Olympische Spiele 2010 - Skeleton
Szymkowiak und Huber holen olympisches Silber und Bronze
Als Zweite und Dritte holen Kerstin Szymkowiak und Anja Huber zwei Medaillen im Skeleton. Die Britin Williams gewinnt Gold.
Kerstin Szymkowiak und Anja Huber rasten mit ihren Schlitten zu Silber und zu Bronze.
Foto: Getty Images/Getty
Whistler. Kopfüber ins Glück: Kerstin Szymkowiak und Anja Huber haben für Deutschland die ersten Olympia-Medaillen im Skeleton erobert.
Die 33-jährige Szymkowiak von der RSG Hochsauerland raste im schnellsten Eiskanal der Welt im Whistler Sliding Centre zu Silber, Europameisterin Huber holte nach toller Aufholjagd im letzten Durchgang Bronze. Nur die britische Olympiasiegerin Amy Williams war am Ende zu stark für die beiden deutschen Frauen.
«Das ist ein tolles Ergebnis. Ich habe mit einer Medaille geliebäugelt, zwei Medaillen habe ich allerdings überhaupt nicht erwartet», sagte der deutsche Verbandspräsident Andreas Trautvetter. Sportdirektor Thomas Schwab fügte anerkennend hinzu: «Enorm, was die Damen im letzten Lauf aufgeholt haben.»
Szymkowiak lag nach vier Läufen 0,56 Sekunden hinter Williams zurück, die das erste Einzel-Gold bei Winterspielen seit 30 Jahren für Großbritannien holte. Anja Huber (Berchtesgaden) hatte einen Rückstand von 0,72 Sekunden. Nach dem dritten Lauf war Huber noch Fünfte gewesen, kämpfte sich aber noch nach vorne. Dabei profitierte die 26-Jährige von einem dicken Patzer von Mellisa Hollingsworth im letzten Lauf. Die favorisierte Kanadierin fiel dadurch noch vom zweiten Platz auf Rang fünf zurück und war danach bitter enttäuscht.
Weltmeisterin Marion Trott (Oberhof) landete nach zwei schwächeren Läufen zum Auftakt auf dem achten Rang. «Da habe ich nicht das gezeigt, was ich kann», sagte Trott.
Vize-Weltmeisterin Williams behauptete ihre Führung nach dem ersten Tag vor 12.000 Zuschauern und gewann erstmals olympisches Gold. Die Britin ließ sich auch von einem Protest des US-Teams gegen ihren Helm nicht aus der Ruhe bringen. Dem Einspruch hatten sich am ersten Tag fünf weitere Nationen angeschlossen. Der Weltverband FIBT wies ihn allerdings sofort zurück.
Szymkowiak strahlte nach dem größten Erfolg ihrer Karriere vor Glück. Nach zwei von vier Läufen hatte sie mit ihrem Schlitten «Ice Tiger» schon auf dem Silberrang gelegen, fiel dann auf Platz drei zurück, um am Ende noch einmal zu kontern. Huber machte das starke deutsche Resultat perfekt.
Skeleton war bereits 1928 und 1948 Gast im olympischen Programm. Seit den Spielen 2002 in Salt Lake City sind die Bäuchlingsrodler fester Bestandteil der Winterspiele. Eine deutsche Medaille hatte es aber noch nicht gegeben.









