Rennsport
Mark Webber neuer Formel-1-König in Monaco
Ein Novum in der Formel 1: Das sechste Rennen, der sechste verschiedene Sieger. Rosberg wurde Zweiter, das Aus kam für Schumacher.
Monte Carlo. Mark Webber hat im Spielerparadies Monte Carlo den Jackpot geknackt. Der Australier raste einen Tag nach seiner "geerbten" Pole Position mit einer fehlerlosen Vorstellung beim Rennen des Jahres zum Sieg und schrieb dadurch ein weiteres Kapitel Formel-1-Geschichte. Der nervenstarke Red-Bull-Pilot, der Nico Rosberg im Mercedes und Fernando Alonso im Ferrari in einem Herzschlagfinale auf die Plätze zwei und drei verwies, ist im sechsten WM-Lauf jetzt der sechste verschiedene Sieger. Eine derartige Serie hatte es in 62 Jahren Formel 1 zuvor noch nicht gegeben.
Webber liegt jetzt gleichauf mit seinem Teamkollegen Sebastian Vettel (beide je 73 Punkte) auf Rang zwei des WM-Klassements. Neuer Spitzenreiter mit drei Zählern mehr auf dem Konto ist Alonso. Vettel war im Reifenpoker dennoch ein Gewinner, auch wenn es nicht wie im Vorjahr zum Sieg reichte. Der Weltmeister, der seinen Boxenstopp länger als jeder andere Fahrer hinauszögerte, kämpfte sich nach einer tollen Aufholjagd vom neunten Startplatz noch bis auf Rang vier nach vorne. Für Webber war es der zweite Monaco-Sieg nach 2010 sowie der insgesamt achte seiner Karriere.
Michael Schumachers Hoffnung auf den ersten Podestplatz seit seinem Comeback erfüllte sich wieder einmal nicht. Einen Tag nach seiner überraschenden Bestzeit im Qualifying musste der Rekordweltmeister den Mercedes 13 Runden vor Schluss mit technischem Defekt (Benzindruck) in der Box abstellen. Schumacher hatte lange Zeit auf Rang sieben gelegen, doch nach den Problemen fiel er in der Schlussphase immer weiter zurück, bis er schließlich aufgab. Achter wurde Williams-Pilot Nico Hülkenberg. Deutsches Schlusslicht war erneut Timo Glock im technisch unterlegen Marussia auf dem 14. Rang.
Vor zwei Wochen war Pastor Maldonado noch der strahlende Held, doch in Monaco wurde der Williams-Pilot zum Pechvogel. Der sensationelle Sieger des Barcelona-Grand-Prix stand nach zwei Strafen nur in der letzten Startreihe. Damit nicht genug: Nach einem Unfall war der Arbeitstag des Venezolaners nach nur wenigen Sekunden vorbei.
Auch für Schumacher wäre das Rennen um ein Haar nach wenigen Metern beendet gewesen. Beim Versuch, den Franzosen Romain Grosjean zu überholen, wurde der 43-Jährige von dem Lotus-Piloten in die Leitplanke gedrückt. Während Grosjean nicht mehr weiterfahren konnte, blieb Schumacher mit dem leicht lädierten Silberpfeil auf der Strecke. Allerdings verlor er zwei Plätze und war nach der ersten Runde nur noch Achter.
Der Rekordweltmeister hatte am Samstag im Qualifying für Furore gesorgt, als er Bestzeit gefahren war. Doch trotz der schnellsten Runde reichte es für Schumacher nicht zur Pole Position. Wegen des Unfalls mit Bruno Senna beim Rennen zuvor in Barcelona wurde Schumacher in der Startaufstellung um fünf Plätze nach hinten strafversetzt.
Ganze vorne gab sich Webber, der die Pole Position von Schumacher geerbt hatte, keine Blöße. Der Australier, sonst kein guter Starter, blieb vor Rosberg und Hamilton. Einer der Nutznießer des chaotischen Auftakts war Sebastian Vettel, der sich vom neunten auf den sechsten Rang nach vorne schob. Der Weltmeister zögerte wie erwartet auch seinen Boxenstopp lange hinaus. Als die Top-Leute alle schon ihren Halt eingelegt hatten, blieb Vettel auf der Strecke und übernahm deshalb nach 32 Runden die Führung.
Mark Webber gewinnt den Großen Preis von Monaco
Schumacher fährt Bestzeit - Vettel schimpft
Doch 14 Runden später war es so weit, da musste auch Vettel einen neuen Satz Reifen aufziehen lassen. Der Weltmeister viel dadurch hinter Webber, Rosberg und Alonso auf Position vier zurück. An dieser Reihenfolge änderte sich trotz leichten Regens in einem spannenden Finale nichts mehr. (dapd/abendblatt.de)
















