07.07.12

99. Tour de France

Froome siegt vor Topfavoriten Wiggins und Evans

Nach einer starken Leistung seines Teams Sky hat Topfavorit Wiggins bei der ersten Bergankunft der diesjährigen Tour de France geglänzt.

Foto: dpa/DPA
Bradley Wiggins (vorne) hat die erste Bergankunft der 99. Tour de France gewonnen
Bradley Wiggins (vorne) hat die erste Bergankunft der 99. Tour de France gewonnen

La Planche des Belles Filles. Mit einer herausragenden Energieleistung haben die Top-Favoriten Bradley Wiggins und Cadel Evans ihren Anspruch auf den Tour-de-France-Sieg untermauert. Hinter Tagessieger Chistopher Froome aus Großbritannien kamen die beiden am Samstag bei der ersten Bergankunft in La Planche des Belles Filles zeitgleich an. Wiggins eroberte nach 199 Kilometern im Ziel der 7. Etappe das Gelbe Trikot vom Schweizer Fabian Cancellara, Vorjahressieger Evans kletterte auf den zweiten Gesamtrang.

Am Ende eines ultraschweren Anstiegs krönte Froome aus Wiggins' Sky-Mannschaft den bärenstarken Team-Auftritt der britischen Equipe, die der Reihe nach fast alle anderen Podiumsanwärter abgeschüttelt hatte. Darunter war auch Andreas Klöden, der in den Vogesen viel Zeit kassierte und sogar aus den Top 10 der Gesamtwertung rutschte. Damit ist er seine Vormachtstellung im Team auch schon wieder los.

Klöden war vor der Etappe eigentlich zur Nummer eins im Team RadioShack aufgestiegen. Der zweimalige Tour-Zweite war zuletzt – im Gegensatz zu Frank Schleck – den vielen Etappen-Stürzen entkommen und hatte keine Zeit verloren. Zeitfahr-Olympiasieger Fabian Cancellara hatte schon am Freitag verkündet: "Jetzt ist Andreas Klöden unser Kapitän." Dieser Rolle ging der gebürtige Lausitzer seine ganze Karriere lang aus dem Weg – im Schatten von Jan Ullrich, Lance Armstrong oder den Schlecks fühlte er sich immer am wohlsten.

Der neu ins Programm aufgenommene Schlussanstieg war der mit Abstand steilste Abschnitt bei dieser Tour. Zum Vergleich: Die bis zu 28 Prozent aufweisende finale Rampe ist doppelt so steil wie die schwersten Abschnitte der legendären Steigung nach L'Alpe d'Huez.

Nach der Chaosetappe vom Freitag mit drei schlimmen Massenstürzen und Dutzenden Verletzten hatten sieben Fahrer die Schinderei in den Vogesen nicht mehr in Angriff genommen. Vier Profis waren schon auf der Etappe nach Metz ausgestiegen. Am schlimmsten hatte es dabei den Niederländer Wouter Poels erwischt, der sich nach Angaben seiner Vacansoleil-Mannschaft einen Nieren- und Milzriss zuzog. Er musste in ein Militärkrankenhaus in Metz gebracht werden.

Zu den sieben Fahrern, die in Tomblaine nicht starteten, gehörten der an der Hüfte verletzte Giro-Gewinner Ryder Hesjedal und der dreifache Weltmeister Oscar Freire (Rippenbruch). Frank Schleck aus Luxemburg stürzte auf die schon beim Giro verletzte Schulter, der Gerolsteiner Johannes Fröhlinger brach sich einen Finger. Der zweifache Etappengewinner André Greipel aus Rostock erlitt Prellungen an der Schulter und am Unterarm – alle drei fuhren aber weiter.

Während der 7. Etappe stieg der Franzose Anthony Delaplace aus - damit sind insgesamt 17 von 198 in Lüttich gestarteten Fahrern nicht mehr im Rennen – darunter auch der deutsche Sprinter Marcel Kittel. (dpa/abendblatt.de)

Die Sieger der Tour de France seit 1991
1991: Miguel Indurain (Spanien)
1992: Miguel Indurain (Spanien)
1993: Miguel Indurain (Spanien)
1994: Miguel Indurain (Spanien)
1995: Miguel Indurain (Spanien)
1996: Bjarne Riis (Dänemark/Telekom)
1997: Jan Ullrich (Rostock/Telekom)
1998: Marco Pantani (Italien)
1999: Lance Armstrong (USA)
2000: Lance Armstrong (USA)
2001: Lance Armstrong (USA)
2002: Lance Armstrong (USA)
2003: Lance Armstrong (USA)
2004: Lance Armstrong (USA)
2005: Lance Armstrong (USA)
2006: Oscar Pereiro (Spanien)
2007: Alberto Contador (Spanien)
2008: Carlos Sastre (Spanien)
2009: Alberto Contador (Spanien)
2010: Andy Schleck (Luxemburg)
2011: Cadel Evans (Australien)
Der Etappenplan der 99. Tour de France
Prolog (Samstag, 30. Juni): Lüttich/Belgien (6,4 km/Einzelzeitfahren)
1. Etappe (Sonntag, 1. Juli): Lüttich/Belgien - Seraing/Belgien (198,0 km)
2. Etappe (Montag, 2. Juli): Vise/Belgien - Tournai/Belgien (207,5 km)
3. Etappe (Dienstag, 3. Juli): Orchies - Boulogne-sur-Mer (197,0 km)
4. Etappe (Mittwoch, 4. Juli): Abbeville - Rouen (214,5 km)
5. Etappe (Donnerstag, 5. Juli): Rouen - Saint-Quentin (196,5 km)
6. Etappe (Freitag, 6. Juli): Epernay - Metz (207,5 km)
7. Etappe (Samstag, 7. Juli): Tomblaine - La Planche des Belles Filles (199,0 km)
8. Etappe (Sonntag, 8. Juli): Belfort - Porrentruy/Schweiz (157,5 km)
9. Etappe (Montag, 9. Juli): Arc-et-Senans - Besancon (41,5 km/Einzelzeitfahren)
Ruhetag (Dienstag, 10. Juli) in Macon
10. Etappe (Mittwoch, 11. Juli): Macon - Bellegarde-sur-Valserine (194,5 km)
11. Etappe (Donnerstag, 12. Juli): Albertville - La Toussuire-Les Sybelles (148,0 km)
12. Etappe (Freitag, 13. Juli): Saint-Jean-de-Maurienne - Annonay Davezieux (226,0 km)
13. Etappe (Samstag, 14. Juli): Saint-Paul-Trois-Chateaux - Le Cap d'Agde (217,0 km)
14. Etappe (Sonntag, 15. Juli): Limoux - Foix (191,0 km)
15. Etappe (Montag, 16. Juli): Samatan - Pau (158,5 km)
Ruhetag (Dienstag, 17. Juli) in Pau
16. Etappe (Mittwoch, 18. Juli): Pau - Bagneres-de-Luchon (197,0 km)
17. Etappe (Donnerstag, 19. Juli): Bagneres-de-Luchon - Peyragudes (143,5 km)
18. Etappe (Freitag, 20. Juli): Blagnac - Brive-la-Gaillarde (222,5 km)
19. Etappe (Samstag, 21. Juli): Bonneval - Chartres (53,5 km/Einzelzeitfahren)
20. Etappe (Sonntag, 22. Juli): Rambouillet - Paris Champs-Elysees (120,0 km)
Gesamtdistanz: 3496,9 km
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