Billard - 2. Bundesliga
Den Aufstieg fest im Blick
Billard ist nicht nur Kneipen- und Feierabendsport. Das beliebte Spiel wird in der Hansestadt auch im Verein betrieben: im BC Queue Hamburg.
Das Team des BC Queue Hamburg. Hintere Reihe von links: Olaf Köster, Jörg Rother (Ersatz für Michael Dremsizes). Unten von links: Alexander Dremsizes, Ersatzmann Stefan Müller, Torsten Bonke.
Foto: Touch Magazin
Hamburg. Es ist Donnerstagabend im Billard-Café Break-Point in Bramfeld. Man hört die Kugeln klacken. Immer wieder und von überall. Die Spieler an den Tischen freuen sich, wenn sie einen schwierigen Stoß geschafft haben, und die bunte Kugel ins Loch plumpst, und ärgern sich, wenn eine Kugel die Tasche knapp verfehlt. Der Spielpartner wartet dann schon auf der anderen Seite des Tisches genau auf diesen Moment, um es besser zu machen. Doch an dem Tisch, an dem Torsten Bonke (41) und Olaf Köster (47) spielen, sieht das Ganze etwas anders aus. Während Köster spielt, sitzt Bonke ganz ruhig auf seinem Stuhl und verfolgt das Schauspiel. Häufig so lange, bis alle Kugeln versenkt sind und alles wieder neu aufgebaut wird.
Die beiden spielen allerdings auch nicht nur ab und zu, sondern regelmäßig im Billardverein BC Queue Hamburg. Zusammen mit den Brüdern Michael (40) und Alexander Dremsizes (32) spielen sie seit fünf Jahren in einem Team und gehen in der 2. Bundeliga Nord an den Start. „Während Hobbyspieler meist nur an die Kugel denken, die sie gerade potten, also einlochen wollen, denken wir schon mindestens zwei bis drei Schritte weiter“, erklärt Bonke den Unterschied zwischen Hobby- und Ligaspieler. Neben dem Potten kommt es vor allem auf die Ablagen an, also darauf, wo die weiße Kugel hinläuft, nachdem sie eine andere versenkt hat. „Das ist der eigentliche Unterschied. Die Stärke des Stoßes, den Schnitt und das Abprallen der weißen so zu berechnen, dass man direkt mit der nächsten weitermachen kann“, so Michael Dremsizes.
Allerdings wird nicht nur das aus der Kneipe bekannte 8-Ball-Billard gespielt. Im Ligabetrieb kommen noch 9-Ball, 10-Ball und 14+1 hinzu. Während man beim 9- und 10-Ball die Kugeln der Reihe nach versenken muss, ist das beim 14+1 egal. Hier zählt nur das Einlochen, Zahl oder Farbe spielen keine Rolle. Sobald nur noch eine Kugel auf dem Tisch liegt werden die anderen wieder neu formiert. Peter Lau, Sportwart des BC und mit der zweiten Mannschaft Tabellenführer der Regionalliga Nord-Ost, erläutert: „Jede Kugel gibt einen Punkt, und ein Satz geht bis 125. Da können dann auch schon mal Serien von 100 Kugeln hintereinander vorkommen, was natürlich nicht nur den Spieler freut, sondern auch die Zuschauer begeistert.“ Während in der ersten Saison in der 1. Bundesliga teilweise bis zu 150 Zuschauer kamen, waren es zuletzt immerhin noch 40. „Damals hatte es einen echten Boom gegeben. Bei Heimspielen war hier die Hölle los, doch leider ließ das Interesse mit der Zeit nach“, erinnert sich Lau, „übrig geblieben sind vor allem diejenigen, die selbst in der Szene aktiv sind.“
Das Ziel in der neuen Saison, die an diesem Sonnabend mit einem Heimspiel gegen den PBC Joker Kamp-Lintfort beginnt (14.00 Uhr, Break-Point), lautet ganz klar: Aufstieg. Härtester Konkurrent hierbei ist wohl die BSG Osnabrück, aktueller Absteiger aus der 1. Bundesliga. „Bisher haben wir gegen sie noch nicht verloren. In der Saison 2006/2007, in der die BSG Deutscher Meister geworden sind, waren wir sogar die Einzigen, die überhaupt gegen sie gewinnen konnten“, gibt sich Köster hoffnungsvoll. Leider musste der BC damals trotz der Erfolge über Osnabrück am Ende wieder einmal den Weg in die Zweitklassigkeit antreten. „Wir sind eine Fahrstuhlmannschaft. Bei uns geht es immer rauf und runter. Jetzt muss mal wieder ,rauf' an der Reihe sein“, sagt Bonke schmunzelnd.
Das Potenzial dazu ist ganz sicher vorhanden. Der letzte Titel als Team ist gerade mal knappe zwei Wochen her, als die Deutsche Meisterschaft in Bad Wildungen gewonnen wurde. Köster wurde von 2006 bis 2008 drei Mal in Folge Europameister der Senioren. Alexander Dremsizes ist der erfolgreichste Spieler aus dem ganzen norddeutschen Raum und wurde 1994 in Taiwan Vizeweltmeister der Junioren - und alle vier wurden schon mehrfach Norddeutscher Meister.
Für alle, die Lust haben, unter der Anleitung von Alexander Dremsizes – der neben seiner Spielertätigkeit auch Trainer im BC sowie im Norddeutschen Verband ist – Billard auszuprobieren, findet dienstags ab 18.30 Uhr im Break-Point (Bramfelder Dorfplatz 11) ein offenes Training statt.









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