Mischas Tagebuch
Endstation dank Magenproblemen
Heute wurde mir wieder einmal vor Augen geführt, wie nah Freud und Leid im Sport beisammenliegen.
Nach der überragenden Woche beim World Team Cup in Düsseldorf bin ich mit viel Selbstvertrauen und bester Laune zu den French Open nach Paris gereist, und nun ist heute für mich beim zweiten Grand-Slam-Turnier des Jahres bereits Endstation. In der ersten Runde des Einzelwettbewerbs musste ich gegen den Italiener Potito Starace (27, Nummer 105 der Weltrangliste) beim Stand von 7:6, 5:7 und 0:1 aufgeben.
Als ich gegen kurz vor elf Uhr auf den Court ging, fühlte ich mich gut, alles war in Ordnung. Doch Ende des ersten Satzes bekam ich völlig unvermittelt starke Bauchkrämpfe. Ich habe erst gedacht, das geht vorüber, aber von Spiel zu Spiel wurde es schlimmer. Ich hatte keine Kraft mehr, es war, als hätte jemand einen Stecker herausgezogen und damit meine Energiezufuhr unterbunden. Anfang des dritten Satzes ging ich wegen der Schmerzen so gebückt, als hätte ich einen starken Buckel. Da musste ich leider einsehen, dass es keinen Sinn hat weiterzuspielen.
Was mit mir los ist, weiß ich bislang nicht genau. Ich habe seit dem Frühstück noch nichts gegessen, mich aber auch nicht übergeben oder Durchfall bekommen, deshalb glaube ich nicht an einen Magendarm-Infekt. Ich werde heute im Laufe des Nachmittags zum Arzt gehen und eine Blutuntersuchung machen lassen. Dann weiß ich hoffentlich, ob es nur ein kurzes Unwohlsein war, oder ob ich mir irgendwas aufgehalst habe.
Natürlich ist es bitter, bei so einem wichtigen Turnier wie den French Open so unglücklich auszuscheiden. Deshalb bin ich selbstverständlich sehr enttäuscht und niedergeschlagen. Dennoch hoffe ich, dass ich schnell wieder fit bin, damit ich am Mittwoch oder Donnerstag zum Doppel antreten kann. Ich will mit dem Serben Dusan Vemic spielen, unsere Gegner stehen noch nicht fest. Mal schauen, ob es klappt. Jetzt muss ich erst einmal abwarten – und Tee trinken, wie man es bei Magenproble-men ja üblicherweise tut. Viele Grüße aus Paris, Euer Mischa!
Der Hamburger Profi Mischa Zverev (21), derzeit an Position 55 der Weltrangliste geführt, be-richtet exklusiv für abendblatt.de von seinen Erlebnissen im Tennisjahr 2009







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