HSV-Torhüter "Noch nie gab es einen besseren René Adler"

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Der HSV-Torhüter René Adler präsentiert sich äußerst selbstbewusst vor dem direkten Duell mit Bayerns Manuel Neuer.

Hamburg. Die Frage musste ja kommen. Wie er denn dem Duell gegen Bayern Münchens Manuel Neuer entgegenblickt, wurde René Adler gestern Mittag gefragt. Der HSV-Torhüter ließ sich ein paar Sekunden Bedenkzeit, dann antwortete er mit fester Stimme: "Ganz ehrlich, dieses Duell interessiert mich null Komma null." Er würde zwar verstehen, dass das direkte Aufeinandertreffen der derzeit wohl besten Torhüter der Bundesliga allgemein für Interesse sorge, aber für ihn selbst sei das kein Thema: "Manuel und ich hatten auch bei der Nationalmannschaft ein kollegiales Verhältnis. Klar wollten wir beide spielen, aber an dieser Konkurrenzsituation sind wir gewachsen."

Tatsächlich ist es auch weiterhin nicht ausgeschlossen, dass sich Adler und Neuer bereits neun Tage nach dem Spiel des HSV gegen die Bayern (Sonnabend, 18.30 Uhr) erneut über den Weg laufen, dann aber als neue, alte Kollegen bei der Nationalmannschaft vor dem Länderspiel gegen die Niederlande in Amsterdam. "Noch hat niemand mit mir gesprochen", sagte Adler, dem aber auch die Patzer seiner Konkurrenten Marc-André ter Stegen und Ron-Robert Zieler nicht entgangen sind: "Für junge Torhüter ist es ganz normal, auch mal eine Formkrise zu haben." Er selbst fühle sich dagegen so gut wie noch nie, wolle aber keinesfalls über die Medien irgendwelche Ansprüche anmelden: "Ich kann ganz realistisch behaupten, dass es noch nie einen besseren Adler als jetzt gegeben hat."

Deutschlands frühere Nummer eins lässt keine Gelegenheit aus zu betonen, wie gut ihm der Wechsel zum HSV getan habe. So habe er den Vorteil gehabt, sich bereits seit Februar auf diese Saison vorzubereiten: "Ich hatte noch nie einen besseren Fitnesszustand." Wie jeden Dienstag schuftete Adler auch gestern Vormittag im Athleticum des UKE, machte Sprungkraft- und Athletiktraining. "Beim HSV habe ich mein Training umgestellt, ich bekomme jetzt neue Reize", erklärte der 27-Jährige, der laut Trainer Thorsten Fink für eine Rückkehr in die Nationalmannschaft bereit ist: "Natürlich würde ich das begrüßen. René bekommt immer mehr Vertrauen, er wird lauter, kommt bei Flanken häufiger raus."

Das Einzige, was Adler zum kompletten Glück derzeit wohl noch fehlt, ist sein erster Sieg in der Bundesliga gegen die Bayern. Mit Leverkusen verlor er sechsmal, spielte dreimal Unentschieden. Genau dies will er am Sonnabend ändern: "Natürlich bin ich so selbstbewusst, dass ich ins Spiel gehe und auf Sieg spielen will."