Nach 2:0 in Stuttgart
Henyckes über Schweinsteiger: "Ein Ausfall wäre fatal"
Bastian Schweinsteiger musste in Stuttgart wegen einer Verletzung am Sprunggelenk vom Platz und soll heute untersucht werden.
Bange Blicke: Bayern Münchens lange verletzter Nationalspieler Bastian Schweinsteiger hat sich im Viertelfinale des DFB-Pokals beim VfB Stuttgart (2:0) erneut verletzt
Foto: Getty
Stuttgart. "Nicht schon wieder": Dieser oder ein ähnlicher Gedanke dürfte nicht nur Bastian Schweinsteiger selbst durch den Kopf geschossen sein, als der Mittelfeldspieler im Zweikampf mit Georg Niedermeier in der Anfangsphase des DFB-Pokalviertelfinales seines FC Bayern beim VfB Stuttgart einen Tritt auf den Knöchel spürte. Wenige Spielzüge später musste der Spiellenker in der 17. Minute den Platz verlassen - Verdacht auf Sprunggelenksverletzung. Ob und wie lange Schweinsteiger ausfällt, war zunächst nicht bekannt. "Wir müssen die genaue Untersuchung am Donnerstag abwarten“, sagte Bayern-Sportdirektor Christian Nerlinger. Die Bilder lassen aber eine längere Pause befürchten. Das empfand auch Jupp Heynckes so: "Man weiß noch nichts, aber das sieht nicht gut aus", sagte der Bayern-Trainer bei "Sky". "Ein Ausfall wäre fatal. Wir müssen abwarten, ich hoffe, dass es nicht ganz so schlimm ist.“ Nationalspieler Schweinsteiger hatte schon Ende vergangenen Jahres wegen eines Schlüsselbeinbruchs zwei Monate gefehlt und sein Team war danach in die Krise gerutscht.
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Abgesehen vom Schweinsteiger-Verlust haben die Bayern in Stuttgart ihre Mini-Krise beendet: Nach einer überzeugenden Vorstellung darf der Rekordpokalsieger weiter vom Triple träumen. Vier Tage nach dem Verlust der Bundesliga-Tabellenspitze zog das Heynckes-Team mit einem souveränen 2:0 (1:0) beim Lieblingsgegner ins Halbfinale des DFB-Pokals ein. Franck Ribery (30.) und der Ex-Stuttgarter Mario Gomez (46.) erzielten die Tore am 46. Geburtstag von VfB-Trainer Bruno Labbadia.
60.000 Zuschauer in der ausverkauften Stuttgarter Arena erlebten schon vor dem Anpfiff die erste Überraschung. Superstar Arjen Robben saß beim hochfavorisierten Gast vorerst nur auf der Bank, WM-Torschützenkönig Thomas Müller blieb in der Startformation. Eine überraschende taktische Variante von Chefcoach Heynckes, die sich als spielentscheidend erweisen sollte.
"Das war der erste Schritt. Es war zwar nicht perfekt, aber so kann es weitergehen. Ganz wichtig war die Art und Weise, wie wir gespielt haben“, sagte Torschütze Gomez. Auf der Gegensatz war Schlussmann Sven Ulreich enttäuscht: "Uns hat der Mut gefehlt. Vorne haben wir wenig zustande gebracht. Der Bayern-Sieg war verdient, für uns war es ein kleiner Rückschritt.“
Müller bereitet Tore vor
Nach einer halben Stunde passte Müller nach einer schnellen Kombination von rechts mustergültig in die Mitte, wo Ribery nur noch zum 1:0 einzuschieben brauchte. 32 Sekunden nach dem Wiederanpfiff traf Gomez ebenfalls auf Vorarbeit von Müller zum 2:0. Damit war im neunten Pokal-Duell der beiden Klubs der achte Bayern-Sieg perfekt.
Zu diesem Zeitpunkt war Bayerns Mittelfeldchef Schweinsteiger mit einer Bänderverletzung am rechten Sprunggelenk längst in den Katakomben verschwunden. Doch gegen die überforderten Stuttgarter steckte der deutsche Fußball-Rekordmeister das Aus für Schweinsteiger hervorragend weg. Das lag an dem neben dem in neuer alter Rolle wie verwandelt auftretenden Müller vor allem am überragenden Toni Kroos.
Auch Kroos überzeugt
Der Jungstar sprühte nach der Rückkehr auf seine Lieblingsposition hinter den Spitzen förmlich vor Spielfreude. Fast alle gefährlichen Aktionen der kämpferisch wie spielerisch stark verbesserten Gäste liefen über Kroos, der bei einem Lattenschuss (20.) und einer weiteren Großchance (45.) selbst einen Treffer auf dem Fuß hatte.
Blaues Auge für Labbadia
Bei Stuttgart fiel nur das blaue Auge von Geburtstagskind Labbadia auf, das er durch einen Streifschuss im Training erlitten haben soll. Ansonsten waren die in der Bundesliga seit sieben Spielen sieglosen Stuttgarter in allen Belangen unterlegen und konnten gegen die aggressiveren Gäste kaum Chancen herausspielen. Nur nach einem Schuss von Neuzugang Vedad Ibisevic (63.) zappelte der Ball im Netz, der Fünf-Millionen-Mann hatte jedoch zuvor Bayern-Keeper Manuel Neuer gefoult.
Bayern brachte danach den nach dem schwachen Rückrundenstart eminent wichtigen Sieg routiniert nach Hause und bleibt neben Meisterschaft und Champions League auch im Pokal weiter im Titelrennen.
Statistik
Stuttgart: Ulreich - Boulahrouz, Tasci, Niedermeier, Molinaro - Kvist, Gentner (83. Holzhauser) - Okazaki (57. Harnik), Schieber (70. Hajnal) - Ibisevic, Cacau. - Trainer: Labbadia
München: Neuer - Rafinha, Boateng, Badstuber, Lahm - Schweinsteiger (17. Alaba), Luiz Gustavo - Thomas Müller, Toni Kroos (89. Timoschtschuk), Ribery (83. Olic) - Gomez. - Trainer: Heynckes
Schiedsrichter: Florian Meyer (Burgdorf)
Tore: 0:1 Ribery (30.), 0:2 Gomez (46.)
Zuschauer: 57.500
Beste Spieler: Ulreich - Ribery, Kroos
Gelbe Karten: Ibisevic, Schieber - Boateng (2), Ribery
Mit Material von sid und dapd








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