Mischas Tagebuch
Gegen Tsonga wird es ernst
Der Flug von Thailand nach Tokio war wackelig. Und nach meiner Ankunft habe ich schon zweimal den Bus verpasst. Trainieren konnte ich wegen Regens auch nicht.
Nach einer leicht beschwerlichen Anreise bin ich nun in Tokio angekommen, wo heute das nächste ATP-Hartplatzturnier beginnt. Von Thailand sind wir am Sonntagabend um kurz vor Mitternacht losgeflogen. Weil über Asien mehrere Taifune wüten, hat es die ganzen sechseinhalb Stunden nur gewackelt. An Schlaf war da nicht zu denken. Da Japan noch zwei Stunden mehr Zeitverschiebung hat als Bangkok, zu Hamburg sind es sieben, kamen wir gegen 8.30 Uhr dort an. Die Passkontrolle dauerte lang, so dass wir den Shuttlebus zum Hotel, der um 9 Uhr fuhr, verpasst haben. Deshalb musste ich einen anderen öffentlichen Bus nehmen und danach noch 15 Minuten mit dem Taxi fahren, bis ich im Hotel ankam. Dort habe ich erst einmal ein paar Stunden geschlafen. Um 14.40 Uhr sollte ich dann den Shuttlebus vom Hotel zur Anlage nehmen, aber auch den habe ich verpasst. Das machte jedoch auch nichts, denn da es hier regnet und, bis auf den Center Court, alle Plätze unüberdacht sind, konnte niemand trainieren. So habe ich einen späteren Bus genommen und bin nach ein paar Stunden im Players Center wieder ins Hotel zurückgefahren. Dort liege ich jetzt im Bett und freue mich auf eine erholsame Nacht.
Sportlich wird es für mich hier morgen oder am Mittwoch ernst. Ich treffe in der ersten Runde auf den Franzosen Jo-Wilfried Tsonga (24), die Nummer sieben der Weltrangliste. Gegen ihn habe ich in der Jugend ein paar Mal gespielt und meistens verloren. Er war schon damals groß und kräftig und ein sehr kompletter Spieler. Bei den Profis ist es allerdings unser erstes Aufeinandertreffen.
Es könnte sein, dass Tsonga auch noch eine kleine Rechnung mit mir begleichen will, immerhin habe ich ihn nämlich am vergangenen Sonnabend in Bangkok im Halbfinale der Doppelkonkurrenz besiegt. Er hat mit seinem Landsmann Fabrice Santoro gespielt, ich mit dem Spanier Guillermo Garcia-Lopez. Wir haben stark gespielt und 6:3, 6:2 gewonnen. Im Finale am Sonntag hatten wir dann gegen Rajeev Ram und Eric Butorac (beide USA) keine große Chance und haben 6:7 (4:7) und 3:6 verloren. Aber dafür, dass Guillermo und ich zum ersten Mal miteinander gespielt haben, war der Finaleinzug doch schon ein schöner Erfolg. In Tokio spiele ich nicht Doppel. Ich wollte mit dem Franzosen Gael Monfils antreten, aber wir haben das Einschreibeverfahren leider verpasst. Jetzt kann ich eben alle Kraft ins Einzel legen. Viele Grüße aus Japan, Euer Mischa!
Der Hamburger Profi Mischa Zverev (22), derzeit an Position 48 der Weltrangliste geführt, berichtet exklusiv für abendblatt.de von seinen Erlebnissen im Tennisjahr 2009








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