"Wir haben genug Moral"
Der VfL Bochum sieht sich vor dem Kellerduell gegen den Hamburger SV psychologisch im Vorteil.
Bochum - Fünf Abstiege in zwölf Jahren härten ab, doch nicht nur wegen dieser einmaligen Bilanz sieht sich der VfL Bochum vor dem Krisengipfel gegen den Hamburger SV (Sa., ab 15 Uhr ) psychologisch im Vorteil.
Der sonst so zurückhaltende VfL-Trainer Marcel Koller setzt den HSV vor dem Duell zwischen dem Tabellen-16. und -17. der Bundesliga sogar vorsichtig unter Druck.
"Der HSV hat andere Möglichkeiten und auch andere Ansprüche. Dort hat man sicher nicht damit gerechnet, in den Abstiegskampf verwickelt zu werden. Kann gut sein, dass das Einfluss auf den mentalen Zustand der Mannschaft hat. Zumindest hoffen wir das", sagte Koller.
Dem Schweizer ist nicht verborgen geblieben, dass beim HSV die Nerven blank liegen.
Wort "Abstieg" beim HSV tabu
Letzter Schachzug von Trainer Thomas Doll war die klare Anweisung an die Spieler, das Wort "Abstieg" nicht in den Mund zu nehmen.
Entsprechend legt Koller den Finger in die größte HSV-Wunde: "Hamburg hat einmal in den letzten 22 Spielen gewonnen. So etwas setzt sich in den Köpfen der Spieler fest."
Koller: "Wir haben genug Moral"
Dass seine eigenen Profis dem Druck standhalten werden, steht für den VfL-Coach außer Frage: "Wir haben genug Moral, weil wir in den letzten Spielen gesehen haben, dass wir auch nach schwierigen Situationen zurückkommen können. Wichtig wird auch am Samstag wieder sein, den Platz umzuwühlen und den Abstiegskampf anzunehmen."
Dass Koller dabei nur zu gerne auf das kuriose 4:3 gegen Eintracht Frankfurt verweist, ist ebenso verständlich wie fragwürdig.
Schon fünf Bochumer Heimniederlagen
Ihren letzten Heimsieg hatten die Bochumer weniger der eigenen Stärke als vielmehr dem Unvermögen der Frankfurter zu verdanken. Auch der zweiten Sieg der Saison vor eigenem Publikum, ein 2:1 gegen Arminia Bielefeld, kam äußerst glücklich zustande.
Die restlichen fünf Heimspiele gingen verloren, nach drei dieser Niederlagen forderten viele der erbosten VfL-Fans die Entlassung des Trainers.
Knappe Niederlage auf Schalke
Doch der Schweizer konnte sich immer der Unterstützung der Klubführung sicher sein, vor allem deshalb, weil die Mannschaft nach jeder Heimpleite auswärts eine positive Reaktion gezeigt hatte.
Auch nach dem Sieg gegen Frankfurt verpasste der VfL bei Tabellenführer Schalke 04 (1:2) in Unterzahl nach der Roten Karte gegen Abwehrspieler Heiko Butscher nur knapp den Ausgleichstreffer.
Zdebel fordert zwei Heimsiege
Doch allen Beteiligten in Bochum ist klar, dass ohne Heimsiege der sechste Abstieg seit 1993 nicht zu verhindern ist. Kapitän Thomas Zdebel fordert deshalb zwei Heimsiege vor Weihnachten.
Letzter Gegner in der Hinrunde ist am 15. Dezember Borussia Mönchengladbach, das bislang mit Abstand schwächste Auswärtsteam der Liga. Zdebel: "Wenn wir diese beiden Spiele gewinnen, wäre die Hinrunde wenigstens noch einigermaßen gerettet."
Ein wenig durchatmen konnten die Bochumer schon am Mittwoch. Die zuletzt angeschlagenen Stürmer Theofanis Gekas und Zvjezdan Misimovic meldeten sich ebenso gesund im Mannschaftstraining zurück wie Philipp Bönig und Oliver Schröder.






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