Formel 1
Williams-Mitarbeiterin boykottiert Rennen in Bahrain
Anschließend wurde die Catering-Managerin entlassen. Sky wird aus Sicherheitsgründen keine Mitarbeiter nach Bahrain schicken.
SHANGHAI. Nach zahlreichen Medienvertretern hat offenbar auch die erste Team-Mitarbeiterin aus der Formel 1 das Rennen im Krisenstaat Bahrain boykottiert und ist dafür angeblich sogar entlassen worden. Wie die englischen Zeitungen Times und Telegraph berichten, habe sich eine Catering-Managerin des Williams-Teams aus politischen Gründen geweigert, mit nach Bahrain zu fliegen. Daraufhin sei das Arbeitsverhältnis beendet worden.
Williams wollte sich dazu nicht äußern. Das Verhalten der Mitarbeiterin wurde offenbar als Arbeitsverweigerung gewertet. Die Team-Angestellten haben in der Regel Verträge unterschrieben, mit der sie sich an der Teilnahme an allen 20 Rennen verpflichten. Auch bei McLaren würde eine Weigerung aus Sicherheitsgründen nicht akzeptiert werden. "Vergesst mal Bahrain, aber wenn ein Mitarbeiter zu mir kommen und sagen würde, er will nicht nach China oder wohin auch immer fliegen, dann geht das einfach nicht. Wenn du nicht im Rennsport arbeiten willst, solltest du nicht im Rennsport arbeiten", sagte Teamchef Martin Whitmarsh.
"Drei Tage der Wut": Lage in Bahrain weiter angespannt
Weltmeister Sebastian Vettel sieht dagegen keine großen Bedenken für die Reise, für ihn ist das Thema überbewertet. "Ich glaube, es wird schon okay sein", sagte er: "Es ist wie immer, es wird viel geredet. Wir habe schon ein paar Leute dort, die aufbauen, und die Strecke liegt ja ein wenig im Niemandsland, dort ist es bisher sehr ruhig. Es wird viel Tohuwabohu gemacht, aber ich habe kein Problem damit, dorthin zu gehen."
Derweil begannen am Sonntag die angekündigten Proteste in Bahrain, die die ganze Woche über andauern sollen. Im Gegensatz zu vorherigen Fällen gab es nach dieser Demonstration aber bisher keine Meldungen über Verletzte.
Unterdessen hat sich der Fernsehsender Sky dazu entschlossen aus Sicherheitsgründen keine Mitarbeiter nach Bahrain zu schicken. Der WM-Lauf soll aber dennoch von 14 Uhr an live im Abo-Kanal übertragen werden. "Die Situation ist zu unübersichtlich und zu gefährlich", erklärte am Montag Dirk Grosse von der Sky-Sport-Kommunikation zu dem Verzicht auf Personal am Rennort. "Die Sicherheit der Mitarbeiter geht vor".
Die Sky-Kommentatoren Jacques Schulz und Ex-Rennfahrer Marc Surer werden das Rennen aus dem TV-Studio in Ismaning übertragen. Dort läuft das Weltbild auf. Der Free TV-Sender RTL, der ebenfalls alle Formel 1-Rennen überträgt, will seinen Reporterstab hingegen nach Bahrain schicken. Das bestätigte der Privatsender auf Anfrage.
Allerdings hat auch RTL Probleme mit der politischen Situation in Bahrain. Der Auslandsreporterin Antonia Rados wurde nach eigenen Angaben das Einreisevisum verweigert. Das berichtete die bekannte Journalistin am Sonntag während der Live-Übertragung des Formel-1-Rennens aus Shanghai.
(sid/abendblatt.de)

















