Die Hoffnungen auf seinen Verbleib waren ohnehin klein geworden. Jetzt steht fest: David Hoilett wird seinem Jahr in Hamburg kein zweites folgen lassen.

David Hoilett (19) will zu einem großen Klub.
Foto: Witters Sport-Presse-Fotos
Hamburg. Noch vor wenigen Wochen hatte Hoilett die Hoffnungen auf eine Ausweitung des zwölfmonatigen Ausleihgeschäfts genährt. Er fühle sich bei St. Pauli wohl und könne sich eine weitere Saison am Millerntor sehr gut vorstellen, ließ er im Saisonfinale, das er wegen eines Zehenbruchs von der Tribüne aus verfolgte, wissen. Doch die Tonart hat sich geändert. "Ich will in der kommenden Saison in der Premier League oder in der Bundesliga spielen", teilte Hoilett, der noch bis 2010 bei den Blackburn Rovers unter Vertrag steht, Schulte nun aus seinem Heimaturlaub in Kanada mit.
Vieles spricht dafür, dass die Zukunft des von St. Paulis Trainer Holger Stanislawski als Jahrhunderttalent gepriesenen Ausnahmekönners in Deutschland liegen wird. Die Sondergenehmigung, welche die Rovers beim englischen Verband FA aufgrund Hoiletts fehlender Arbeitserlaubnis beantragt haben, wurde bislang nicht erteilt. Eine Kommission muss darüber urteilen, ob er die Attraktivität der Liga entscheidend erhöht.
Der Jamaikaner mit kanadischem Pass erreicht nicht einmal annähernd den für Nicht EU-Ausländer nötigen Wert von 50 Prozent der Länderspiele im letzten Jahr. Hoilett trat auf internationaler Ebene noch nie in Erscheinung. Selbst die theoretische Entscheidung, ob er für Jamaika oder Kanada auflaufen würde, ist noch nicht gefallen. "Entweder verlängert Blackburn vorzeitig den Vertrag und leiht ihn erneut aus, oder Hoilett wird verkauft. Wir sind auf beide Szenarien vorbereitet und haben uns entsprechend aufgestellt", sagt Schulte, "wir haben alles getan, was wir tun konnten."
Ausreichen wird das aber nicht. Hoilett hat mit seinen starken Auftritten im Trikot des FC St. Pauli auf sich aufmerksam gemacht und bereits Anfragen von interessierten Bundesligaklubs vorliegen. Blackburn oder Bundesliga - das ist nun die Frage. Die Antwort darauf geben die Rovers, von denen aber niemand weiß, wann die Entscheidung getroffen wird.
Und so hat sich St. Pauli trotz der unmissverständlichen Aussage des offensiven Mittelfeldspielers noch eine Mini-Chance bewahrt. Sollte die Hängepartie um Hoilett noch bis weit in den August hinein andauern, könnte die Kaderplanung der interessierten Bundesligaklubs bereits abgeschlossen sein. "Egal was auch passiert, wir würden ihn jederzeit nehmen", sagt Schulte, "für David steht die Tür beim FC St. Pauli immer offen."













