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Fußball-WM

Bundesliga

Kommentar: Rechtevergabe im Frauenfußball

Fans von Frauenfußball blicken meistens in die Röhre. Allein die Spiele der deutschen Nationalmannschaft werden in aller Breite mit Vor- und Nachbetrachtungen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gezeigt.

Ein Kameramann des öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders ZDF im Stadion
Foto: dpa/DPA

Während der Millionen-Poker um Übertragungsrechte für Fußball-Weltmeisterschaften der Herren und internationale Profiligen Bücher ebenso füllt wie die Medienseiten großer Zeitungen, blicken die Fans von Frauenfußball meistens in die Röhre. Die Spiele der deutschen Nationalmannschaft werden zwar, wie man es von den Männern gewohnt ist, in aller Breite mit Vor- und Nachbetrachtungen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gezeigt - von den Spielen in der Bundesliga findet man aber maximal vereinzelt im Regionalfernsehen Bilder. In der Regel ist das DFB-Pokalfinale, das bisher direkt vor dem Endspiel der Männer stattfand, die einzige Gelegenheit Vereins-Frauenfußball auf der Mattscheibe zu verfolgen.

So weit so uninteressant: Würde es auch nur eine kleine Chance geben, mit Profi-Frauenfußball Quote zu machen, die Sender würden sie wohl nutzen.

Ein wahres Ärgernis aber ist, dass die Deutsche Fußball Liga (DFL) die Übertragungsrechte an der Frauenbundesliga und der zweiten Liga, die in eine Nord und eine Süd-Staffel aufgeteilt ist, zusammen mit den Rechten für Länderspielübertragungen an die ARD und das ZDF verkauft hat. So ist es verboten, Bewegtbilder von Frauen-Bundesligaspielen aufzuzeichnen - die DFL schützt diese Rechte streng, obwohl in der Regel keine einzige TV-Kamera am Spielfeldrand steht. Folge: Selbst Studenten, die Bilder des Spiels HSV gegen Turbine Potsdam für ein Lehrprojekt aufzeichnen wollen, wurden zunächst abgewiesen. Der HSV-Pressesprecher wies darauf hin, dass gemäß der Rechtevereinbarung lediglich die Zuschauer und nach der Partie Interviews aufgenommen werden dürfen, mehr nicht. Eine Erlaubnis erteilte die DFL nach offizieller Anfrage lediglich für das Aufnehmen vereinzelter Spiele, nicht aber für die Veröffentlichung der Bilder - auch nicht ohne kommerzielle Hintergedanken im Internet.

Frauenfußball hat trotz der großen internationalen Erfolge der deutschen Kickerinnen (drei WM- und vier EM-Titel bei den vergangenen Turnieren) noch immer keine wahre Lobby in Deutschland. Das kann und wird sich nicht ändern, solange der Liga-Betrieb unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet. DFB-Präsident Theo Zwanziger verpasst keine Gelegenheit zu sagen und zu zeigen, dass ihm die Sportart am Herzen liegt. Wie aber soll sie dem neutralen Publikum an eben dieses wachsen, solange es nichts von ihr sieht?

Das Vergabesystem muss entbürokratisiert werden. Die DFL muss Kulanz zeigen, wenn Spielszenen gefilmt und veröffentlicht werden. Das stärkt die Marke und steigert letztendlich den Wert der Rechte.

 

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