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Fußball

Acht Fans in Bochum beim Zünden verletzt

Bengalisches Feuer: Das gefährliche Licht

Zuschauer im Nürnberger Gästeblock mit schweren Verbrennungen in Spezialklinik. DFL fordert harte Strafen. Aber was sind Bengalos überhaupt?

Gefahr im Nürnberger Block vor dem Spiel gegen Bochum: Fans entzünden bengalische Feuer, acht Personen werden verletzt.
Foto: Bongarts/Getty Images/Getty

Bochum/Hamburg. Wenn bengalische Feuer gezündet werden, ist gern von südländischer Begeisterung die Rede. Wie gefährlich diese Feuerwerkskörper jedoch sind, zeigte sich vor dem Spiel VfL Bochum gegen den 1. FC Nürnberg (0:0). Zwei Fans wurden mit schwersten Verbrennungen in Spezialkliniken eingeliefert, liegen auf der Intensivstation. Fünf weitere Personen erlitten ebenfalls Verbrennungen, einer eine Rauchvergiftung. Auch in anderen Stadien gab es in dieser Saison Zwischenfälle. Das Abendblatt beantwortet die wichtigsten Fragen.

Was sind bengalische Feuer, auch Bengalos genannt?

Ein farbiger oder weißer Flammensatz, der durch chemische Reaktionen entfacht wird. Ein Hauptbestandteil der Fackeln ist Magnesiumpulver. In der historischen Region Bengalen auf dem indischen Subkontinent wurden so einst Fürstenhöfe illuminiert. Eingesetzt werden die Fackeln auch als Notsignal in der Seefahrt. Im Internet sind Fackeln in mehreren Größen ab fünf Euro erhältlich.

Warum sind sie so gefährlich?

Beim Verbrennen von Magnesium entstehen Temperaturen bis 2500 Grad. Selbst ausgebrannte Fackeln können für Verbrennungen sorgen. Hochriskant ist vor allem, wenn Fans einfach das Pulver entzünden.

Wieso sind Bengalos bei vielen Fans so beliebt?

Die Fackeln erzeugen ein extrem grelles Licht, sorgen gerade bei Flutlicht für hohe Aufmerksamkeit. In Südosteuropa hat sich das Abbrennen fest eingebürgert. In deutschen Stadien brennen vor allem Gästefans diese Feuerwerkskörper ab.

Warum schreiten Ordnungsdienst und Polizei nicht ein?

Die Mitnahme von Feuerwerkskörpern ist strikt untersagt. Sie werden jedoch immer kleiner, haben mitunter nur noch die Größe von Zwei-Euro-Münzen. Daher sind die Ordner bei Einlasskontrollen fast machtlos. Die Täter nach dem Abbrennen zu verfolgen ist riskant. Rennen sie davon, kann im Rauch eine Massenpanik entstehen.

Welche Strafen drohen?

Die Taten werden als gefährliche Körperverletzung geahndet. Gegen die betroffenen Vereine ermittelt jetzt der DFB-Kontrollausschuss. Der VfL Bochum ist als Gastgeber verantwortlich, der 1. FC Nürnberg haftet für die eigenen Fans. Beide Klubs müssen mit hohen Geldstrafen rechnen.

Was sagt die DFL?

DFL-Geschäftsführer Holger Hieronymus fordert im Abendblatt harte Strafen: "Vorkommnisse wie am Wochenende schaden dem Fußball. Wir setzen uns daher für hohe und abschreckende Sanktionen im Rahmen der bestehenden Strafenkataloge ein und werden die Arbeit des DFB-Kontrollausschusses voll unterstützen. Neben begleitender Fanarbeit, für die die Liga Millionen ausgibt, werden wir mit den Klubs über zusätzliche Maßnahmen zur Umsetzung der Sicherheitsvorschriften sprechen." Der renommierte Sportjurist Christoph Schickhardt plädiert für Stadionverbote: "Für Krawallmacher darf in unseren Stadien kein Platz sein. Wir dürfen nicht zulassen, dass Rowdys unseren Fußball kaputtmachen."

Wie ist die Situation beim HSV und bei St. Pauli?

Der HSV musste für entsprechende Zwischenfälle bei den Spielen in Mainz und Stuttgart 10 000 Euro Strafe an den DFB zahlen. Fan-Vorstand Oliver Scheel: "Zumindest in einem Fall haben wir den Verursacher identifiziert und werden jetzt die Strafe einfordern." St. Pauli wurde nach Ausschreitungen in Cottbus und Rostock mit einer DFB-Buße von 20 000 Euro belegt.

Ist das legalisierte Abbrennen von Pyrotechnik unter Aufsicht ein Ausweg?

Dies wird in Fankreisen immer wieder diskutiert. "Für einen kontrollierten Einsatz von Pyrotechnik im Innenraum, mit Leuten, die wir kennen, sehe ich kein Problem", sagt Sven Brux, Sicherheitsbeauftragter des FC St. Pauli. Der HSV-Fanbeauftragte Mike Lorenz sieht es ähnlich. DFL und DFB lehnen dies jedoch als viel zu riskant ab. (we/ks/lwö/HA)

 

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