23.11.12

HSV

Frank Arnesen: "Son ein Schlüsselspieler für die Zukunft"

Heung-Min Son hat mit seinen Toren bereits Begehrlichkeiten bei Top-Klubs geweckt. Doch der HSV kämpft um den Südkoreaner.

Von Kristof Stühm
Foto: dpa
Zum Niederknien! Heung Min Son bejubelt seinen Treffer gegen Mainz. Beim HSV steht er noch bis Juni 2014 unter Vertrag. Der Verein würde gerne vorzeitig verlängern, doch der 20-Jährige zögert
Heung Min Son bejubelt seinen Treffer gegen Mainz. Beim HSV steht er noch bis Juni 2014 unter Vertrag. Der Verein würde gerne vorzeitig verlängern, doch der 20-Jährige zögert

Hamburg. Wo Heung-Min Son auftaucht, wird es gefährlich. Der kleine Südkoreaner ist vor dem Tor in diesem Jahr eiskalt. Allerdings hat der 20-Jährige im Straßenverkehr trotz bestandener Prüfung offenbar noch so seine Schwächen. Jedenfalls twitterte der HSV zuletzt ein Foto von seinem stolzen Knipser - versehen mit der Warnung an alle Hamburger Autofahrer: "Vorsicht bitte! Er hat seinen Führerschein..."

Seit ein paar Tagen müssen sich also nicht nur die Bundesliga-Torhüter vor diesem Schlitzohr in Acht nehmen, sondern auch die Verkehrsteilnehmer der Hansestadt. Von Vorfällen in den Straßen Hamburgs wurde bisher nichts bekannt - dafür liest sich Sons Bilanz auf dem Rasen umso beeindruckender. In den ersten zwölf Bundesligaspielen machte er sechs Treffer und war damit für jedes zweite HSV-Tor in dieser Saison verantwortlich. Kein Wunder, dass die Verantwortlichen beim Bundesliga-Dino von ihrem zweikampfstarken, lauffreudigen und blitzschnellen Juwel schwärmen. "Er ist ein Knipser. Chance, Bumm, Tor", sagt Sportchef Frank Arnesen über seinen Youngster.

Aber Sons neu entdeckte Effektivität weckt natürlich auch Begehrlichkeiten. So sollen Top-Klubs wie der FC Liverpool und der FC Arsenal ein Auge auf den 1,83 m großen und 76 Kilo leichten Angreifer geworfen haben. Doch der HSV will seinen Stürmer, dessen Vertrag 2014 ausläuft, nicht kampflos gehen lassen und unbedingt langfristig an den Verein binden. "Er ist einer unserer Schlüsselspieler für die Zukunft. Unsere Schmerzgrenze für Son ist gigantisch. Spieler, die uns besser machen, wollen wir auf gar keinen Fall abgeben", sagt Arnesen. Schließlich ist Son für die Hamburger nicht nur Torelieferant, sondern auch wichtiger Werbeträger: In Seoul lächelt er fast von jedem Hochhaus.

Der Umworbene sagt zwar brav, dass er sich in Hamburg "sehr, sehr wohl" fühlt und die "Stadt toll ist und die Fans richtig geil" sind, aber zu einem klaren Treuebekenntnis will sich Son nicht durchringen: "Ich habe noch einen Vertrag bis 2014 und ich muss mit meinem Papa und meinem Berater sprechen."

Papa Son wacht gerade sehr genau über die Entwicklung der Karriere seines Sohnes. Gemeinsam schuften sie im Fitness-Studio bei Sonderschichten, der Senior ist beim Training dabei und staunt nicht schlecht, wenn der Sohn bei Torschuss-Übungen von 20 Versuchen 15 Bälle versemmelt. Doch im entscheidenden Moment ist Son mittlerweile eiskalt. Chancen hatte er während eines Spiels schon immer, aber jetzt reicht dem stets lächelnden Stürmer ein lichter Moment, um eine Partie zu entscheiden. Auch dank dieser neuen Qualität verdoppelte sich sein Marktwert innerhalb eines Jahres auf rund acht Millionen Euro.

Trainer Thorsten Fink, der zum Ende der Vorsaison auch an Son festhielt, als es beim Südkoreaner gar nicht lief, hofft, dass Son auch in den nächsten Jahren für den HSV auf Torejagd geht. "Ich glaube, dass es für seine Entwicklung besser ist, hier zu bleiben. Er ist sicher ein großes Talent, das haben andere auch schon bemerkt", sagt Fink, "wir müssen ihn weiterhin behutsam aufbauen. Auch, wenn er mal nicht so gut spielt. Das ist ein Junge, der noch Höhen und Tiefen haben wird." Und ein Wechsel nach England käme sicherlich auch aus einem anderen Grund zu früh - mit dem Linksverkehr hätte er sicher so seine Probleme.

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