Fussball-EM
Spanien gegen Irland - hier im Liveticker!
Ob mit oder ohne Stürmer: Spanien hat Sieg im "Duell der Systeme" gegen Irland eingeplant. Verfolgen Sie das Spiel hier im Liveticker.
Danzig. Giovanni Trapattoni musste gar nicht nachdenken. "Also ich habe noch nie ohne Stürmer gespielt. Und da heißt es immer, Trap spielt so defensiv", sagte der irische Nationaltrainer mit einem breiten Grinsen im Gesicht am Mittwoch in Danzig. Der 73-Jährige muss wohl mit ein bisschen Ironie auf die Dauerdiskussion im spanischen Lager blicken, denn er ist lange genug im Geschäft, um genau zu wissen: Egal, wen sein Trainerkollege Vicente del Bosque ( 20.45 Uhr hier im Liveticker ) im Spiel gegen Irland aufstellt – die irische Defensivmauer braucht ein Wunder, um von der Offensive des Titelverteidigers nicht schon vorzeitig nach Hause geschickt zu werden.
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"Eine Mannschaft wie Spanien muss da rausgehen und drei Punkte holen", lautete etwa die klare Ansage des spanischen Mittelfeldspielers Jesus Navas. Irland, mit null Punkten Schlusslicht der Gruppe C, soll auf dem Weg zum "Titel-Hattrick" nicht mehr sein als ein Aufbaugegner, gegen den nach dem 1:1 gegen Italien der erste Turniersieg gelingen soll. "Wir wissen, dass wir jetzt in der Verantwortung stehen. Wir müssen das Spiel gewinnen", sagte del Bosque. Und daran werde weder der zu trockene Rasen in Danzig noch die Aufstellung etwas ändern.
Das zweite Dauerthema handelte der spanische Coach recht schnell ab: "Ich gehe davon aus, dass die UEFA am Donnerstag um 20.45 Uhr für einen guten Rasen sorgen wird." Glaubt man der Wettervorhersage von Trapattoni, wird am Donnerstag ohnehin Regen für die nötige Bewässerung sorgen. "Ich habe das wirklich gehört", sagte der irische Coach lachend: "Und wenn nicht, werden wir zustimmen." Das italienische Lager hatte im Auftaktspiel in Danzig angeblich aus Kalkül die Erlaubnis für eine weitere Bewässerung untersagt.
Auf "ein, zwei Positionen" will Trapattoni umstellen. Wie aber del Bosques Team aussehen werde, das ließ der 61-Jährige weder beim Abschlusstraining in Gnewin am Mittwochmorgen noch bei der abschließenden Presserunde durchblicken. Ein wenig genervt wirkte del Bosque eher nach Dutzenden Nachfragen zu dem leidigen Thema und versuchte, ein Machtwort zu sprechen: "Ich verstehe die Debatte. Aber ich muss meine Entscheidung nicht verteidigen", sagte er. Bisher sei lediglich ein Spiel gespielt worden: "Und in einem Spiel kann doch nicht jeder spielen."
Es passte nur zu gut, dass der gegen Italien auf die Bank verbannte Torjäger Fernando Torres im Abschlusstraining nach einem Hattrick am Vortag genau wie Herausforderer Alvaro Negredo mehrfach traf. Mit tosendem Applaus wurden die sehenswerten Tore im strahlenden Sonnenschein von Gnewin belohnt. Ob einer der beiden Torjäger oder der dritte Stürmer Fernando Llorente aber wieder für Cesc Fabregas in die Startelf rücken werden, gilt als genauso offen wie die Aufstellung im heiß umkämpften Mittelfeld.
"Ich weiß es schon. Und ich habe so entschieden, dass das Team gut gegen Irland spielen kann", sagte del Bosque. Denn eines ist schon am Tag vor dem Spiel klar: "Unser Ziel ist es, das Finale zu erreichen – und es zu gewinnen", sagte Mittelfeldspieler Sergio Busquets.
Vom Titel träumen bei den Iren wohl nur die Tollkühnsten, denn deren Defensive wurden beim 1:3 gegen Kroatien nach zuvor 14 Spielen ohne Niederlage die Grenzen deutlich aufgezeigt. "Wir glauben weiter an unsere Mannschaft und daran, dass wir gegen jedes Team der Welt bestehen können", sagte Robbie Keane kämpferisch. Wie sein Trainer klammert sich der Rekordtorschütze an die alte Weisheit, "dass im Fußball manchmal verrückte Dinge passieren".
Als Vorbild will der Außenseiter den FC Chelsea sehen, der erst glücklich ins Champions-League-Finale einzog und das fast genauso glücklich auch noch gewann. "Sie hatten in dem Spiel eine Chance, und die hat gereicht", sagt Trap. Doch dem "Tiki-Taka" der Spanier spielt Irlands mittelalterliche Mauer-Taktik wohl eher noch zusätzlich in die Karten. "Wenn der Gegner defensiv spielt, dann haben wir mehr Platz für unser Passspiel", drohte Busquets. Ob mit oder ohne Stürmer, ist dann auch schon egal.

















