Noch fünf deutsche Teams kämpfen um den Einzug in die K.-O.-Runde
Moritz Fürste belebt den Traum von Gold
Turbulentes Wochenende mit durchwachsener Bilanz für die deutschen...
Peking. Turbulentes Wochenende mit durchwachsener Bilanz für die deutschen Mannschaften.
Fußball An der Stätte ihres WM-Triumphes von 2007 wollen die DFB-Frauen die vorletzte Hürde auf dem Weg zum ersten Olympia-Gold nehmen. Im Halbfinale gegen Brasilien heute (12 Uhr) in Shanghai zählt für die im bisherigen Turnierverlauf keineswegs souveränen Weltmeisterinnen nur ein Erfolg, soll der Traum vom Olympiasieg nicht wie 2000 und 2004 in der Vorschlussrunde platzen. "Wir müssen als Team funktionieren und höllisch aufpassen, denn Brasilien ist die spielstärkste Mannschaft und hat die besten Individualisten", sagte Trainerin Silvia Neid vor dem Showdown mit dem Vizeweltmeister, gegen den es in der Vorrunde ein torloses Remis gegeben hatte. Nach dem kräftezehrenden Viertelfinale über 120 Minuten gegen Schweden blieb kaum Zeit zur Regeneration. "Wir müssen die Spielerinnen in Watte packen, damit niemandem mehr etwas passiert", sagte Neid, die nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Linda Bresonik (Bänderriss) ihre Abwehr umstellen muss.
Hockey Der Hamburger Moritz Fürste vom Uhlenhorster HC hat mit seiner olympischen Tor-Premiere beim 1:0 über Spanien die Chance auf das Erreichen des Halbfinals für die Herren gewahrt. Das Team von Trainer Markus Weise hat durch den wichtigen Sieg nun alles in eigener Hand. Vor dem letzten Gruppenspiel morgen gegen Neuseeland (4.30 Uhr) liegt der Weltmeister nun einen Punkt hinter Spanien auf Rang zwei. Bereits ein Remis könnte zum Einzug in die Runde der besten vier reichen. Die Frauen haben den vorzeitigen Einzug ins Halbfinale ohne eigenes Zutun buchstäblich in letzter Minute verfehlt. Durch ein Tor kurz vor Schluss gewann Großbritannien mit 2:1 gegen Japan und wahrte damit seine eigenen Chancen auf den Vorstoß in die Vorschlussrunde. Bei einem Unentschieden wäre Europameister Deutschland trotz der 0:4-Schlappe gegen Argentinien qualifiziert gewesen. So musste das Team des Hamburgers Michael Behrmann heute (2.30 Uhr) mindestens einen Punkt gegen die bereits ausgeschiedenen Japanerinnen holen, um nicht von der Konkurrenz abhängig zu sein.
Handball Noch ein Punkt fehlt den deutschen Männern bis zum Minimalziel, dem Erreichen des Viertelfinales. Im vierten Vorrundenspiel vergab der Weltmeister trotz der Glanztaten von HSV-Torhüter Johannes Bitter den ersten Matchball zum Einzug in die K.-o.-Runde, kann aber mit einem Remis heute (13 Uhr) gegen Europameister Dänemark den Sprung unter die besten acht perfekt machen. Durch einen Gegentreffer 30 Sekunden vor Schluss musste sich der Olympia-Zweite mit einem 24:24 gegen Russland zufrieden geben. "Ich kann mit dem Remis nicht zufrieden sein, wenn man 30 Sekunden vor Schluss führt", sagte Trainer Heiner Brand und blickte auf den kommenden Gegner voraus: "Die Dänen haben bisher noch nicht die Leistungen von der EM gebracht. Ich hoffe, das kommt jetzt nicht ausgerechnet gegen uns." "Das war ein gewonnener Punkt, wir müssen das positiv sehen. Jetzt wollen wir Dänemark schlagen, denn mit einem Sieg wären wir Gruppenerster und hätten die bestmögliche Ausgangsposition fürs Viertelfinale", sagte Michael Kraus. Der Lemgoer Spielmacher war mit sechs Toren einmal mehr bester Werfer in der DHB-Auswahl. Unterdessen sind die deutschen Frauen bereits nach der Vorrunde ausgeschieden. Die 29:30-Niederlage gestern gegen Russland war schon bedeutungslos, nachdem Schweden gegen Brasilien gewonnen und so für das deutsche Aus gesorgt hatte. "Im Endeffekt war der selbst auferlegte Druck zu groß. Grundmangel war die schwache Torausbeute", konstatierte Trainer Armin Emrich, der trotz der Pleite seinen Vertrag bis 2012 verlängerte.
Wasserball Nach dem packenden Krimi gegen Italien trauen sich die deutschen Männer auch einen Überraschungscoup im Vorrunden-Endspiel gegen die favorisierten USA zu. Das Team um den überragenden Torwart Alexander Tchigir brennt nach dem 8:7-Kraftakt gegen den dreimaligen Olympiasieger Italien auf das Alles-oder-nichts-Spiel heute (8 Uhr) gegen den Weltliga-Zweiten. "Es geht ums blanke Überleben und das Einrücken in die Medaillen-Runde", verdeutlichte Trainer Hagen Stamm. "Jetzt geht's richtig zur Sache", erklärte Center Thomas Schwertwitis: "Ich bin der Überzeugung, dass wir besser sind." Bei einem Erfolg würde die Stamm-Truppe mit den Amerikanern gleichziehen und vom gewonnenen direkten Vergleich profitieren. "Das wird eine Tagesform-Geschichte", glaubt Stamm.
Beachvolleyball David Klemperer und Eric Koreng (Kiel) sind nach einer Glanzleistung als einziges deutsches Team ins Viertelfinale eingezogen. Nach dem sensationellen 2:0-Sieg gegen die topgesetzten Lokalmatadoren Xu/Wu vor 12 000 restlos enttäuschten Zuschauern waren heute (4 Uhr) die Weltmeister Todd Rogers/Philip Dalhausser (USA) die nächste hohe Hürde. Klemperer/Koreng haben schon jetzt Platz fünf sicher und damit eine totale Pleite der Beachvolleyballer abgewendet. Die in Hamburg lebenden Sara Goller/Laura Ludwig und Stephanie Pohl/Okka Rau (HSV) waren im Achtelfinale ausgeschieden. Für die selbsternannten Goldkandidaten Julius Brink/Christoph Dieckmann (Berlin) war schon in der Vorrunde Endstation. "Wir wollten es für alle rausreißen und die Ehre des deutschen Beachvolleyballs retten. Das ist gelungen", meinte Klemperer.
Volleyball Das Männerteam von Bundestrainer Stelian Moculescu steht nach der bitteren 1:3-Niederlage gegen Serbien im vorentscheidenden Gruppenspiel des Turniers unmittelbar vor dem Aus. Nach bislang nur einem Sieg muss im letzten Match heute (6 Uhr) Olympiasieger und Weltmeister Brasilien klar besiegt werden, um vielleicht doch noch das Viertelfinale zu erreichen. "Brasilien ist nicht gerade ein Aufbaugegner, aber wir treten an und werden versuchen, das Unmögliche zu schaffen", sagte Moculescu.







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