Fussball-EM
Spanien gegen Kroatien - hier im Liveticker!
Spanien und Kroatien spielen um den Sieg in Gruppe C. Die Kroaten könnten bei einer Niederlage ausscheiden. Bei einem Unentschieden wären beide Teams im Viertelfinale. Verfolgen Sie das Spiel hier im Liveticker.
Danzig/Warschau. Die Frage kam schon auf, da hatte Spanien den tapferen Iren gerade eine Lehrstunde erteilt. Deren italienischer Nationaltrainer Giovanni Trapattoni betonte: "Ich glaube an das Gute im Menschen und dass gewisse Dinge nicht passieren werden." Mit "gewissen Dingen" meinte der 73-Jährige eine mögliche Absprache zwischen Spanien und Kroatien, die am Montagabend in Danzig ( 20.45 Uhr hier im Liveticker ) in der Gruppe C bei einem 2:2 beide sicher für das Viertelfinale qualifiziert wären.
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Leidtragende wären einmal mehr die Italiener, die schon bei der Europameisterschaft 2004 durch ein 2:2 zwischen Dänemark und Schweden ausgeschieden waren. Italiens Trainer war damals Giovanni Trapattoni. Die Debatte um die Frage der Ehre wurde nun vor allem in italienischen Medien populistisch aufgegriffen. Empörte Reaktionen aus dem kroatischen wie spanischen Lager folgten auf dem Fuße.
"Es ist respektlos, überhaupt darüber zu reden. Das stellt unsere Professionalität infrage", sagte Spaniens Torjäger Fernando Torres. Der kroatische Trainer Slaven Bilic wurde noch deutlicher: "Das ist doch das Gleiche wie mit dem Rassismus. Wir sind Sportsmänner, Väter, tolerante Leute. Wir müssen ehrlich sein", sagte er auf der Abschlusspressekonferenz in Danzig und appellierte an die Medien: "Bitte vertraut uns einfach, Wenn das Spiel am Ende 2:2 ausgeht, dann ist es so, weil es so ist."
Bilic wirkte genervt auf die unzähligen Nachfragen, zumal der kroatische Fußballverband aufgrund erneuter Rassismus-Vorwürfe gegen einige "verrückte Fans" (Bilic) nebenbei noch ganz andere Sorgen hat. Bilic verurteilte die rassistischen Äußerungen und Handlungen der Fans am Rande des zweiten Gruppenspiels gegen Italien (1:1) aufs Schärfste: "Ich bin enttäuscht. Als Kroate, als Vater, als Sportsmann, als jemand, der aus einem modernen Staat kommt, in dem jeder willkommen ist", sagte der 43-Jährige: "Wir dürfen das nicht kleinreden. Sie müssen bestraft werden, um sie für immer zu stoppen."
Viel erfreulichere Nachrichten gab es nach der offiziellen Vertragsverlängerung von Vicente del Bosque im Lager der Spanier - aber auch beim Welt- und Europameister sollte der Sport im Vordergrund stehen. "Lasst uns nicht über den Vertrag reden. Wir haben große Aufgaben vor uns", sagte der Cheftrainer.
Das überraschende EM-Aus der russischen Nationalmannschaft hat auch die letzten Traumtänzer wachgerüttelt. "Das war ein Wake-Up-Call. Wir müssen von der ersten Minute an wach sein", sagte etwa Torres. Russland hatte nach zwei Spieltagen in Gruppe A wie Spanien in Gruppe C die Tabelle mit vier Punkten angeführt, war am Samstag aber nach dem 0:1 gegen Griechenland ausgeschieden.
Zumindest die Taktikdebatte haben die Spanier mit dem mühelosen Sieg gegen Irland nach dem 1:1 gegen Italien vorerst beendet. Eine wirkliche Standortbestimmung wird allerdings erst das Spiel gegen die starken Kroaten: "Wir dürfen nicht zu selbstsicher sein", warnte del Bosque. Deshalb spricht außer den drohenden Gelbsperren unter anderem gegen die Außenverteidiger Jordi Alba und Alvaro Arbeloa sowie Torres wenig dafür, dass der Coach die gegen Irland erfolgreiche Aufstellung ändert.
Zumal der von Torjäger Mario Mandzukic angeführte Gegner vor Selbstbewusstsein nur so strotzt. Im "wichtigsten Spiel der heutigen Generation" könne Spanien mit "23 kämpfenden Löwen" rechnen, kündigte Kapitän Darijo Srna an. Mandzukic war sich ohnehin sicher, "dass wir morgen Abend sehr glücklich sein werden".
Bilic, der nach der EM zum russischen Klub Lokomotive Moskau wechseln wird, setzt auf die erfolgreiche Startelf der beiden ersten Spiele. Mittelfeldstar Luka Modric soll das mit bisher vier Treffern kongeniale Sturmduo Nikica Jelavic und Mandzukic mit präzisen Pässen versorgen. Modric hat zudem ein weiteres Eisen im Feuer ausgemacht. Irlands Stürmer Robbie Keane versprach dem Mittelfeldstar via SMS, "nicht ohne Punkt nach Hause zurückzukehren". Verlassen wollen sie sich im kroatischen Lager darauf aber nicht wirklich. (dapd)
Voraussichtliche Mannschaftsaufstellungen
Kroatien: 1 Pletikosa – 11 Srna, 5 Corluka, 13 Schildenfeld, 2 Strinic – 8 Vukojevic – 7 Rakitic, 10 Modric, 20 Perisic – 17 Mandzukic, 9 Jelavic. Trainer: Slaven Bilic
Spanien: 1 Iker Casillas – 17 Alvaro Arbeola, 3 Gerard Pique, 15 Sergio Ramos, 18 Jordi Alba – 8 Xavi Hernandez, 14 Xabi Alonso, 16 Sergio Busquets – 21 David Silva, 9 Fernando Torres, 6 Andres Iniesta. Trainer: Vicente del Bosque
Es fehlen: – /
Schiedsrichter: Wolfgang Stark (Deutschland)
Direkter Vergleich: 2 Siege Spanien – 1 Unentschieden – 1 Sieg Kroatien
Letztes Spiel: 2:1 für Spanien am 7. Juni 2006 (Testspiel)
















