Brasilianischer Fußballstar
Kunstschütze Roberto Carlos beendet seine Karriere
Der 39-Jährige verabschiedet sich mit einem Spiel zwischen seinem Klub Anschi Machatschkala und Real Madrid in Richtung Management.
Moskau. Mit seinen trickreichen Freistößen versetzte er Gegenspieler und Zuschauer gleichermaßen ins Staunen, jetzt hängt er die Fußballerschuhe endgültig an den Nagel: Der frühere Weltmeister Roberto Carlos hat seine Karriere als Profi offiziell für beendet erklärt. Das gab der 39-Jährige auf einer Pressekonferenz in der Nähe von Moskau bekannt. Verabschieden will sich der brasilianische Weltmeister von 2002 mit einem Spiel zwischen seinem letzten Klub Anschi Machatschkala und Real Madrid, wo der einstige Weltklasse-Linksverteidiger elf Jahre spielte und drei Mal die Champions League gewann. Es soll nach seinem Willen in Machatschkala ausgetragen werden.
Der früher gefürchtete Freistoß-Schütze soll ins Management von Anschi aufrücken. Das sagte der frühere russische Nationaltrainer Guus Hiddink, der Anschi erst im Februar als Coach übernommen hat. "Glücklicherweise wird Roberto eine Rolle übernehmen, um den Club in der Region Dagestan und in ganz Russland voranzubringen." Der schwerreiche Klubbesitzer Suleiman Kerimow hatte bereits im letzten Jahr gesagt, Carlos solle nach seiner Profi-Karriere als weltweiter Botschafter des Vereins aus Dagestan arbeiten. Auch der 125-malige Nationalspieler Brasiliens hatte zuletzt von einem bereits fertig ausgearbeiteten Vertrag für einen Anschlussposten bei Anschi gesprochen.
Roberto Carlos' Vertrag bei Anschi lief eigentlich noch bis 2013. Im März war der heute 39-Jährige allerdings von seinem Club für den Rest der Saison aus dem Kader gestrichen worden. In der vergangenen Saison hatte Carlos in Russland nach der Entlassung von Coach Gadschi Gadschijew sogar interimsweise als Spielertrainer beim Klub aus der russischen Teilrepublik Dagestan fungiert. Nachdem er sich danach auf seine Aufgaben als Spieler konzentriert hatte, war er im Frühjahr bei Anschi ins zweite Glied gerutscht.
Bekannt war Carlos vor allem für seine wuchtigen Freistöße. Aufsehen erregte vor allem ein Geniestreich aus dem Jahr 1997: Damals jagte der Brasilianer in einem Länderspiel gegen Frankreich einen ruhenden Ball mit viel Effet in Richtung Toraus, ehe sich das Leder im letztem Augenblick noch Richtung Innenpfosten uns schließlich ins Tor drehte.
Roberto Carlos spielte über ein Jahrzehnt für Real Madrid (1996 bis 2007), wurde viermal spanischer Meister und gewann dreimal die Champions League. Für Brasilien nahm der Linksverteidiger an drei Weltmeisterschaften (1998, 2002, 2006) teil. Anfang 2011 hatte er Corinthians São Paulo verlassen und bei Anschi angeheuert.
Das Traumtor gegen Frankreich im Video (1997):
Mit Material von dpa und sid
















