Montag, 28. Mai 2012, 17:35

Abendblatt als Startseite | Aboservice | E-Paper

www.abendblatt.de

  • E-Mail
  • Singles
  • Branchenbuch
  • Jobs Hamburg
  • Immobilien Hamburg
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Rechner
  • Ticket kaufen

Sportplatz Hamburg

Porträt Unihockey

Aufstrebende Sportart

Das Spiel mit dem Lochball erfreut sich einer immer größeren Beliebtheit. Was diese rasante Sportart ausmacht, welche Varianten es gibt, erfahren Sie in diesem Informationsbeitrag.

Unihockey - aufstrebende Hallensportart.
Foto: www.unihockey-portal.de

Die Sportart Unihockey ist in den siebziger Jahren von Schweden, Finnland und der Schweiz zusammen entwickelt worden und gehört zur Familie der Stockballspiele. Der weltweite Dachverband International Floorball Federation (IFF) wurde im Jahre 1986 gegründet, dem Deutschland 1994 beitrat. Nach wie vor sind es aber vor allem die drei Begründernationen, in denen das Spiel den größten Anklang findet und auch einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert genießt – in den beiden skandinavischen Ländern noch mehr als in der Schweiz.

Unihockey ähnelt dem Hallen-, aber auch dem Eishockey und wird wie dieses auch hinter dem Tor gespielt. Nicht zuletzt wegen des hohen Tempos und den sich rasch ändernden Spielsituationen lassen sich Parallelen zu den genannten Sportarten ziehen und rechtfertigen so den Ruf, eine der schnellsten Hallensportarten zu sein.

Prinzipiell kann gespielt werden, sobald ein Ball und zwei Schläger vorhanden sind. In Deutschland, Österreich und der Schweiz haben sich vor allem drei Spielvarianten entwickelt:

Das Unihockey-Mixed

- Diese Spielform kann als Einstiegs- und Anfängervariante betrachtet werden und eignet sich dementsprechend auch gut für den Schulsportunterricht. Dem Namen entsprechend bilden zwei Mädchen und zwei Jungen zusammen ein Team, Auswechselspieler und können fliegend eingewechselt werden. In dieser Variante wird ohne Torwart gespielt, und die Tore sind kleiner als auf dem Klein- oder dem Großfeld. Da das Feld relativ klein ist, können in einer großen Schulsporthalle so zwei Spiele parallel stattfinden. Auch für diese Spielform werden schon regionale wie auch überregionale Turniere ausgetragen.

Das Unihockey-Kleinfeld

- Unihockey-Kleinfeld ist als nächst komplexere Variante des Unihockey anzusehen. Hierbei wird auf mindestens 26 x 14 Metern mit einem Torwart sowie drei Feldspielern pro Team gespielt. Die Tore haben in dieser Spielform bereits die Originalabmessungen von 115 × 160 × 65 Zentimetern. Wie auch beim Unihockey-Mixed finden von Landesverbänden ausgerichtet regionale und überregionale Turniere statt.

Das Unihockey-Großfeld

- Die dritte Spielform ist das Unihockey-Großfeld, das in einem Feld mit den Abmessungen 40 x 20 Metern (also der Größe eines Handballfeldes) gespielt wird. Die Tore sind so groß wie bei der Kleinfeldvariante, allerdings spielen ein Torwart und fünf Feldspieler (ebenso wie beim Eishockey). Das Feld ist rundum mit einer Bande abgegrenzt.

Während die Feldspieler neben einem aus Kunststoff gefertigten Schläger, der eine Länge von 105 Zentimetern nicht übersteigen darf, nur Trikot, Hosen, Stutzen und Schuhe benötigen, trägt der Torwart zum Schutz neben einem Helm eine gepolsterte, lange Hose, auch Knie- und Schienbeinschützer. Den Oberkörper schützen ein Brustpanzer sowie ein gepolstertes Trikot. Optional können auch noch Handschuhe getragen werden. Im Gegensatz zum Eishockey oder Hockey hat der Torwart allerdings keinen Schläger. Der beim Unihockey verwendete Ball wird aufgrund seiner 26 Löcher als Lochball betitelt.

Insgesamt sind die Regeln im Unihockey strenger als die des Eishockeys, allerdings wird Eishockey körperbetonter gespielt. Im Unihockey ist nur das Drücken mit der Schulter erlaubt. Bandenchecks sowie das Drücken mit und das Heben des Stocks sind untersagt und führen bei Zuwiderhandlung zu Strafen. Grundsätzlich wird der Ball nur mit dem Schläger gespielt, eine Ausnahme stellt allerdings die Annahme und das Stoppen des Balles mit dem Fuß dar. Analog zum Eishockey ist es den Spielern auch im Unihockey nicht erlaubt, Tore mit dem Fuß zu erzielen beziehungsweise den Ball mit dem Fuß zu einem Mitspieler zu passen. Bei einem Torschuss darf die Schlägerkelle des Schützen nicht höher als Hüfthöhe ausschwingen. Seit 2004 ist es dem Torwart untersagt, ähnlich der Regel im Fußball, einen Rückpass mit der Hand aufnehmen. Speziell durch die letztgenannte Regeländerung wird natürlich insbesondere die Verteidigung unter größeren Druck gesetzt. Das Spiel allerdings insgesamt wurde so für die Zuschauer attraktiver gestaltet, da es seitdem noch dynamischer, aber auch technisch-taktisch anspruchsvoller ist.

Zwar besetzt Unihockey in Deutschland nach wie vor nur eine Nische, allerdings ist sie eine der aufstrebenden Mannschaftssportarten und nicht zuletzt aufgrund ihrer Eignung als Schulsportart scheint es gut möglich, dass sie hierzulande in Zukunft immer mehr Anhänger finden wird. Stetig steigende Mitgliederzahlen des Deutschen Unihockeyverbandes dokumentieren diese Entwicklung.

 

Artikel versenden

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus