Anderlecht, Leverkusen, Anderlecht, Schalke - innerhalb von zehn Tagen entscheidet sich, wo es für den HSV in dieser Saison noch hingeht.

In den kommenden zehn Tagen spielt der Hamburger SV zunächst gegen den RSC Anderlecht mit Romelu Lukaku (l.), dann gegen Bayer 04 Leverkusen mit Stefan Kießling (2.v.l.). Es folgt erneut das Duell mit Anderlecht und Jonathan Legear, vier Tage später kommt Schalke 04 mit Kevin Kuranyi (r.) in die Arena nach Hamburg.

In den kommenden zehn Tagen spielt der Hamburger SV zunächst gegen den RSC Anderlecht mit Romelu Lukaku (l.), dann gegen Bayer 04 Leverkusen mit Stefan Kießling (2.v.l.). Es folgt erneut das Duell mit Anderlecht und Jonathan Legear, vier Tage später kommt Schalke 04 mit Kevin Kuranyi (r.) in die Arena nach Hamburg.
Foto: dpa/witters

Hamburg. 39 Pflichtspiele stecken den HSV-Akteuren in dieser Spielzeit bereits in den Knochen. Nach dem besten Saisonstart der Vereinsgeschichte zeigt der sportliche Trend bei den "Rothosen" allerdings nach unten. Wo die Hanseaten am Ende der Saison stehen, entscheidet sich aller Voraussicht nach in den kommenden zehn Tagen. Im Donnerstag-Sonntag-Rhytmus stehen nacheinander die Toppartien gegen den RSC Anderlecht, Bayer 04 Leverkusen, wiederum Anderlecht und den FC Schalke 04 an.

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Den Anschluss an die Spitze in der Bundesliga nicht verlieren und den Traum vom Europa-League-Finale in der eigenen Arena am 12. Mai am Leben zu erhalten, lautet die schwere Aufgabe für das Team von Trainer Bruno Labbadia. Da ist es nur zu verständlich, dass die Spieler Glückssiege wie gegen Hertha schnell abhaken. „Das Beste daran waren die drei Punkte“, sagte Torwart Frank Rost, „gegen Anderlecht werden es brisante und enge Partien. Wir müssen wieder versuchen, Tore für das Rückspiel vorzulegen.“ Auch Kapitän David Jarolim warnt vor dem belgischen Rekordmeister: „Das ist ein Topteam in Belgien, wichtig ist, das wir zu Hause kein Gegentor kassieren.“

33 Jahre nach seinem ersten Europapokal- Triumph kreuzt der Hamburger SV wieder die Klingen mit dem RSC Anderlecht – und will erneut jubilieren. Das Wiedersehen am Donnerstagabend (19.00 Uhr/Sat.1, Sky und im Live-Ticker bei abendblatt.de) in der Hamburger Nordbank- Arena gibt es diesmal jedoch schon im Achtelfinale der Fußball- Europa-League. Damit ist klar: Von einem nochmaligen Einzug ins Endspiel, dass am 12. Mai auch noch im Hamburger Stadion stattfindet, darf nach dem Rückspiel am 18. März nur noch ein Team träumen. „Wie fast alle Belgier habe auch ich das Spiel damals am TV verfolgt. Anderlecht war auf Augenhöhe mit den besten Teams Europas“, schwärmte RSC-Trainer Ariel Jacobs. Damals holte sich der HSV mit einem 2:0 im Finale den Europapokal der Pokalsieger.

In der Saison darauf jubelten die Belgier: In zwei knappen Duellen behielt Anderlecht die Oberhand. Die Belgier sind der Ansicht, erneut ebenbürtig zu sein. Fakt ist: Im Royal Sporting Club Anderlecht haben die Hamburger ein ähnliches Kaliber wie den PSV Eindhoven eine Runde zuvor erwischt. In der Jupiler League unangefochten an der Tabellenspitze mit zwölf Punkten Vorsprung vor dem FC Brügge, fegen die „Königlichen“ ebenso frech und unbekümmert durch die Europa League. Zuletzt wurde Spaniens Tabellensiebter Athletic Bilbao mit 4:0 gedemütigt. Da staunte selbst HSV-Stürmer Ruud van Nistelrooy, der sich mit Real Madrid so manches Mal die Zähne an Bilbao ausgebissen hatte.

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„Das kann Europa nur beeindrucken“, meinte der Niederländer und ergänzte: „Anderlecht war in den letzten Jahren in den europäischen Wettbewerben weg vom Fenster. Jetzt haben sie alten Glanz aufpoliert.“ Auch Trainer Bruno Labbadia zeigt Respekt vor dem Rivalen. „Anderlecht ist sehr gut organisiert. Das wir ein sehr enges Spiel“, sagte der 44-Jährige am Mittwoch. Endlich mehr als als nur Teilzeit-Arbeiter will van Nistelrooy sein. „Ich fühle mich gut“, sagte der Torjäger. Co-Trainer Eddy Sözer stimmte zu. „Er ist immer ein Thema“, meinte der Türke zu den Aussichten, den Niederländer in der Startelf zu sehen.

Van Nistelrooy hat die Spielweise des Rivalen bereits analysiert: „Anderlecht verteidigt im Block und greift auch im Block an. Das ist im Fußball sehr schwierig. Wir sind also gewarnt.“ Insider-Kenntnisse besitzt HSV-Abwehrspieler David Rozehnal, der zwei Jahre in Belgien für den FC Brügge spielte. „Sie sind ein großes Team in Belgien. Auch international gehören sie zum elitären Kreis“, meinte Rozehnal, der vermutlich auf den verletzten Jerome Boateng an seiner Seite verzichten muss. „Bei Jerome stehen die Chancen 40:60“, sagte Labbadia. Da auch Guy Demel wegen einer Gelb-Sperre aussetzen muss, beklagt Labbadia „wenig Optionen im hinteren Bereich“.

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Geradezu Wunderdinge werden über Anderlechts Stürmer Romelu Lukaku berichtet. Der 16 Jahre alte Belgier mit kongolesischer Abstammung ist mit seiner 1,90 Meter großen Zehnkämpfer-Statur ein Brecher. 16 Tore hat er bereits in Meisterschaft und Europa League in dieser Saison erzielt. Vereine aus England, Spanien und der Bundesliga sollen ein Auge auf den Wunderknaben geworfen haben. Sein Preis derzeit: zehn Millionen Euro. „Was er in seinem Alter leistet – Hut ab!“, lobte van Nistelrooy. „Er kann bei jedem Spiel den Unterschied machen.“ Das, allerdings, sagt man auch von van Nistelrooy.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Hamburger SV: Rost – Rincon, Rozehnal, Mathijsen, Aogo – Jarolim, Zè Roberto – Trochowski, Jansen – Petric, Elia

RSC Anderlecht: Proto – Deschacht, Mazuch, Juhasz, Gillet - Kouyate, Biglia, Van Damme – Kanu, Lukaku, Boussoufa

Schiedsrichter: Laurent Duhamel (Frankreich)

(dpa/sid/abendblatt.de)