Fussball-EM
Frankreich gegen England - hier im Liveticker!
Frankreichs Ribery vor dem Topduell: "Wir fangen wieder an, Angst zu verbreiten". Verfolgen Sie das Spiel hier im Liveticker.
Donezk/Krakau. Seinen britischen Humor hat sich Roy Hodgson bewahrt. Es sind wahrlich nicht wenige Probleme, die den 64 Jahre alten Nationaltrainer Englands vor dem EM-Auftaktspiel gegen Frankreich am heutigen Montag ( 18 Uhr hier im Liveticker ) plagen. Wer ersetzt Wayne Rooney? Wie fit sind die englischen Patienten? Wie sehr stören die Diskussionen um Rio Ferdinand? "Aber abgesehen davon sieht es doch ganz gut aus", sagte Hodgson auf der Abschlusspressekonferenz am Sonntag – und lachte verschmitzt.
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Naivität ist dem erfahrenen Coach natürlich nicht vorzuwerfen. Er weiß, welch schwere Aufgabe ihn und seine Spieler am Montag in Donezk erwartet. Nach Ausreden sucht er nicht. Auf die Frage, ob die extreme Hitze von über 30 Grad ein Problem sei, sagte Hodgson: "In England wird es ja auch hin und wieder ziemlich heiß."
Die Zielstellung ist klar umrissen: die Vormachtstellung in Gruppe D. "Wir gehen in dieses Spiel, um zu gewinnen", sagte Ashley Young: "An einen Punkt denken wir erst gar nicht." Auch Mittelfeldspieler Stewart Downing erklärt selbstbewusst: "Wir fürchten die Franzosen nicht."
In der englischen Heimat ist die Euphorie dagegen stark gedämpft. Vom ersten Titel seit 46 Jahren spricht kaum jemand. Hodgson ohnehin nicht. Dafür hat der Capello-Nachfolger vor seinem ersten Punktspiel als englischer Trainer zu große Probleme: "Wir waren bislang nicht gerade vom Glück gesegnet." Er ist erst seit fünf Wochen im Amt und musste mit Frank Lampard, Gareth Barry und Gary Cahill bereits drei verletzte Leistungsträger aus seinem EM-Kader streichen. Zudem bleiben Zweifel an der Fitness seiner Defensive.
Abwehrchef John Terry (Oberschenkelverletzung) und Linksverteidiger Ashley Cole (Magen-Darm-Grippe) haben sich zwar rechtzeitig wieder fit gemeldet, mussten zuvor aber lange pausieren. Noch schlimmer trifft die Engländer das Fehlen von Rooney, der wegen einer Rot-Sperre aus der Qualifikation erst im dritten Spiel gegen die Ukraine auflaufen kann. Hinzu kommen die Störfeuer aus englischen Medien, da Hodgson Verteidiger Rio Ferdinand nicht nominiert hat.
Doch auch Frankreich, das offensiv zuletzt mit Franck Ribery und Karim Benzema überragte, traut seiner Abwehr noch nicht ganz über den Weg. Und so kreisten die Diskussionen immer wieder um den verletzten Knöchel des Mittelfeldmanns Yann M'Vila, dessen Part vor der Abwehr gegen England wohl der erfahrene Alou Diarra übernehmen wird. "Wir haben in der Qualifikation sehr gut verteidigt und werden das auch am Montag zeigen", sagte Keeper Hugo Lloris selbstbewusst. Doch Frankreichs Öffentlichkeit sorgte sich auch um das angeblich zu hohe Gewicht von Philippe Mexes vom AC Mailand. Laurent Blanc sah sich zu einer unverblümten Richtigstellung genötigt. "Ich kann ihnen versichern, dass sich in unserem Kader einige befinden, die fetter sind als er", sagte der Teamchef über seinen bulligen Innenverteidiger mit dem blonden Pferdeschwanz.
Der Ballast der Vergangenheit, den das französische Nationalteam abwerfen muss, ist beträchtlich. "Frankreich befindet sich immer noch im Wiederaufbau", sagte Blanc am Sonntag und wies eine Favoritenrolle weit von sich. Denn seit dem WM-Halbfinale 2006 sind die Franzosen ohne Sieg bei einem großen Turnier. 2008 und 2010 kam das verfrühte Aus jeweils nach drei Partien. "Aber das ist jetzt alles vergessen. Wir fangen wieder an, Angst zu verbreiten", sagt Ribery, den nach drei Toren zuletzt in Testspielen auch die Fans wieder lieb haben. Der Grund für den Optimismus des Bayern-Angreifers: Frankreich ist seit 21 Spielen ungeschlagen. (dapd)
















