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Fußball

FC Bayern München

Jupp Heynckes ist zurück an der Säbener Straße

Beim dritten Amtsantritt in München verspricht Henyckes einen neuen FC Bayern. Zum Trainingsstart empfing der Trainer aber nur eine Rumpftruppe.

Mittendrin, statt nur dabei: Jupp Heynckes erklärt seinen Spielern Nils Petersen (l.), Diego Contento (2.v.r.) und Bastian Schweinsteiger (r.) die Laufwege
Foto: dpa/DPA

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München. Jupp Heynckes hatte nicht viel zu tun an seinem ersten Arbeitstag, gerade mal sieben Spieler durfte er zum ersten lockeren Aufgalopp begrüßen. Trotzdem. Die erste Trainingseinheit in seiner dritten Amtszeit bei Rekordmeister Bayern München war schweißtreibend, zwischenzeitlich musste sich der 66-Jährige sogar unterstellen. Kaiserwetter hatten sie ihm bestellt zum Empfang, dem großen "Don Jupp“, der so sehnlich erwartet wurde. "Ich freue mich wahnsinnig, dass wir ihn zurückgewinnen konnten“, sagte Sportdirektor Christian Nerlinger, musste aber gar nicht viele Begrüßungsworte geben. Heynckes hatte sich schnell eingefunden: "Ich fühle mich, als ob ich nach Hause gekommen bin.“

"Der FC Bayern wird ein anderer sein“

Einen kleinen Seitenhieb konnte sich der gebürtige Mönchengladbacher nicht verkneifen, als er das große Bayern-Podium das erste Mal nach seiner Amtszeit zwischen 1987 und 1991 und dem kurzen Engagement 2009 betrat: „Ich bin mit Leverkusen zwar nicht Meister geworden, aber es hat immerhin gereicht, um am Ende vor Bayern zu stehen“, scherzte er – dann aber lenkte der Ex-Bayer-Trainer den Fokus auf seine neuen Aufgabe: „Der FC Bayern wird ein ganz anderer sein als im vergangenen Jahr“, versprach er gleich zu Beginn. Für ihn sei es „eine reizvolle Aufgabe“, Bayern München der „beste Klub Europas“. Warum, das konnte der zweimalige Münchner Meistertrainer nicht in Worte fassen: „Das ist eine emotionale Sache, ich fühle mich einfach sauwohl. Das habe ich auch den Spielern gerade auf dem Platz gesagt.“

Trainingsstart ohne elf Nationalspieler

Richtig viele Spieler durften die emotionale Antrittsrede von Heynckes zunächst aber nicht miterleben. Ohne elf Nationalspieler startete das Training an der Säbener Straße. Ihren ersten Arbeitstag erlebten neben Heynckes und seinem Trainerteam Peter Hermann (Assistenz) und Toni Tapalovic (Torwart) aber auch die Neuzugänge Rafinha (CFC Genua) und Nils Petersen (Energie Cottbus). Zudem trainierte Nationalspieler Bastian Schweinsteiger nach auskuriertem Zehenbruch mit der Rumpftruppe. Der Rest der Mannschaft soll am Freitag zunächst zur Leistungsdiagnostik antreten, bevor am Samstag in der Münchner Arena offiziell die Saison eröffnet wird.

Champions League muss Anspruch sein

Viereinhalb Wochen Zeit bleiben Heynckes und seiner Truppe dann bis zum ersten Pflichtspiel im DFB-Pokal am 1. August bei Eintracht Braunschweig. „Bis dahin müssen wir eine relativ gute Form haben, beim Bundesligastart topfit sein, um dann in der Champions-League-Qualifikation wettbewerbsfähig zu sein“, gab Heynckes als Marschroute der Vorbereitung vor. Denn eine Sache wollte er gleich vorweg klären: „Wir sind der FC Bayern und es muss unser Anspruch sein, Champions League zu spielen.“ Vorteil sei, dass er als neuer Trainer keine Eingewöhnungszeit brauche: „Ich kenne die Spieler und den Klub sehr gut.“

Usami kommt, Boateng und Vidal sollen folgen

Eine weitere titellose Saison schloss man kategorisch aus. „Ich bin zuversichtlich, dass wir erfolgreich sind“, sagte Nerlinger, der die „besten Voraussetzungen“ geschaffen habe. Neben „Kampfsau“ Rafinha (Heynckes), dem „hochtalentierten“ Petersen und Nationaltorwart Manuel Neuer kündigte Nerlinger noch weitere Verpflichtungen an. Das japanische Offensivtalent Takashi Usami (Klub Gamba) wird für ein Jahr ausgeliehen, an Arturo Vidal (Bayer Leverkusen) und Nationalspieler Jerome Boateng (Manchester City) sei man weiterhin dran.

Allerdings spiele auch die Vernunft eine Rolle: "Exorbitante Transfersummen werden nicht bezahlt“, sagte Heynckes. Manchester City soll für Verteidiger Boateng angeblich 20 Millionen Euro fordern: "Die Summen sind utopisch“, sagte Nerlinger: "Wenn es da keine Bewegung gibt, bin ich sehr pessimistisch.“ Ähnlich sei die Entwicklung im Fall Vidal, dessen Transfer Leverkusens Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser bereits mehrfach ausgeschlossen hatte: "Wenn es heuer nicht klappt, dann eben nächste Saison“, sagte Heynckes. Zumindest David Alaba soll aber nach einer Saison in Hoffenheim ab Freitag wieder in München sein: "Ich gehe davon aus, dass er für uns spielt“, sagte Nerlinger.

Die Lederhose ist noch da

Heynckes zeigte sich zumindest über die bisherigen Einkäufe zufrieden, und obwohl das "Dream Team“ noch nicht ganz fertig gebaut ist, will er ab jetzt konzentriert arbeiten: "Die Mannschaft muss zurück in die Erfolgsspur finden“, sagte der 66-Jährige. Ob er im kommenden Jahr dreimal seine Lederhose für Feiereien auf dem Münchner Rathausbalkon tragen werde, wurde er prompt gefragt. "Ich habe die Lederhose noch, aber sie ist momentan ein bisschen weit“, sagte Heynckes nur und lachte.

 

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