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Formel1

Formel 1

"Es ging nicht viel mehr" - Vettel hinter Hamilton auf Platz zwei

Der frisch gebackene Weltmeister Vettel musste sich im Qualifying für den Großen Preis von Südkorea nur dem Briten geschlagen geben.

Echte Enttäuschung oder Pokerface? Formel-1-Doppel-Weltmeister Sebastian Vettel (Red Bull) musste beim Qualifying für den Großen Preis von Südkorea in Yeongam die Pole Position McLaren-Pilot Lewis Hamilton überlassen
Foto: dpa/DPA

Yeongam. Kleiner Rückschlag für Sebastian Vettel nach seinem Triumph von Japan: Bei seinem ersten Rennen als alter und neuer Formel-1-Weltmeister steht der Heppenheimer "nur" auf dem zweiten Startplatz. Der Brite Lewis Hamilton sicherte sich im Qualifying für den Großen Preis von Südkorea die Pole Position.

Drittschnellster war Hamiltons Landsmann und McLaren-Teamkollege Jenson Button. Red-Bull-Pilot Vettel hat in dieser Saison bei einem Grand Prix bisher schon zwölfmal ganz vorne gestanden. Für den 24-Jährigen geht es am Sonntag (8 Uhr MESZ/RTL und Sky) um den nächsten Titel: Vettel kann in Südkorea mit Red Bull vorzeitig die Konstrukteurs-WM gewinnen.

"Es ging nicht viel mehr“, bekannte Vettel. Zum ersten Mal in diesem Jahr steht damit keiner der beiden Red-Bull-Fahrer auf dem ersten Startplatz. Vettel fehlen damit weiter zwei Poles zur Bestmarke von Nigel Mansell. Der Brite war 1992 insgesamt 14 Mal von ganz vorn gestartet. Dennoch zeigte sich der Doppelchampion zufrieden. "Wir waren sehr nah dran, näher als viele erwartet haben - wir auch“, sagte Vettel. Zudem sparte der Hesse alle drei Sätze der härteren Reifenmischung für den erwarteten Strategiepoker im Rennen am Sonntag. "Das wird sich hoffentlich auszahlen“, sagte Vettel.

Zweitbester Deutscher war am Sonnabend Mercedes-Pilot Nico Rosberg auf Rang sieben. Adrian Sutil belegte in seinem Force India den zehnten Platz. Rekord-Weltmeister Michael Schumacher kam nicht über den zwölften Platz hinaus. "Das ist ganz schön ungewohnt, hier zu stehen“, sagte Schumacher. Der Mercedes-Pilot hatte aber eine Erklärung für seine Pleite: "Ich hatte Vibrationen mit den Reifen, da war nicht mehr drin.“

Der zuletzt wegen seiner Pisten-Rüpeleien heftig gescholtene Hamilton verschaffte seinem Arbeitgeber indes die perfekte Ausgangsposition für den 700. Grand Prix von McLaren. Für seine schnellste Runde auf dem 5,615 Kilometer langen Kurs benötigte er 1:35,220 Minuten und war damit 0,222 Sekunden schneller als Vettel. "Ich hatte eine schwierige Zeit, damit kann ich mich ein wenig rehabilitieren“, meinte Hamilton.

Mit grimmigem Blick war der 26-Jährige zuvor aus dem Auto geklettert, hatte Vettel verkniffen die Hand geschüttelt und dann mit finsterer Miene für die Fotografen posiert. Auf Nachfrage beteuerte Hamilton jedoch: "Natürlich bin ich glücklich. Und stolz auf mein Team, das mich so sehr unterstützt hat.“ Für Hamilton ist es die 19. Pole Position seiner Karriere. Zuletzt durfte er im Juni 2010 in Kanada als Erster ins Rennen gehen. "Ich bin sicher, das wird aufmuntern“, befand Teamchef Martin Whitmarsh.

Bereits im freien Training hatte Vettel seiner geschlagenen Konkurrenz großzügig die Vorfahrt überlassen. Im verregneten Yeongam ließ sich der Red-Bull-Pilot noch nicht in die Karten schauen und begnügte sich mit dem dritten Platz hinter dem am ersten Tag dominierenden McLaren-Duo Hamilton und Button.

Der deutliche Rückstand von mehr als eineinhalb Sekunden auf Hamilton brachte Vettel aber nicht aus der Ruhe. "Es hat viel Spaß gemacht heute, aber es waren schwierige Bedingungen. McLaren hat bei diesen Verhältnissen unheimlich stark ausgesehen", sagte Vettel: "Leider konnten wir heute alle nicht viel lernen, denn die beiden nächsten Tage soll es trocken sein. Da ist die Frage, inwieweit man die heute gesammelten Informationen nutzen kann."

McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh lobte derweil den 24 Jahre alten Heppenheimer in einem "FAZ"-Interview in den allerhöchsten Tönen. "Wir hätten sie besiegen können in diesem Jahr - wenn Sebastian nicht fahren würde. Ich habe sehr viel Respekt vor Mark (Webber), aber wenn Red Bull mit zwei Männern von seiner Sorte antreten würde, dann würden wir jetzt die Weltmeisterschaft anführen und könnten noch den Titel holen", sagte Whitmarsh und fügte hinzu: "Sebastian macht den Unterschied. Er ist ein verdienter Weltmeister."

Vettel kann am Sonntag beim Großen Preis von Südkorea in Yeongam gemeinsam mit seinem australischen Teamkollegen Mark Webber auch die Konstrukteursmeisterschaft vorzeitig gewinnen. Um drei Rennen vor Saisonende Teil zwei der WM-Sause starten zu können, darf das Red-Bull-Duo im 16. WM-Lauf maximal einen Punkt auf McLaren einbüßen.


GP Südkorea 2011 – Qualifying:

1. Lewis Hamilton (Großbritannien/McLaren) 1:35,820 Min.

2. Sebastian Vettel (Heppenheim/Red Bull) +0:00,222

3. Jenson Button (Großbritannien/McLaren) +0:00,306

4. Mark Webber (Australien/Red Bull) +0:00,648

5. Felipe Massa (Brasilien/Ferrari) +0:01,011

6. Fernando Alonso (Spanien/Ferrari) +0:01,160

7. Nico Rosberg (Wiesbaden/Mercedes) +0:01,934

8. Witali Petrow (Russland/Renault) +0:02,304

9. Paul Di Resta (Großbritannien/Force India)

10. Adrian Sutil (Gräfelfing/Force India) alle oh. Zeit

11. Jaime Alguersuari (Spanien/Toro Rosso) 1:38,315

12. Michael Schumacher (Kerpen/Mercedes) +0:00,039

13. Sébastien Buemi (Schweiz/Toro Rosso) +0:00,193

14. Kamui Kobayashi (Japan/Sauber) +0:00,460

15. Bruno Senna (Brasilien/Renault) +0:00,476

16. Pastor Maldonado (Venezuela/Williams) +0:00,874

17. Sergio Perez (Mexiko/Sauber) +0:01,128

18. Rubens Barrichello (Brasilien/Williams) 1:39,538

19. Heikki Kovalainen (Finnland/Lotus) +0:00,984

20. Jarno Trulli (Italien/Lotus) +0:01,554

21. Timo Glock (Wersau/Marussia-Virgin) +0:02,553

22. Jerome D' Ambrosio (Belgien/Marussia-Virgin) +0:03,945

23. Vitantonio Liuzzi (Italien/HRT) +0:04,220

24. Daniel Ricciardo (Australien/HRT) oh. Zeit.


Mit Material von sid und dapd

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Reaktionen zur Vettel-Weltmeisterschaft:

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dpa
 

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