen Alexander Dimitrenko boxen wird.

Der US-Schwergewichtsprofi Eddie Chambers kämpft am Sonnabend in der Hamburger Color-Line-Arena gegen Alexander Dimitrenko.
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Hamburg. Am Sonnabend kämpft US-Schwergewichtsprofi Eddie Chambers (27) in der Hamburger Color-Line-Arena gegen den Ukrainer Alexander Dimitrenko (26) aus dem Hamburger Universum-Stall um das Recht, WBO-Weltmeister Wladimir Klitschko (33, Ukraine) herauszuforden. Das Abendblatt sprach mit dem in Pittsburgh geborenen Profi, der mit seiner Freundin in Philadelphia lebt und 34 seiner 35 Profikämpfe gewann.
Abendblatt: Herr Chambers, glaubt man den landläufigen Einschätzungen, dann bräuchten Sie am Sonnabend gegen Alexander Dimitrenko gar nicht anzutreten.
Chambers: Warum?
Abendblatt: Weil es heißt, das Schwergewicht in den USA sei tot und die Zukunft liege in Osteuropa.
Chambers: Ja, diese Einschätzungen kenne ich. Sie ärgern mich, weil sie einfach nicht der Wahrheit entsprechen.
Abendblatt: Das ist bei vier Schwergewichts-Weltmeistern aus Staaten der früheren Sowjetunion eine gewagte Aussage.
Chambers: Natürlich sind die Osteuropäer stark. Sie haben unglaublich aufgeholt, sind sehr gut ausgebildet und körperlich beeindruckend. Aber die Schwergewichtsszene in den USA ist nicht tot. Es gibt eine Menge junger Kämpfer, die da nachrücken. Ich gehöre zu den besten Schwergewichtlern der Welt, aber da sind auch noch Chris Arreola, Kevin Johnson, Chazz Witherspoon, um nur einige zu nennen. Wir werden mit Sicherheit noch für gute Kämpfe sorgen.
Abendblatt: Woran liegt es denn, dass in den USA sich niemand mehr fürs Schwergewicht zu interessieren scheint?
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Chambers: Natürlich hat das Boxen große Konkurrenz, vor allem durch das sehr populär gewordene Ultimate Fighting. Und es stimmt, dass im Boxen viele sich derzeit für die kleineren Gewichtsklassen interessieren. Das gönne ich den Jungs auch. Ich weigere mich nur, in den Chor derer einzustimmen, die das Schwergewicht totreden wollen. Es gibt viele gute Namen, angefangen von den Klitschko-Brüdern. Wichtig ist, dass große Kämpfe gemacht werden. Die Besten müssen gegeneinander antreten. Dann wird auch das Schwergewicht wieder interessant.
Abendblatt: Warum ist ein Kampf zwischen Ihnen und Alexander Dimitrenko interessant?
Chambers: Für uns beide ist es der vielleicht wichtigste Kampf der Karriere. Es geht darum, den nächsten Herausforderer von Wladimir Klitschko zu bestimmen. Für mich ist es ein Kampf um die Zukunft: Entweder ich siege, oder ich kann nach Hause gehen. Wir träumen beide davon, gegen Klitschko zu boxen. Also werden wir alles dafür tun. Solche Kämpfe sind es, die unser Sport braucht.
Abendblatt: Glauben Sie denn, dass Sie Wladimir Klitschko besiegen könnten?
Chambers: Hey, jeder ist schlagbar. Natürlich ist Wladimir ein großartiger Champion. Ich halte ihn für den derzeit besten Mann im Schwergewicht, besser als sein Bruder Vitali. Er wird als einer der großartigsten Boxer in die Geschichte eingehen. Aber auch gegen ihn kann man gewinnen.
Abendblatt: Sie haben schon gesehen, was er zuletzt mit Ruslan Chagaev gemacht hat, einem Mann Ihrer Größe.
Chambers: Leider habe ich von diesem Kampf nicht viel gesehen. Aber ich habe gehört, dass Chagaev es nicht geschafft hat, die Distanz zu überbrücken. Klitschko hat ihn nicht herankommen lassen. Das aber ist das Rezept gegen ihn: Man muss auf schnellen Beinen und mit schnellen Händen in Schlagdistanz kommen. Dann hat man eine Chance. Aber ich will jetzt noch gar nicht über Klitschko reden. Erst muss ich Dimitrenko besiegen.
Abendblatt: Können wir davon ausgehen, dass Sie gegen Dimitrenko, der 16 Zentimeter größer als Sie und damit genauso groß wie Klitschko ist, eine ähnliche Taktik wählen werden – schnelle Beine, schnelle Hände, für die Sie bekannt sind?
Chambers: Ich werde natürlich nichts über meine Taktik verraten. Ich sage nur eins: Wegen meiner Größe werde ich meistens als Underdog gehandelt. Aber ich habe viele größere Gegner geboxt und geschlagen. Ich mag diese Rolle, Außenseiter zu sein und die Leute dann zu überraschen. Ich werde alles dafür tun, um auch die Hamburger Fans zu überraschen.




