Das ist bitter für den HSV: Erst flog das Team gegen Werder Bremen aus dem DFB-Pokal, jetzt auch noch aus dem Uefa-Cup. Beide Male war es ganz knapp.

Diego Uefa-Cup Frank Rost

Diego lässt HSV-Torwart Frank Rost mit seinem gefühlvollen Lupfer keine Chance - das 1:1. Der Werder-Brasilianer wird im Finale aber fehlen.
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Hamburg. Was für ein harter Kampf, was für eine Spannung, welch eine tolle Atmosphäre - und was für ein Drama! Bereits im DFB-Pokalhalbfinale am 22. April war Werder Bremen der große Spielverderber. Und auch dieses Mal konnte der Nordrivale den HSV auf dem Weg ins Finale stoppen: Nach dem 2:3 (Hinspiel 1:0) zieht die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf ins Uefa-Cup-Endspiel ein. Gegner am 20. Mai wird Schachtjor Donezk, das gegen Dynamo Kiew mit 2:1 im Rückspiel siegte. Nachdem der HSV auch in der Meisterschaft nur noch Außenseiterchancen hat, drohen die Hamburger am Ende einer großartigen Saison nun mit leeren Händen dazustehen. Eine weitere Niederlage am Sonntag in der Bundesliga in Bremen, und auch die Teilnahme an der Champions League würde in weite Ferne rücken. Aus dem Traum mit drei Titelgewinnen droht ein Albtraum zu werden.

Schon lange vor dem Anpfiff ging es hitzig her: Beim Anpfiff prangte ein riesiges Fanplakat auf den Tribünen: "Wir sind bereit, die Sinne sind wach, in der Hitze der Nacht da wird der Sieg nach Haus gebracht."

Der HSV spielte doch mit dem zuletzt angeschlagenen Alex Silva und wieder mit Mladen Petric. Beiden war allerdings deutlich anzumerken, dass sie noch gehandicapt waren. Silva hielt sich schon nach 20 Minuten den rechten Oberschenkel und blickte mehr zur Trainerbank als auf den Rasen. Und Petric fand im Angriff nicht statt.

Dafür sein Nebenmann Ivica Olic. Der rannte für zwei. Und erzielte die 1:0-Führung.

"Istanbul ist schöner als Berlin", sangen alle Hamburger. Aber Werder gab nicht nach. Auch die Bank kämpfte mit. Bei einem Auflaufen von Naldo, der von Mathijsen (im Strafraum) gestoppt wurde, forderten die Bremer Elfmeter. Der Uefa-Beobachter hatte viel zu tun.

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Dann wurden die Probleme auf dem Rasen sichtbarer - die mit Silva. Er wirkte angeschlagen, Aogo und Boateng liefen sich warm. Und die Probleme mit dem Brasilianer wurden beim 1:1 noch offensichtlicher. Pizarro und Diego spielten Doppelpass, Silva sah zu - der Ausgleich. Kurios: Der HSV-Mittelfeldspieler er konnte nicht sprinten, hatte keinen Antritt - aber er dirigierte seine Nebenleute, gab Tipps, was zu machen war.

Nach dem Bremer Tor war es naturgemäß etwas ruhiger im Stadion. Nur der Werder-Anhang skandierte lauthals: "Hier regiert der SV W." Was zutraf. Der Gast von der Weser diktierte das Spiel, der HSV ließ sich weit, zu weit in die eigene Hälfte zurückdrängen. Riskant, aber die Taktik ging zunächst auf. Das 1:1 hatte zur Pause bestand.

"Es liegt eine unheimliche Spannung in der Luft", schwärmte Bundestrainer Joachim Löw zur Pause, "beide Mannschaften haben ein ausgeglichenes Niveau, es gibt kaum Unterschiede. Dieses Spiel ist noch lange nicht entschieden. Der HSV wird sich jetzt womöglich zurückziehen, auf Konter spielen." Löw hatte recht. Die Bremer drängten nun immer stärker auf die Führung, während der HSV kaum noch gefährlich agierte.

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Die Endspielstimmung nahm mit jeder Minute zu. Spieler und Zuschauer wussten, dass nun jede Aktion die Entscheidung bringen könnte. Erst köpfte Pizarro ins Netz, doch der Peruaner stand hauchdünn im Abseits. Auf der anderen Seite hatten Pitroipa und Trochowski die erneute Führung auf dem Fuß.

Dass die Bremer schließlich doch das Spiel drehen konnten, als Rost einen 25-Meter-Schuss von Pizarro durch die Hände rutschen ließ, war nicht unverdient. Die Werder-Profis wirkten frischer, es machte sich doch bemerkbar, dass man angeschlagene Spieler wie Diego oder Özil hatte schonen können. Die HSV-Spieler wiederum hatten sich zu weit hinten reingestellt, zu passiv agiert. Als Baumann das 1:3 erzielte, schien alles entschieden, viele Fans wanderten ab. Nach Olics Anschlusstreffer keimte wieder etwas Hoffnung auf. Doch am Ende blieb grenzenlose Enttäuschung. Und Leere.