Fussball
Nationalelf will sich mit Hamburg versöhnen
Deutschlands Fußballelite ist in der Hansestadt angekommen. Das Verhältnis zwischen Fans und Profis ist seit dem letzten Auftritt angespannt.
Seltenes Bild im Victoria-Stadion: Lars Bender (Bayer), Mats Hummels (BVB), Benedikt Höwedes (Schalke) sowie Mario Götze (BVB, v. l.) beim Training
Foto: Getty
Hamburg. Das erste Mal mussten die sieben Autogrammjäger, die gestern seit den frühen Morgenstunden vor dem Side-Hotel Hamburg Stellung bezogen hatten, um exakt 10.58 Uhr ihre Stifte zücken. Die Enttäuschung war allerdings kaum zu übersehen, als an der Drehbahn 49 aus dem Mercedes-Kleinbus mit den verdunkelten Scheiben lediglich Torwarttrainer Andreas Köpke und Assistenztrainer Hans-Dieter Flick ausstiegen. So musste die überschaubare Gruppe von Fans der deutschen Nationalmannschaft eine weitere Stunde warten, ehe um kurz vor zwölf Uhr mit Lukas Podolski, André Schürrle, Simon Rolfes und Lars Bender tatsächlich die ersten Fußballer ankamen. "Ich freue mich auf diese Länderspielwoche. Ich war noch nie privat in Hamburg und hoffe, dass wir auch Zeit haben, die Stadt zu erkunden", sagte Schürrle, der sich aus dem Rheinland-Quartett noch die meiste Zeit für die Fans nahm.
Sightseeing dürfte in der Länderspielwoche, die als Höhepunkte die Testspiele gegen die Ukraine in Kiew am Freitag und gegen die Niederlande in Hamburg am Dienstag bereithält, in der Prioritätenliste von Bundestrainer Joachim Löw allerdings weit hinten angesiedelt sein. Neben der Feinabstimmung auf dem Weg zur Europameisterschaft im kommenden Jahr sollen die Tage in der Hansestadt auch zur Versöhnung mit den zuletzt unzufriedenen Hamburger Fans genutzt werden. "Wir wünschen uns die Unterstützung der Hamburger und hoffen, dass wir sie mit guter Leistung zurückzahlen können", sagte Oliver Bierhoff, der sich noch bestens an den wenig ruhmreichen letzten Auftritt der Nationalmannschaft in Hamburg erinnern kann.
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Ziemlich genau zwei Jahre ist es her, als sich die deutsche Auswahl zuletzt in Hamburg präsentierte. Beim höhepunktarmen 1:1 gegen Finnland enttäuschte sie aber auf ganzer Linie. Die lautstarken Pfiffe im Stadion kamen damals allerdings im DFB-Tross überhaupt nicht gut an. "Für dieses Verhalten habe ich kein Verständnis. Wir haben eine tolle WM-Qualifikation gespielt, und dann werden wir nach dem Erfolg in Moskau so behandelt", kritisierte der damalige Mannschaftskapitän Michael Ballack. DFB-Manager Bierhoff stand ihm zur Seite: "Es ist bedenklich, wenn so früh schon Unmutsäußerungen aufkommen. Zudem hatte ich das Gefühl, dass einige unserer Spieler bewusst ausgepfiffen wurden, was angesichts der am Ende souveränen WM-Qualifikation eine Respektlosigkeit ist."








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