18.06.12

Stimmen zum deutschen Sieg

Die Presse jubelt: "Deutschland schreitet triumphal voran"

Das Ausland berichtet ehrfürchtig von der "deutschen Walze", Griechenland politisiert das Duell. Hollands Medien titeln: "Oranje, schäm dich"

Foto: dpa

Der deutsche Siegtorschütze Lars Bender (l.) jubelt nach dem 2:1 gegen Dänemark gemeinsam mit Miroslav Klose

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Hamburg. DFB-Präsident Wolfgang Niersbach stimmte auf dem Rückflug von Lwiw nach Danzig Lobeshymnen auf die deutsche Elf an. "Euer Zusammenhalt ist phänomenal. Ich kann euch nur aufrufen, in diesem Geist weiterzumachen. Ihr seid ein phantastisches Team, und ihr sollt wissen, dass ganz Deutschland hinter euch steht. Was ihr geleistet habt, ist außergewöhnlich und alles andere als selbstverständlich", sagte der Boss voller Stolz. Europas Medien feiern die Elf von Bundestrainer Joachim Löw nach der perfekten Gruppenphase mit drei Siegen aus drei Spielen und fürchten den unaufhaltsamen Gegner. Für die Dänen schien es, als hätte Deutschland mit einem Mann mehr gespielt, Italiens "Corriere dello Sport" glaubt, die DFB-Elf hätte auch mit Pantoffeln spielen können. Die Pressestimmen:


DÄNEMARK


Berlingske Tidende: "Dänemark hat erneut ehrenvollen Einsatz gezeigt, aber Deutschland war zu groß. Den dänischen Jungs wurde zugejubelt, als hätten sie gewonnen - und das haben sie auf eine Art auch: An Respekt von Fußball-Europa für ihre Art, Fußball mit Herz zu spielen. Deutschland ist eine Mannschaft mit Weltklassespielern auf jeder Position. In den ersten 45 Minuten schien es, als hätten sie einen Mann mehr auf dem Platz gehabt. Wenn Özil den Ball hatte, legte er im Bruchteil einer Sekunde einen Plan vor und war damit ein ständiger Unruheherd."

Ekstrabladet: "Die furchtlosen Wikinger werden nach Hause geschickt - mit hoch erhobenem Haupt. Dänemark war nur neun Minuten lang im Viertelfinale. Wir haben eine noch recht junge Mannschaft, eine Mannschaft mit Zukunft - die das Pech hatte, auf ein Deutschland zu treffen, das sehr lange nicht mehr so gut war. Mit ihrem Passspiel kamen die Deutschen der Perfektion nahe. Am Ende ist die totale Offensive ausgeblieben - und das war ein klarer Fehler von Olsen."

Jyllandsposten: "Ein heftiger Niederschlag! Am Anfang wussten die dänischen Spieler gar nicht, wem von den Deutschen sie zuerst folgen sollten. Dann waren sie zwischendurch nur ein Tor davon entfernt, Deutschland rauszuwerfen. Next stop - Rio. Die Auftritte geben Hoffnung für die Zukunft. Diese Generation ist auf einem guten Weg, die EM war noch nicht der Kulminationspunkt. Das muss nun in Brasilien geschehen."


GRIECHENLAND

Sportday: "Die 'Panzer' sollen in die Liste der griechischen Opfer aufgenommen werden. Wir haben es schon gegen Frankreich (2004), gegen Portugal (2004) und gegen Russland (2012) geschafft. Jetzt ist es Zeit, auch gegen Deutschland zu gewinnen."

Live Sport: "Deutsche Panzer auf unserem Weg. Deutschland hat auch das dritte Gruppenspiel gegen Dänemark gewonnen."

Ethnos: "Der Santos-Plan für Deutschland: Euro-Austritt!"

Adesmeftos Typos: "Der griechische Fußball ist gesünder als die griechische Politik. Und jetzt schickt Deutschland aus der Euro."

Goalnews: "Griechenland kann niemand aus der Euro rausschmeißen. Die Bankrotten sind da! Jetzt bringt uns Frau Merkel."

Gavros: "Frau Merkel sei bereit. Du bist als Nächste dran."

Protothema: "Noch ein Wunder! Wir sind immer noch dabei. Die Ära 2004 ist zurück. Deutschland wir kommen."

Sentragoal: "Griechenland stirbt nie. Der Geist von Rehhagel, Maestro Santos auf der Bank und das Tor von Karagounis haben uns ins Viertelfinale gebracht."


POLEN

Onet: "Deutsche Walze - die Olsen-Bande ist draußen."

Sport: "Deutschland entwaffnet Danish Dynamite."

Gwizdek: "3 Spiele, 3 Siege: Deutschland in der Todesgruppe ohne Punktverlust."


FRANKREICH

L'Equipe: "Sogar das Glück ist deutsch. Den Deutschen gelingt einfach alles. Zusammen mit Spanien sind sie aufgrund ihrer Spielqualität ohnehin schon der Favorit dieses Turniers, und nun begleitet sie seit acht Tagen auch noch dieses Quäntchen Glück, das man braucht."


ENGLAND

The Sun: "Vorsicht, Europa! Die Deutschen sind wieder auf dem Vormarsch, und sie meinen es wirklich ernst. Sie rollen einfach über jeden hinweg, der ihnen im Weg ist und scheinen dazu bestimmt, sich bis ins Finale durchzuschlagen."

Daily Mirror: "Bender wie Beckham. Lars Bender erspart Deutschland ein Schock-Aus bei der Euro."

Daily Telegraph: "Drei Siege aus drei Spielen - und eine beachtliche Form. Es wird eine besondere Mannschaft brauchen, um Deutschland an einem vierten EM-Titel zu hindern."

Guardian: "Deutschland spielt jetzt gegen Griechenland, das in jeder Hinsicht das Gefühl haben dürfte, es habe noch eine Rechnung mit Deutschland offen."

Independent: "Die Deutschen geben den Griechen Grund zum Optimismus. Sie gewinnen die Gruppe B, aber sie tun es mit einer Vorstellung, die so vorsichtig und passiv war, dass sie an einem anderen Abend womöglich ausgeschieden wären."


ITALIEN

Gazzetta dello Sport: "Nur die Deutschen schaffen die Qualifikation mit vollen Punkten. Also ja, Merkel wird die Griechen wiederfinden. Löw hat keinen seiner Stammspieler geschont. Die Mannschaft hat sofort die Führung des Matches mit einer für die Gegner fast spöttischen Leichtigkeit übernommen".

Corriere dello Sport: "Deutschland nimmt sich alles. Drei Spiele und drei Siege für Löw. Deutschland schreitet triumphal in dieser EM voran. In Danzig werden die Deutschen gegen die Griechen spielen müssen, die derzeit die Landesleute von Frau Merkel nicht besonders lieben. Löws Mannschaft ist stark und solide, von großer technischer Qualität. Ein Großteil des Spiels hat Deutschland in Pantoffeln spielen können".

Tuttosport: "Podolski und Bender vernichten Dänemark. Auch im letzten Spiel der ersten Runde bleibt Deutschland seinem Ansehen von schrecklicher Ernsthaftigkeit und effizienter Solidität treu. Deutschland startet mit dem bestmöglichen Kader, macht seine Pflicht und gelangt siegessicher zum Viertelfinale mit seinem dritten Erfolg in Serie".

Corriere della Sera: "Deutschland ist so stark, dass sich Dänemark verletzt hingeworfen hat, ohne überhaupt vorher verletzt worden zu sein. Die dänische Truppe hat nicht einmal versucht, gegen die Deutschen zu gewinnen. Deutschland hat von Anfang an entschlossen gespielt. Die Resultate sind das Ergebnis einer technisch-taktischen Überlegenheit".

La Repubblica: "Grande Germania mit herrlichem Spiel und ohne Gnade dominiert die Todesgruppe und ist noch lange nicht am Ende. Deutschland spielt weiterhin dieselbe DVD ab: Kraft und Phantasie, Intensität und nötige Härte. Die Deutschen wissen gar nicht, was Angst bedeutet."


Stimmen zum Aus der Niederlande:


De Volkskrant: "Oranje macht sich in schwarzer Stimmung davon. Schwarz gekleidet, passend zur Betrübtheit, schloss die niederländische Elf am Sonntag die Türen der Todesgruppe der Euro 2012 hinter sich zu. Ruhmlos war der Abzug nach der dritten Niederlage in Folge, dem vermutlich letzten Spiel unter Bondscoach Bert van Marwijk."

Algemeen Dagblad: "Oranje abgeschminkt, die Niederlande erleben die schlechteste EM aller Zeiten. Das erneuerte Oranje konnte den Misserfolg nicht verhindern. Oranje verlor verdient gegen Portugal und muss zum ersten Mal seit 32 Jahren von einem großen Turnier nach der Gruppenphase Abschied nehmen. Oranje war einfach nicht gut genug für die wahrscheinlich schwerste Gruppe dieser Europameisterschaft."

De Telegraaf: "Oranje, schäm dich! Historisch schwacher Auftritt verursacht Katerstimmung im ganzen Land. Ohne einen einzigen Punkt geholt zu haben, verlässt Oranje mit eingezogenem Schwanz die Europameisterschaft in Polen und der Ukraine. So endet die EM für die Niederlande das erste Mal seit 1980 wieder in der Gruppenphase."

Spits: "Die Niederlande heulen. Betretene Kleinkinder waschen sich plärrend die geschminkten Flaggen von den Wangen (...). Enttäuschung. Wut. Alles, was einmal Oranje war, ist jetzt wütend."

nrc.next: "Dieses Ausscheiden ist die schlechteste Leistung, die die Niederlande jemals in einer Endrunde gezeigt haben. Es kommt selten vor, dass eine Mannschaft, die im vergangenen Jahr noch die Weltrangliste anführte, so schnell ihren Ruf ruiniert, wie es Oranje in den vergangenen Monaten tat."

Trouw: "Erneuertes Oranje kann Abgang durch die Hintertür nicht verhindern. (...) Oranje verlor vollkommen verdient gegen Portugal, wodurch es sich erstmals seit 32 Jahren bereits nach der Gruppenphase von einem großen Turnier verabschieden muss. In der europäischen Endrunde war vom Finalteilnehmer der letzten Weltmeisterschaft wenig übriggeblieben. Wie und mit wem Oranje auch spielte, es war in der schwersten Gruppe dieser EM nicht gut genug."

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