Heynckes mit dem Latein am Ende?
Vor dem Stuttgart-Spiel gibt der unter Druck stehende Gladbacher Trainer mehr oder weniger zu, dass er seine Spieler nicht erreicht.
Mönchengladbach - Der Traumjob droht zum Albtraum zu werden: Die im Sommer umjubelte Rückkehr von Trainer Jupp Heynckes zu Borussia Mönchengladbach könnte schon im Winter enden.
Der Weltmeister von 1974 steht beim fünfmaligen deutschen Meister nach sechs Begegnungen ohne Sieg vor dem Gastspiel beim VfB Stuttgart am Sonntag (ab 17.30 Uhr ) gewaltig unter Druck.
Seine verunsicherten Spieler nimmt der 61-Jährige nach drei Heimpleiten in Serie aber in Schutz.
"Ich kann keinen Druck aufbauen. Diesem ist die Mannschaft nicht gewachsen. Gehen wir zu ernsthaft an die Sache heran, besteht die Gefahr, dass der ein oder andere verkrampft", sagte Heynckes.
Hilferuf von Heynckes
Ein Rezept gegen den Negativtrend hat er nicht. "Ich versuche alles einzubringen, was ich als Trainer über viele Jahre praktiziert habe. Aber im Moment antwortet und reagiert die Mannschaft nicht entsprechend", gibt Heynckes im "Express" zu.
"Ich mache mir viele Gedanken, versuche tagtäglich Trainingsreize zu setzen, schwerpunktmäßig zu arbeiten. Nur das greift im Moment nicht."
Keine eingespielte Mannschaft
Heynckes hat in dieser Saison bereits 25 Spieler eingesetzt, immer wieder wechselte er sein System.
Die Mannschaft konnte sich bisher - auch wegen zahlreicher Verletzungen - noch nicht einspielen, präsentierte sich nur selten als eine kompakte Einheit und scheiterte zudem im Pokal beim Regionalligisten VfL Osnabrück.
Daher meint auch der ehemalige Torjäger nach nur einem Punkt aus sechs Auswärtsspielen: "Wir sind nicht so blauäugig, dass wir nicht wissen, dass wir im Abstiegskampf stecken."
Problemfall Insua
Um aus der unteren Tabellenregion herauszukommen, muss Heynckes so schnell wie möglich die Personalie Federico Insua in den Griff bekommen.
Der für rund vier Millionen Euro verpflichtete Spielmacher aus Argentinien konnte die Erwartungen bisher nicht erfüllen, zuletzt verzichtete Heynckes mehrfach in der Startformation auf seinen Hoffnungsträger.
Der 26-Jährige forderte daraufhin mehr Vertrauen vom Trainer. In Stuttgart könnte Insua eine neue Chance erhalten, denn Kreativität suchte man im Gladbacher Offensivspiel zuletzt vergeblich.
"Heynckes ist der richtige Trainer"
Aus der Vorstandsetage erhält Heynckes noch Rückendeckung.
"Er ist ein guter Trainer, doch es fehlt ihm ein bisschen das Glück. Er ist der richtige Trainer, der die Mannschaft formen kann. So wie wir es vor der Saison besprochen hatten", sagte Präsident Rolf Königs, der aber ergänzte: "Wir wollen nicht auf einem Abstiegsplatz überwintern."
Seit Königs Amtsantritt im April 2004 ist Heynckes nach Holger Fach, Dick Advocaat und Horst Köppel bereits der vierte Coach in Gladbach.
Nur noch ein Heimspiel bis zur Winterpause
Auch Peter Pander stärkt Heynckes vorerst den Rücken. "Wir sprechen nicht über, sondern mit dem Trainer", sagte der Sportdirektor im Gespräch mit Sport1.de.
Doch nach dem Absturz auf Platz 14 und nur einem Zähler Vorsprung vor den Abstiegsrängen helfen Heynckes vor der Winterpause in den Auswärtsspielen (Stuttgart, Bayern München, VfL Bochum) und im einzigen Heimspiel (FSV Mainz 05) nur noch Punkte weiter.






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