Titelverteidiger steht in Berlin im Schatten
Tyson Gay: Als Underdog gegen Biest Bolt
Der Titel im 100-Meter-Lauf ist eine der spektakulärsten Disziplinen bei der Leichtathletik-WM in Berlin. Drei Sprinter haben Titelambitionen.
Tyson Gay ist Titelverteidiger und Erster der Jahresweltbestenliste.
Foto: Getty Images/Getty Images Europe
Berlin. Er ist Titelverteidiger und führt die Jahres-Weltbestenlisten an, doch Sprinter Tyson Gay steht beim mit Spannung erwarteten Giganten-Duell der Leichtathletik-WM klar im Schatten von Usain Bolt. Dass der Dreifach-Olympiasieger von den meisten Experten als großer Favorit über 100 m und 200 m gilt, kommt Gay aber gelegen. Denn in der Rolle des Underdogs war der US-Amerikaner immer am stärksten.
"Bei der WM vor zwei Jahren war ich am Knie verletzt und musste pausieren. Damals bin ich als Underdog ins Rennen gegen Asafa Powell gegangen. Jetzt hatte ich wegen Leistenprobleme eine Pause und trete als Underdog gegen Usain an", sagt Gay und hofft auf einen ähnlichen Ausgang wie in Osaka, als er sich zum Dreifach-Weltmeister (100 m, 200 m und 4x100 m) kürte.
Markigere Sprüche wird man von Gay kaum hören, obwohl er über 100 m (9,77 Sekunden) und 200 m (19,58) schnellster Mann des Jahres ist. Im Gegensatz zum extrovertierten Bolt, den Gay wegen seiner Dominanz wertschätzend als «Biest» bezeichnet, gibt sich der 26-Jährige fast schon zurückhaltend. Der Sportler aus Lexington/Kentucky, der sich in München auf die WM vobereitet hat, möchte auf der blauen Tartan-Bahn des Berliner Olympiastadions überzeugen, nicht in den Zeitungen.
Eine Schlagzeile würde ihm am Tag nach dem 100m-Finale aber dennoch gefallen: «Tyson Gay schockt die Welt!». Der Amerikaner weiß aber auch, dass dafür alles passen muss: "Das wird das spannendste Sprintrennen aller Zeiten werden, schließlich gibt es inklusive Powell drei Jungs, die 9,70er Zeiten gelaufen sind. Und alle sind gut drauf."








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