08.06.12

EM 2012

Griechen verderben Polens EM-Party - Russland Tabellenführer

Russland ist nach dem 4:1-Erfolg gegen Tschechien Tabellenführer der Gruppe A. Polen und Griechenland trennten sich im EM-Auftaktspiel 1:1.

Foto: REUTERS
Russlands Stürmer Roman Pawljutschenko feiert seinen Treffer zum 4:1-Endstand. Teamkollege Alan Dsagojew (r.), Torschütze zum 3:1, freut sich mit ihm
Russlands Stürmer Roman Pawljutschenko feiert seinen Treffer zum 4:1-Endstand. Teamkollege Alan Dsagojew (r.), Torschütze zum 3:1, freut sich mit ihm

Warschau/Breslau. Griechenland ist seiner Rolle als Partyschreck einmal mehr gerecht geworden und hat die polnische EM-Euphorie im Keim erstickt, Russland unterstrich zum Auftakt der EURO 2012 in Polen und der Ukraine seine Ambitionen eindrucksvoll: Die Sbornaja setzte sich in Breslau mit 4:1 (2:0) gegen den Erzrivalen Tschechien durch und ist damit nun überlegener Tabellenführer der Gruppe A. Im EM-Eröffnungsspiel hatten sich zuvor Co-Gastgeber Polen und die Hellenen 1:1 (1:0) getrennt.

Alan Dsagojew in der 15. und 79., Roman Schirokow in der 24. und Roman Pawljutschenko in der 82. Minute schossen vor 40.803 Zuschauern in Breslau den Sieg Russlands, des EM-Halbfinalisten von 2008, heraus. Der künftige Wolfsburger Vaclav Pilar (52.) traf zum zwischenzeitlichen 1:2-Anschlusstor für die Tschechen, deren Star-Keeper Petr Cech von Champions-League-Sieger FC Chelsea bei den Gegentoren machtlos war.

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Nach deutlicher Überlegenheit in der ersten Hälfte kamen die tschechischen Spieler um das Bundesliga-Trio Michal Kadlec (Bayer Leverkusen), Petr Jiracek (VfL Wolfsburg) und Roman Hubnik (Hertha BSC) in den zweiten 45 Minuten zwar zunächst besser ins Spiel. Allerdings konnten die Tschechen trotz des schnellen Anschlusstreffers dem Spiel keine Wende mehr verleihen. Doppeltorschütze Dsagojew und der eingewechselte Pawljutschenko, der das 3:1 vorbereitet hatte, entschieden die Begegnung.

Starker 4:1-Erfolg: Russland tanzt "Cech-ien" aus

Im Auftaktmatch hatte in Unterzahl Dimitrios Salpingidis (50.) nach dem frühen Führungstreffer durch Dortmunds Robert Lewandowski (17.) mit dem Ausgleichstreffer den historischen ersten Sieg der konsternierten polnischen Co-Gastgeber verhindert. Es hätte sogar noch schlimmer kommen können für die Polen: Kapitän Georgios Karagounis vergab in der 71. Minute einen berechtigten Foulelfmeter für Griechenland - Ersatztorhüter Przemyslaw Tyton parierte. Stammkeeper Wojciech Szczesny war nach seiner Notbremse (68.) gegen Salpingidis vom Platz geflogen.

+++ EM-Auftaktspiel: Griechenland wird Polens Partyschreck +++

Der Coup der Griechen, Europameister von 2004 unter Trainer Otto Rehhagel, war zugleich der verdiente Lohn für die Moral und Angriffslust des Teams von Trainer Fernando Santos, das nach einem Platzverweis für Sokratis von Werder Bremen (44., Gelb-Rot) vorübergehend in Unterzahl spielen musste. Ab der 68. Minute waren dann auch die Polen dezimiert: Szczesny sah für sein Foul im Strafraum die Rote Karte von Schiedsrichter Carlos Velasco Carballo (Spanien).

Schon bei der EM-Endrunde 2004 hatte der damals krasse Außenseiter Griechenland den Spielverderber für den EM-Gastgeber gespielt. Erst gewann die Mannschaft von Trainer Otto Rehhagel das Eröffnungsspiel gegen Portugal (2:1), im Endspiel setzten sich die Hellenen dann erneut gegen die Iberer (1:0) durch. Diesmal dämpften die widerspenstigen Griechen die Euphorie der 56.070 Zuschauer im neuen Nationalstadion von Warschau, wo die Polen durch das Vergeben zahlreicher hochkarätiger Chancen den Sieg verschenkten.

In Breslau dominierten die Russen fast nach Belieben. Mit überfallartigen Angriffen und häufigen Tempowechseln stürzten sie das tschechische Team um Kapitän Tomas Rosicky (früher Borussia Dortmund) von einer Verlegenheit in die andere. Dabei waren die tschechischen Spieler eigentlich gut ins Spiel gekommen, doch nach dem Rückstand verloren sie den Faden und waren mit den beiden Gegentreffern vor der Pause noch gut bedient. Gegen die schnellen Schirokow und Andrej Arschawin sahen sie aus, als hätten sie Blei in den Schuhen.


Die Statistik

Polen: Szczesny – Piszczek, Wasilewski, Perquis, Boenisch - Murawski, Polanski – Blaszczykowski, Obraniak, Rybus (70. Tyton) - Lewandowski

Griechenland: Chalkias – Torosidis, Sokratis, A. Papadopoulos (37. K. Papadopoulos), Holebas – Maniatis, Katsouranis, G. Karagounis - Ninis (46. Salpingidis), Samaras – Gekas (68. Fortounis)

Schiedsrichter: Carlos Velasco Carballo (Spanien)

Zuschauer: 58.145

Tore: 1:0 Lewandowski (17.), 1:1 Salpingidis (51.)

Gelbe Karten: Holebas, G. Karagounis

Gelb-Rot: Sokratis (44./wiederholtes Foulspiel)

Rot: Szczesny (68./Notbremse)

Besondere Vorkommnisse: Tyton (Polen) hält Foulelfmeter (71.) von Karagounis (Griechenland)


Russland: Malafejew - Anjukow, Beresuzky, Ignaschewitsch, Schirkow - Schirokow, Denisow, Syrjanow - Dsagojew (84. Kokorin), Arschawin - Kerschakow (73. Pawljutschenko). - Trainer: Advocaat

Tschechien: Cech - Gebre Selassie, Hubnik, Sivok, Kadlec - Plasil, Jiracek (76. Petrzela) - Pilar, Rosicky, Rezek (46. Hübschman) - Baros (85. Lafata). - Trainer: Bilek

Schiedsrichter: Howard Webb (Rotherham)

Zuschauer: 40.803

Tore: 1:0 Dsagojew (15.), 2:0 Schirokow (24.), 2:1 Pilar (52.), 3:1 Dsagojew (79.), 4:1 Pawljutschenko (82.)

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