22.02.13

2. Bundesliga

FC St. Pauli: ein Trainer ohne seinen Kapitän

Beim abstiegsgefährdeten FC St. Pauli fällt im Heimspiel gegen den FSV Frankfurt nun auch noch Kapitän Fabian Boll wegen Grippe aus.

Von Carsten Harms
Foto: pa/INSIDE PICTUR/INSIDE PICTURE
FC St. Pauli   Dynamo Dresden 3:2
St. Paulis Trainer Michael Frontzeck setzt angesichts des Ausfalls von vier Stammspielern auf die Kampfkraft seines Teams

Hamburg. Eines musste Michael Frontzeck am Donnerstag ein für alle Mal klarstellen. "Nichts hasse ich mehr als rumzujammern", sagte der Trainer des FC St. Pauli. Vor dem Zweitliga-Heimspiel seiner Mannschaft gegen den FSV Frankfurt an diesem Freitag (18 Uhr, Sky live) hätte er dabei durchaus Grund zur Klage. Neben den gelb-rot-gesperrten Innenverteidigern Florian Mohr und Markus Thorandt sowie dem verletzten Offensivspieler Fin Bartels (Muskelfaserriss) wird auch Kapitän Fabian Boll in dieser wichtigen Partie fehlen. Der Mittelfeldspieler leidet unter einer Grippe, nimmt Antibiotika und ist bis Montag krankgeschrieben.

Boll hatte im Heimspiel am vergangenen Montag gegen den 1. FC Köln (0:1) nach wochenlanger Verletzungspause gerade erst wieder sein Comeback gegeben. Nachdem er in der zweiten Halbzeit eingewechselt worden war, setzte das Team trotz Unterzahl die Kölner massiv unter Druck. "Es ist schade für Boller, weil er sich gerade erst wieder herangekämpft hatte", sagte Frontzeck, der offenbar geplant hatte, seinen Kapitän gegen Frankfurt erstmals seit dem 3. November wieder für seine Startformation zu nominieren.

"Wenn Spieler ausfallen, kommen eben die nächsten dran und haben die Chance, sich zu profilieren", sagt Frontzeck und versucht, eine gewisse Normalität zu suggerieren. In der Innenverteidigung wird er voraussichtlich auf den 21 Jahre alten Christopher Avevor sowie auf Jan-Philipp Kalla, 26, setzen. Bei den Testspielen im Trainingslager im Januar hatten beide schon diese Position bekleidet, wobei der von Hannover 96 ausgeliehene Avevor ohnehin gelernter Innenverteidiger ist. Auch Kalla spielte hier in seiner Jugend, ehe er zum Außenverteidiger umgeschult wurde.

Wichtiger als die Besetzung der vakant gewordenen Positionen ist allerdings die Frage, wie die einzelnen Spieler und das Team insgesamt mit der immer bedrohlicheren Tabellensituation und der akuter werdenden Abstiegsgefahr umgehen. "Wir brauchen denselben Spirit wie im Spiel gegen Köln. Dort hat die Mannschaft gezeigt, wie man zu agieren hat", sagte Trainer Frontzeck am Donnerstag.

Doch trotz allen Einsatzes und aller Laufbereitschaft in Unterzahl stand das Team am Ende eben mit leeren Händen da, fiel auf den 14. Tabellenplatz zurück und hat jetzt nur noch drei Punkte Vorsprung vor Rang 16. Bei einer Niederlage gegen den FSV könnte das Team sogar auf eben diesen Relegationsplatz zurückfallen. An diesem Freitag beginnt die Serie von zwölf Endspielen gegen den Abstieg. Schon jetzt ist das Millerntor-Team Letzter der Rückrundentabelle mit zwei Punkten aus fünf Spielen. Der letzte Sieg gelang am 1. Dezember gegen Kaiserslautern (1:0).

Bei den St.-Pauli-Anhängern werden angesichts dieser Entwicklung Erinnerungen an die Bundesligasaison vor zwei Jahren wach. Damals hatte die Mannschaft nach 22 Spielen, also zum selben Zeitpunkt wie jetzt, 28 Punkte auf dem Konto. Das waren immerhin fünf mehr als heute und bedeutete Rang elf. Der Rest ist bekannt: In den verbleibenden zwölf Spielen holte St. Pauli noch genau einen Punkt und stieg als Tabellenletzter in die Zweite Liga ab. Nicht weniger als acht Spieler des aktuellen Kaders waren damals schon dabei. Florian Bruns ist in seiner Karriere zudem auch schon mit dem SC Freiburg und Union Berlin abgestiegen, Marius Ebbers widerfuhr dies neben St. Pauli mit dem 1. FC Köln und Alemannia Aachen. Fin Bartels erlebte mit Hansa Rostock sogar den Fall von der Ersten in die Dritte Liga innerhalb von zwei Jahren - so wie es jetzt auch St. Pauli droht.

Noch nicht mit dem FC St. Pauli, aber schon mit dem 1. FC Köln und - als Leihspieler - mit Hertha BSC Berlin war Florian Kringe in seiner Karriere an einem Abstieg beteiligt. Vor allem angesichts des Ausfalls von Kapitän Fabian Boll wird er im Spiel gegen den FSV Frankfurt im zentralen Mittelfeld gefordert sein, die Mannschaft zu führen und die entscheidenden Impulse zu setzen. "Es hat mir schon gegen Köln gut gefallen, wie Flo gespielt hat. Er ist in der Lage, auch mal auf den Ball zu treten und den Kopf zu heben, um dann einen Mitspieler in Szene zu setzen", sagt Trainer Frontzeck.

Kringe selbst ist optimistisch, dass ihm die Schmach eines Abstiegs diesmal erspart bleiben wird. "Ich habe es intern auch angesprochen, dass wir die Bälle fordern müssen und uns nicht verstecken dürfen", berichtet er. "Wenn wir so auftreten wie gegen Köln, werden wir auch wieder gewinnen."

Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Alles über Ihre Straße

Die Welt - Aktuelle News
  1. 1. DeutschlandGauland gegen HenkelAfD-Spitze zerlegt sich im Richtungsstreit
  2. 2. VerbraucherNeue VerordnungenDas ändert sich für die Deutschen am 1. November
  3. 3. AuslandCharter-SchulenDie neueste Version des amerikanischen Traums
  4. 4. WM 2018WM 2018 in RusslandFifa-Eklat um die Krim sorgt für Empörung
  5. 5. AuslandEpidemieChina schickt seine Armee in den Ebola-Kampf
Top-Videos
Basketball
In 30 Sekunden vier Körbe werfen? Kein Problem!

Geldsegen für einen jungen Amerikaner: Zu verdanken hat er das seinem besonderen Wurftalent. Denn Tamayo schafft, was eigentlich als unmögli…mehr »

Top Bildergalerien mehr
Handelskammer

"Cheese and bread" bei der Morgensprache

DFB-Pokal

HSV-Fan attackiert Franck Ribéry

Hamburger Sprayer

Diese "Oz"-Bilder sind noch zu verkaufen

Architektur

Das sind Hamburgs "Bauwerke des Jahres"

Hamburg Guide mehr
Weitere Dienste alle Dienste
Highlights
tb_hh_mahjong100.jpg
Mahjong

Spielen Sie mit!mehr

rb_wetter_926045a.jpg
Wetter in Hamburg

Der aktuelle Wetterbericht mit Karte und Vorhersagemehr

rb_stadtplan_926042a.jpg
Stadtplan Hamburg

Mit dem Hamburger Stadtplan Adresse und Orte findenmehr