Simone Schwarz:
"In Schweden zu spielen wäre großartig"
Die 18-jährige Simone Schwarz spielt Unihockey beim Eimsbütteler TV, hat bereits eine U19-Weltmeisterschaft gespielt und hofft nun, bei der B-Weltmeisterschaft im Dezember in Schweden zum Kader zu gehören.
Simone Schwarz von der Unihockey-Mannschaft des Eimsbütteler TV träumt davon, in Schweden zu spielen.
Foto: privat
Hamburg. Wir sitzen in Hamburg-Harvestehude vor der Sporthalle des Wilhelmgymnasiums und warten. Wir warten auf Simone Schwarz. Simone ist Unihockeyspielerin und darf sich durchaus berechtigte Hoffnungen machen, Deutschland bei der B-Weltmeisterschaft im Dezember im schwedischen Västeras zu vertreten. Es ist Donnerstagabend und es ist Trainingszeit der ETV-Unihockey-Damen.
Lange müssen wir nicht warten, dann biegt sie auf dem Fahrrad sitzend und mit einer Mitspielerin angeregt redend um die Ecke. „Hey, ich bin Simone“, stellt sie sich vor und lächelt dabei sympathisch schüchtern. Doch diese Schüchternheit verfliegt sehr schnell und es entwickelt sich ein sehr lebhaftes Gespräch.
Die 18-jährige Schülerin spielt seit fünf Jahren Unihockey und kam über ihren Vater, einen Sportlehrer, zu diesem Sport, der seinen Ursprung in Schweden, Finnland und der Schweiz hat, der in seiner Spielanlage dem Hallen-, aber auch dem Eishockey ähnelt und als eine der schnellsten Hallensportarten der Welt gilt. Das hohe Spieltempo ist für die Stürmerin einer der Hauptreize, den diese auch in Deutschland zunehmend aufkommende Sportart auf sie ausübt. „Der Sport ist einfach sehr schnell und ich selber sprinte halt sehr gern.“ beschreibt sie ihre spezielle Bindung zum Unihockey und lacht. Darüber hinaus fasziniere sie vor allem der Faktor Mannschaft, die Tatsache, dass man sich gegenseitig auf dem Feld unterstützt und hilft. Sie muss es wissen, schließlich hat sie über Jahre hinweg Tennis gespielt und war dort ganz auf sich alleine gestellt. Dass die 1,68 Meter große Blondine dieses Gemeinschaftsgefühl sehr schätzt, merkt man sofort. Sie gibt sich trotz ihrer sportlichen Sonderstellung ohne Allüren und ganz natürlich. Drei, mitunter sogar vier Mal pro Woche trainiert sie – viel Zeit für größere Hobbys bleibt ihr da neben Schule und Sport nicht.
Im letzten Jahr schon spielte die in Eimsbüttel aufgewachsene Simone bei der U19 Weltmeisterschaft in Polen und schaffte es mit guten Leistungen sogar wenig später schon in den aktuellen Kader der Damen-Nationalmannschaft. Nun hat sie die Möglichkeit bei der B-Weltmeisterschaft mitzuwirken, die analog zum Eishockey den Charakter eines Aufstiegsturniers hat, da der Sieger wieder zum Kreise derjenigen Teams aufsteigt, die die A-Weltmeisterschaft austragen und somit den „wahren“ Weltmeister ausspielen. Sie weiß aber auch, dass es sehr schwer wird, zum Kader für das Turnier zu gehören. „Ich muss mich viel mehr beweisen und viel mehr kämpfen als noch in der U19.“ So sieht sie auch die härtesten Konkurrentinnen um den Verbleib im Aufgebot eindeutig in den gleichaltrigen Mädchen, die wie sie selbst gerade aus der U19 hochgezogen wurden. Doch sie gibt sich kämpferisch und wird bis zur offiziellen Bekanntgabe des Kaders im Herbst alles daran setzen, ihren Traum zu verwirklichen, denn so sagt sie, „im Unihockeyland Schweden zu spielen wäre großartig“.
Die Chancen, bei diesem Turnier weit zu kommen und unter Umständen sogar den Titel zu holen, schätzt sie als ziemlich gut ein. Als härtesten Konkurrenten sieht die Zwölftklässlerin dabei die Mannschaft Polens an. Schon in den letzten Jahren war Deutschland immer wieder bis ins Finale vorgedrungen, dort aber wiederholt gescheitert. Dass es dieses Jahr anders wird, dafür wollen die deutschen Unihockeydamen sorgen und Simone Schwarz möchte dabei sein und möglichst auch mit Toren dazu beitragen, dass Deutschland wieder aufsteigt. Von Eimsbüttel aus zur Weltmeisterschaft, Schweden als Traum einer jungen Hamburgerin!









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