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Mischas Tagebuch

Über meine besten Freunde

Turnier- und trainingsfreie Tage wie heute sind eine gute Gelegenheit, auf Fragen zu antworten, die die Leser dieser Kolumne regelmäßig per E-Mail an sport@abendblatt.de an mich richten.

Heute möchte ich zu der Frage Stellung nehmen, wer mein bester Freund auf der ATP-Tour ist, und wie ich mich mit den anderen Deutschen verstehe.

Meine besten Freunde habe ich nicht auf der Tour, sondern privat in Hamburg. Aber natürlich gibt es im Beruf auch einige Menschen, mit denen ich mich besonders gut verstehe. Dazu gehört zunächst der Kroate Marin Cilic, den ich schon seit der Jugend kenne, und mit dem ich immer viel Spaß habe. Dann muss ich die Russen Michail Juschni, Dmitri Tursunov und Igor Andreev nennen. Dass wir uns so gut verstehen, liegt daran, dass wir mit Russisch die gleiche Muttersprache sprechen. Aber, und das sage ich nicht nur, weil es meine Landsleute sind, ich verstehe mich auch mit Rainer Schüttler und Nicolas Kiefer wunderbar.

Natürlich sind wir Tennisprofis in erster Linie Einzelkämpfer, aber wenn man sich so viele Tage im Jahr über den Weg läuft, ist es klar, dass man zu einigen auch eine freundschaftliche Beziehung aufbaut. Bei mir ist das so, dass eine Freundschaft immer im zwischenmenschlichen Bereich beginnt, also nicht auf dem Trainingsplatz, sondern im Players Center oder im Hotel, wenn man ins Gespräch kommt. Ich bin nicht der Typ, der Freundschaften über die Entfernung hinweg per Anruf oder Mail pflegt. Das heißt, wenn man sich nicht sieht, dann hat man auch nicht viel Kontakt. Bei mir läuft das immer über das persönliche Gespräch, ich schreibe höchstens mal eine SMS. Deshalb freue ich mich immer sehr, wenn wir uns bei Turnieren wieder sehen.

Ob ihr es glaubt oder nicht: Einen Spieler, den ich überhaupt nicht leiden kann, den gibt es nicht. Natürlich hat man manchmal das Gefühl, dass da jemand ist, der überhaupt nicht sympathisch wirkt, aber ich versuche immer, keine Vorurteile zu haben, sondern die Leute so zu nehmen, wie sie sind. Und damit bin ich bislang immer gut gefahren. Ich hoffe, die Frage ist erschöpfend beantwortet. Viele Grüße aus Hamburg, Euer Mischa!

Der Hamburger Profi Mischa Zverev (21), derzeit an Position 51 der Weltrangliste geführt, berichtet exklusiv für abendblatt.de von seinen Erlebnissen im Tennisjahr 2009

 

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