03.06.12

Formel 1

Herber Rückschlag für Vettel: "Abbey" ist illegal!

Schock für Weltmeister Vettel: Sein Red Bull wurde für illegal erklärt. Bis zum nächsten Rennen am 10. Juni muss das Auto umgebaut werden.

Foto: dpa
Weltmeister Sebastian Vettel (r.) und ein Mechaniker tüfteln an seinem Red Bull
Weltmeister Sebastian Vettel (r.) und ein Mechaniker tüfteln an seinem Red Bull

Köln. Der nächste herbe Rückschlag im Titelrennen traf Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel auf dem heimischen Sofa. Der Automobil-Weltverband forderte das Team des 24-jährigen Heppenheimers auf, den Red Bull bis zum nächsten Rennen am 10. Juni in Montreal umzubauen und stellte damit faktisch fest: Der RB8, Vettels "Abbey", ist illegal.

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Ein echter Paukenschlag angesichts der Entwicklung der vergangenen Wochen. Gerüchte, die Löcher im Unterboden der Autos von Vettel und Teamkollege Mark Webber seien nicht regelkonform, hatte es bereits Ende April in Bahrain gegeben. Die FIA untersuchte das Auto mehrfach, Red Bull verwies auf Schriftstücke, die die Legalität des Wagens bestätigten. Kurios wirkt deshalb das Verbot der FIA mit dem Hinweis, Löcher im Unterboden seien generell nicht erlaubt.

Für Vettel ist die überraschende Kehrtwende ein echter Schock, denn diese Nachricht wirft ihn im ohnehin schon engen Titelkampf weit zurück. Nachdem der von Red Bull perfektionierte auspuffangeströmte Diffusor zur neuen Saison verboten worden war, verlor Vettels Auto schon seine Dominanz. Nun muss der Weltmeister, der aktuell drei Punkte hinter WM-Spitzenreiter Fernando Alonso (Ferrari) liegt, nicht nur einen weiteren Vorteil abgeben, der Umbau des Autos bringt auch eine große Ungewissheit mit sich.

Das Positive: die eingefahrenen Punkte wird Red Bull nicht verlieren. Nach dem letzten Rennen in Monaco hatten Ferrari und McLaren auf die angekündigten Proteste verzichtet. Die Teamchefs Stefano Domenicali und Martin Whitmarsh hatten jedoch lange bei den FIA-Delegierten vorgesprochen und sich danach auffallend siegessicher gezeigt.

Red Bull trifft das Urteil dagegen offenbar völlig unerwartet. Das österreichisch-britische Team hette sich sicher gefühlt und geglaubt, den Regelhütern ein Schnippchen geschlagen zu haben. Noch wenige Stunden vor dem Verbot hatte sich Teamchef Christian Horner zuversichtlich gezeigt. Dass die Konkurrenten die Legalität genialer Konstruktionen anzweifelten, sei das normale Spiel des Geschäfts.

"Ich denke, dass es sich dabei um eine Grauzone im Reglement handelt", hatte er bei Sky gesagt: "Unsere Interpretation bestimmter Regeln wurde von den technischen Kommissaren und den technischen Delegierten akzeptiert. Das hat die anderen Teams verärgert. Aber wir sind zuversichtlich, dass unser Auto vollständig dem Regelwerk entspricht." Vettel hatte in Monaco versichert: "Ich bin da ganz entspannt. Ich glaube, alles ist legal. Man versucht immer, unter den Teams etwas zu feilschen."

Die FIA ließ dagegen am Samstagnachmittag verlauten: "Nach Diskussionen in Monaco, bei denen klar wurde, dass einige Missverständnisse existierten, denken wir, dass es wichtig ist, unsere Position bezüglich eines Lochs in der Bodenplatte in jedem Bereich klarzustellen." Red Bull habe argumentiert, dass die Abtrieb generierenden Löcher an der betreffenden Stelle nicht explizit verboten seien. "Wir teilen diese Ansicht jedoch nicht und erklären explizit, dass Löcher in diesem Bereich nicht erlaubt sind", hieß es seitens der FIA.

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