Bayern München
Beckenbauer kritisiert Robbens egoistisches Jubel-Ritual
Der Niederländer sei unhöflich, weil er nach einem Torerfolg lieber seine Familie grüße, als sich beim Vorlagengeber zu bedanken.
In der Kritik: Der Gestus Arjen Robbens stößt "Kaiser" Franz Beckenbauer teilweise bitter auf
Foto: dpa
München. Arjen Robben geht es bei Bayern München weiter an den Kragen - zumindest verbal: Nachdem der niederländische Nationalspieler bei den jüngsten Spielen des deutschen Fußball-Rekordmeisters von Trainer Jupp Heynckes auf die Bank verbannt worden war, lässt nun Bayerns Ehrenpräsident Franz Beckenbauer kaum ein gutes Haar an Robben.
Vor allem im anhaltenden Egoismus des 28-Jährigen Mittelfeldstars sieht Beckenbauer großes Konfliktpotenzial. "Allein die Reaktion, wenn er mal ein Tor schießt: Er rennt er nicht zu dem, der ihm die Vorlage gegeben hat, wie das höflichkeitshalber normalerweise der Fall sein sollte, sondern zu seinen Familienmitgliedern. So lässt er die Mannschaft hinter sich her laufen. Das sind gefährliche Entwicklungen“, sagte Beckenbauer auf "Sky“. Seine Anerkennung habe sich Robben "teilweise verspielt. Er muss ein bisschen mannschaftsdienlicher denken“.
Eigentlich waren Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und Heynckes am Wochenende bemüht, die Diskussion um den Superstar und derzeitigen Edel-Reservisten zu beruhigen, aber der "Kaiser“ goss weiteres Öl ins Feuer. "Die Anerkennung hat er teilweise verspielt. Er ist ein Egoist, wie viele andere auch“, sagte Beckenbauer bei der Talkrunde Sky90.
Robben wolle momentan "nicht wahrhaben, dass er noch nicht die Klasse hat wie vergangene Saison“, führte Beckenbauer fort. Dennoch glaubt der 66-Jährige, dass der zuletzt zweimal auf die Reservebank verbannte Superstar "seine Form wieder finden wird. Er braucht wieder ein Erfolgserlebnis“. Wenn der Mittelfeldspieler wieder im Vollbesitz seiner Kräfte sei, "dann hat er keine Konkurrenten, auch einen Thomas Müller nicht.“ Der Nationalspieler hatte zuletzt für Robben auf der rechten Flügelposition gespielt und für deutlich mehr Schwung gesorgt.
Rummenigge und Heynckes ganz entspannt
Robben hatte im Pokal-Viertelfinale gegen Stuttgart (2:0) die komplette Spielzeit auf der Bank verbracht. Nach dieser Degradierung war er am Sonnabend beim 2:0 gegen Kaiserslautern in der 56. Minute für Müller eingewechselt worden und hatte für einigen Schwung gesorgt. Bisher hat er seine unbefriedigende Situation noch nicht kommentiert.
Rummenigge meinte derweil, dass der FC Bayern "entspannt, sehr sachlich und nicht emotional“ mit der Geschichte umgehe, "und dass macht auch der Spieler sehr gut. Er ist sehr professionell.“ Der Bayern-Boss stellte dem Niederländer deshalb abermals eine Verlängerung des 2013 auslaufenden Vertrags in Aussicht. Erste Gespräche zwischen Sportdirektor Christian Nerlinger und Robbens Vater Hans hat es bereits gegeben.
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Auch Heynckes hatte Robbens Reaktion gegen den FCK herausgestellt. "Er war hochmotiviert. Das war sehr positiv“, sagte Heynckes und ergänzte: "Wir brauchen in den nächsten Wochen jeden sehr guten Spieler. Wenn Arjen in Topform ist, ist er ein Weltklassespieler.“
Den Mitspielern geht die Diskussion um Robben anscheinend auf die Nerven. "Kein Spieler sitzt gerne draußen, aber wir müssen nicht jeden Tag darüber sprechen“, sagte Torjäger Mario Gomez, "wir sind nicht elf, die spielen, und dagegen die sieben auf der Bank - wir sind eine Mannschaft.“
Streit um Robben-Länderspiel: Niersbach springt Bayern bei
Unterdessen will Wolfgang Niersbach von Kritik an Bayern München wegen deren Testspiel gegen die niederländische Fußball-Nationalmannschaft nichts wissen. "Die Bayern haben sich korrekt verhalten“, sagte der designierte DFB-Präsident laut einer Vorabmeldung der "Sport-Bild“, vom Montag. "Der FC Bayern hat einen Vertrag mit Infront abgeschlossen, den der DFB selbstverständlich zu respektieren hat.“ In dem Vertrag haben sich die Münchner verpflichtet, beim Testspiel am 22. Mai mit allen Nationalspielern anzutreten.
Bundestrainer Joachim Löw befürchtet erhebliche Störungen der EM-Vorbereitung der Nationalmannschaft, wenn die Münchner Spieler abgestellt werden müssen. Das Testspiel zwischen Bayern München und der niederländischen Nationalelf war vereinbart worden, um die Münchner für den langen Ausfall von Arjen Robben nach dessen Verletzung bei der WM 2010 zu entschädigen.
Mit Material von sid und dapd








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