Frauen-Fußball-WM
Frankfurt - Die Hauptstadt des Frauenfußballs
In der Main-Metropole ist der erfolgreichste deutsche Frauenklub ansässig. Im WM-Stadion findet am 17. Juli das Finale der Titelkämpfe statt.
Frankfurt. Der Countdown für die Fußballweltmeisterschaft der Frauen läuft. Im Hauptbahnhof in Frankfurt am Main ist das gut sichtbar. Eine Anzeige am Kopf der Schienen zählt die Tage bis zum Anpfiff der sechsten Fußballweltmeisterschaft der Frauen. Wenige Wochen vor dem Auftaktspiel der WM am 26. Juni dreht sich in der Mainmetropole auch fern des Bahnhofs schon vieles um den Ball. Und dabei geht es längst nicht nur um Sport.
Am 11. Mai startete ein internationales Film-Festival zur Frauenfußball-WM, am gleichen Tag fand der Aktionstag „1:0 für die Gesundheit“ statt und Pfingstmontag (13. Juni) laden die beiden christlichen Kirchen zu einem ökumenischen Open-Air-Gottesdienst auf dem Römerberg ein. Ob Ausstellungen, Fußball-Film-Festival oder Pfingstfest – alle Termine finden sich auf einer Internetseite, die die Stadt eigens für das sportliche Großereignis eingerichtet hat. „Frankfurt. Das Herz des Frauenfußballs“ steht dort.
Verstecken muss sich die Stadt in Sachen fraulicher Fußballhistorie sicher nicht. „Wir hatten immer sehr erfolgreiche Vereine und der Frauenfußball wurde hier 1930 aus der Taufe gehoben“, berichtet ein Sprecher der Stadt mit Blick auf die damalige Gründung des „1. Deutschen Damen Fußballclubs“. Auch dessen Auflösung ein Jahr später konnte den Sturm der Frauen auf den Rasen zumindest langfristig nicht abgrätschen. Mit der Geschichte des Frauenfußballs in Frankfurt beschäftigt sich derzeit eine Ausstellung in der Kirchengemeinde Friedenskirche im Franfurter Stadtteil Gallus.
Der Frankfurter Sportdezernent Markus Frank (CDU) rechnet durch die WM mit einem weiteren Boom für die „Hauptstadt des Frauenfußballs“. Die nachhaltige Stärkung des Sports bezeichnet er als ein Ziel. Der beim Mannschaftssport vermittelte Teamgeist sei auch außerhalb des Platzes wichtig, zum Beispiel bei der Integration. Zudem wolle die Stadt sich selber präsentieren und von ihrer Schokoladenseite zeigen. „Frankfurt ist nicht nur die kalte Stadt der Banker“, fasst Frank zusammen.
Das lässt die Stadt sich durchaus etwas kosten. Zehn Millionen Euro werden nach Angaben des Sportdezernenten für die WM ausgegeben. Ein Zentrum der WM liegt auch am Main. Dort soll in den sogenannten Fußballgärten von morgens bis abends Programm geboten werden: „Essen, Trinken, Musik, Auftritte von Künstlern“, heißt es.
Auch ein großes Eröffnungfest unter dem Motto „Ballzauber“ am 25. Juni soll dort stattfinden. Die Tourismus + Congressgesellschaft Frankfurt (TCF) verspricht eine „Mischung aus Live-Performance, Video, Licht, Musik, Artistik und pyrotechnischen Effekten“. Details nennt Geschäftsführer Thomas Feda noch nicht; nur so viel: Es gebe eine große Bühne auf dem Main in Form eines Balls von 14 Metern Durchmesser, die sich öffnen und schließen lasse.
Allein für diese Party zum Auftakt rechnet Feda mit 200.000 bis 250.000 Besuchern in Frankfurt. Sportdezernent Frank geht in den drei Wochen der WM von 1,5 Millionen Gästen auf der Fanmeile am Main aus. Zudem finden vier Partien in Frankfurt statt: zwei Gruppenspiele, ein Halbfinale und das Finale.
Die Polizei blickt dem Ereignis nach Angaben von Sprecher Jürgen Linker trotzdem entspannt entgegen. Vor der WM der Männer im Jahr 2006 habe es Befürchtungen wegen Hooligans gegeben, sagt er. Solche Sorgen hinsichtlichmöglicher Gewalt gebe es jetzt nicht. Die ganze Situation sei viel angenehmer.
Einen friedlichen Verlauf und eine spannende Zeit wünscht sich Sportdezernent Frank von der WM – und natürlich eine Weltmeisterinnenfeier im Römer. Die hat er schon fest eingeplant. Ob die deutschen Fußballfrauen ihren Titel tatsächlich verteidigen können, und nach 2003 und 2007 zum dritten Mal in Folge Weltmeister werden können, zeigt sich beim Finale am 17. Juli.








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