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Formel1

Formel 1

König Vettel hat schon das Weltmeistergefühl von Abu Dhabi

Die Konkurrenz verneigt sich bereits, der Red-Bull-Pilot fühlt sich vor dem Rennen in Singapur schon an seinen ersten WM-Triumph erinnert.

Sebastian Vettel am Donnerstag bei seiner Ankunft auf der Rennstrecke von Singapur
Foto: dpa/DPA

Singapur. Die Formel-1-Welt huldigt ihrem König schon vor der erneuten Krönung und Sebastian Vettel hat wieder dieses ganz spezielle Weltmeistergefühl. „Das erinnert mich hier an die Situation in Abu Dhabi“, sagte der Deutsche bei seinem ersten Auftritt in Singapur mit einem Grinsen: „Vielleicht werden wir ja wieder überrascht.“ In der Wüste hatte er am 14. November 2010 seinen ersten Titel gewonnen, nur 315 Tage später kann er sich am Sonntag (14.00 Uhr/im Liveticker auf abendblatt.de) in einem feuchten Glutkessel zum jüngsten Doppel-Weltmeister aller Zeiten krönen.

Timo Glock hat sogar darauf gewettet, dass Vettel gleich seinen ersten von sechs Matchbällen zum Titelgewinn nutzt. Der 24-Jährige ist so dominant, dass sich sogar der härteste verbliebene WM-Verfolger Fernando Alonso (Spanien) vor dem Deutschen verneigt. „Er fährt phantastisch“, meinte der gemeinhin als bester Pilot der Formel 1 geltende Ferrari-Mann und schob sich unter dem grauen Himmel der Millionenmetropole die völlig unnötige Sonnenbrille tiefer ins Gesicht: „Er ist der beste Fahrer, sie haben das beste Team, das beste Package und stehen verdient ganz oben.“

Den „Sieg in der Tour de France“, wie der bislang jüngste Doppel-Weltmeister Alonso das Championat nennt, hat er trotz der weiter bestehenden mathematischen Chance abgeschrieben, „jetzt geht es nur noch um Etappensiege“. Er würde die Titelfeier von Vettel gern noch ein bisschen herausschieben, schließlich hat er zwei der bislang drei spektakulären Nachtrennen in Singapur gewonnen. Aber das Jahr 2011 ist mit acht Siegen in bislang 13 Rennen und keinem einzigen Ausfall ist ein Vettel-Jahr, deshalb rechnen die Fahrerkollegen schon in Singapur mit der Titelfeier.

„Ich würde es ihm wünschen, dass er hier schon den Sack zumacht. Er ist der dominierende Mann, ein verdienter Weltmeister. Er hat gezeigt, dass man ohne Fehler gewinnen kann“, sagte Adrian Sutil. Der Schweizer Sebastien Buemi bescheinigte ihm auf der offiziellen Pressekonferenz einen „perfekten Job“, der Mexikaner Sergio Perez, dass er „ein kompletter Fahrer sei“. Als der Australier Daniel Ricciardo dann noch hinzufügte, dass der Deutsche „neue Maßstäbe“ gesetzt habe, drehte sich Formel-1-König Vettel mit einem fast verlegenen Grinsen um.

Sause in Singapur? So wird Vettel am Sonntag Weltmeister!

Der Heppenheimer lachte viel an diesem wolkenverhangenen Donnerstag in Singapur. Entspannt tuschelte er im Blitzlichtgewitter am frühen Abend mit Nico Rosberg, dann gab es noch eine Autogrammstunde mit seinen Fans. Die Fragen nach der Titelfeier beantwortete er gewohnt souverän: „Würde, könnte, sollte – wir haben noch nicht gewonnen und noch ein Stück zu gehen. Das Ziel vor der Saison war ja nicht, den Titel in Singapur zu gewinnen, sondern überhaupt den Titel zu verteidigen.“

Damit es schon in Singapur klappt, dürfte bei einem Sieg von Vettel Alonso höchstens Vierter werden und sein Teamkollege Mark Webber (Australien) und Jenson Button (Großbritannien) im McLaren-Mercedes bestenfalls auf Platz drei landen.

In Vettels Schatten geraten einige andere deutsche Fahrer unterdessen aufs Abstellgleis. Nico Hülkenberg verlor schon vor der Saison seinen Stammplatz, Nick Heidfeld wurde vor einigen Wochen rausgeworfen und Adrian Sutil droht Ende der Saison das Aus. „Ich bin mit keinem Team im Gespräch“, sagt Sutil am Donntag: „Mir bleibt nicht anderes übrig, als so gut wie möglich zu fahren und zu hoffen, dass ich hier oder anderswo einen Vertrag bekomme.“ Ein vermeintliches Williams-Angebot entpuppte sich als Luftnummer, sein Vertrag bei Force India läuft zum Saisonende aus, eine Verlängerung ist mehr als ungewiss.

„Ich habe nicht das Gefühl“, sagt Sutil, „dass es hier nach purer Leistung geht.“ Zumindest dann, wenn man nicht Sebastian Vettel heißt. (dapd)

Die WM-Rechnung:

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