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Olympia Peking 2008

Rudern: Zwei Vorlaufsiege

Seibt und Carow setzen Ausrufezeichen

Erfolge für Hamburger Leichtgewichte, Derlien muss in den Hoffnungslauf. Ach ter von Blitz und Donner gestoppt.

Peking. Der Himmel über dem Shunyi-Park verfinsterte sich, doch die Miene des Sportdirektors hellte sich mehr und mehr auf. Erst am zweiten Tag der olympischen Ruderregatta gab es für Michael Müller Grund zur Freude - und zwei Hamburger hatten daran unter den Augen von Staatsrat Manfred Jäger großen Anteil. Noch ehe das Gewitter mit heftigen Windböen und sintflutartigem Regen am Sonntag zum Rennabbruch zwang und der Deutschland-Achter seine Startvorbereitungen abbrechen musste, setzten die Leichtgewichte ein Ausrufezeichen. Mit zwei Vorlaufsiegen machten sie den dürftigen Wettkampfstart 24 Stunden zuvor vergessen. "Das war ein erfreulicher Tag für den DRV. Es hat sich gezeigt, dass wir viel weiter sind als noch vor zwei Monaten beim Weltcup in Luzern", befand Müller.

Urplötzlich reifen Träume von einem erfreulichen Showdown zum Ende einer schwierigen Saison mit Diskussionen über einen steten Abwärtstrend. Vor allem die Vorlaufsiege im leichten Frauenzweier mit Berit Carow von der RG Hansa und im leichten Vierer ohne Steuermann mit Bastian Seibt vom Hamburger und Germania Ruder-Club sorgten für Erleichterung.

"Heute Morgen haben wir gedacht: Fritz-Walter-Wetter, das ist unser Tag. Bei 24 Grad konnten wir auch auf die Kühlwesten verzichten", freute sich Seibt nach dem souveränen Erfolg. Vor allem an der Startphase hatten der 32-Jährige und die anderen drei Bootsinsassen Jost Schömann-Finck, Jochen und Martin Kühner zuletzt gearbeitet. Das sollte sich auszahlen, als das deutsche Quartett nach 750 Metern die Franzosen ohne allzu viel Kraftaufwand an der Spitze ablöste und davonzog. Den heutigen Montag können sie nun zur Erholung nutzen, das nächste Rennen steht erst am Donnerstag mit dem Halbfinale an.

Kräfte schonen konnten auch Berit Carow und ihre Rostocker Partnerin Marie-Louise Dräger: "Wir mussten nicht einmal voll rudern, um zu gewinnen. Das gibt viel Selbstvertrauen fürs Halbfinale", sagte die 27-Jährige. Eher gedämpft dagegen war die Stimmung bei ihrer Vereinskollegin Maren Derlien. Nach furiosem Start ließen bei der Schlagfrau und ihrer Zweierpartnerin Lenka Wech die Kräfte nach, am Ende hatte das favorisierte deutsche Boot gegen Rumänien das Nachsehen. Im auf morgen verschobenen Hoffnungslauf ist nun Platz zwei Voraussetzung für den Finaleinzug. Keine leichte Aufgabe, zumal Derlien und Wech heute noch mit dem Frauenachter gefordert sind.

Blitz und Donner hatten die beiden deutschen Großboote gestern vorerst gestoppt. Wenige Minuten vor dem Start des Deutschland-Achters im Shunyi-Park entschied sich der Weltverband FISA wegen eines Unwetters mit heftigen Regenfällen und starken Winden zum vorzeitigen Abbruch der Wettbewerbe. Die Frauen holen ihr Rennen heute (8.50 Uhr MESZ) nach, die Männer starten eine halbe Stunde später.

Insgesamt erreichten bisher sechs Boote des Deutschen Ruderverbandes (DRV) das Halbfinale, vier müssen in den Hoffnungslauf. Auch den Viertelfinaleinzug von Einer-Fahrer Marcel Hacker wertete Sportdirektor Müller als Indiz für eine Trendwende: "Kein Boot hat bisher total enttäuscht. Das können nur wenige Nationen von sich behaupten."dpa/sid/HA

 

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