Unkelbach: "Wir brauchen bessere Trainer"
Ingrid Unkelbach, Leiterin des Olympiastützpunktes Hamburg/Schleswig-Holstein, warnt, das Abschneiden der deutschen Olympiamannschaft in Peking...
Peking/Hamburg. Ingrid Unkelbach, Leiterin des Olympiastützpunktes Hamburg/Schleswig-Holstein, warnt, das Abschneiden der deutschen Olympiamannschaft in Peking schönzureden. Der fünfte Platz in der Medaillenwertung sei erfreulich, die mangelnde Ausbeute in olympischen Kernsportarten wie Leichtathletik, Schwimmen, Rudern, Radfahren und Boxen jedoch alarmierend. Erfolge feierten die Deutschen in China vor allem in sportlichen Nischen, in denen die internationale Konkurrenz überschaubar ist. Daraus müssten die richtigen Konsequenzen gezogen werden.
"Wir haben in Deutschland hervorragende Sportstätten, aber immer weniger hervorragende Trainer, die sie mit Leben ausfüllen können", sagt Unkelbach. Die Trainer in den olympischen Disziplinen würden im Vergleich zu ihren Kollegen im Ausland zu schlecht bezahlt. "Dadurch können wir weder die Besten im Lande halten noch gute ins Land locken." Beklagenswert sei zudem, dass sich viele Trainer nicht ausreichend fortbildeten, zu selten über den Tellerrand schauten oder Seminare im Ausland besuchten. "Bei den skandinavischen Schwimmtrainern ist es eine Selbstverständlichkeit, sich die Methoden der Amerikaner oder Australier vor Ort anzuschauen. Bei uns schmoren zu viele im eigenen Saft. Das führt zur Stagnation."
Der Hamburger Dirk Lange, Headcoach der südafrikanischen Schwimmer, kam bei der Analyse des deutschen Ergebnisses zu ähnlichen Schlussfolgerungen: "Kein Sportler läuft oder schwimmt absichtlich langsam. Das liegt meist am Trainer."







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