Formel 1
Red-Bull-Streit: Mateschitz will an Webber festhalten
Webber hatte in Silverstone Anweisungen missachtet und Vettel angegriffen. "Er hat die Punkte fürs Team riskiert", wütete Teamchef Horner.
Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz (rechts) und Formel-1-Pilot Mark Webber
Foto: picture-alliance/ dpa/DPA
Berlin. Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel kann sich weiter auf eine erfolgreiche Titelverteidigung konzentrieren und muss nicht um den Hausfrieden bei Red Bull fürchten. Während sein Teamkollege Mark Webber bei Teamchef Christian Horner zum Rapport antreten musste, sorgte Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz mit seinem Machtwort für Ruhe.
„Die Vertragsverlängerung mit Mark steht doch außer Zweifel. Er fühlt sich wohl bei uns, im Team ist er sehr populär“, sagte Mateschitz im Gespräch mit den Salzburger Nachrichten: „Er kann kein besseres Auto bekommen, und wir können keinen besseren Fahrer auf dem Markt verpflichten.“
Nach den Attacken gegen seinen Teamkollegen Vettel beim Formel-1-Rennen in Silverstone war Webber auch in den eigenen Reihen unter Beschuss geraten. Insbesondere Teamchef Christian Horner hatte den 34-jährigen Australier kritisiert. „Wir haben Mark zur Brust genommen. Er hat den zweiten Platz von Sebastian, seinen dritten Rang und die 33 Punkte fürs Team riskiert“, sagte Horner im Bild-Interview: „Wenn alle 500 Leute bei uns nur an sich denken würden, könnten wir niemals unsere Ziele erreichen.“
Als Webber in der Schlussphase des Rennens mehrfach auf Funksprüche seines Renningenieurs nicht reagiert und weiter den hinter dem späteren Sieger Fernando Alonso auf Platz zwei fahrenden Vettel angegriffen hatte, griff Horner in der letzten Runde selbst zum Mikrofon und forderte Webber auf, seine Position zu halten. Eine Teamorder ist in der Formel 1 seit Beginn dieser Saison nicht mehr verboten.
Laut Horner habe Webber durch seine Fahrweise den Weltmeister ans äußerste Limit und beide Piloten an zwei Stellen völlig sinnlos in Crash-Gefahr gebracht. Mateschitz sieht das anscheinend nicht so dramatisch: „Ich verstehe Webber, dass er noch nach vorn kommen wollte. Er wäre ein schlechter Rennfahrer, hätte er es nicht versucht.“
Eine endgültige Entscheidung über Vettels Teamkollegen für die kommende Saison scheint aber noch nicht gefallen zu sein. „Wir werden Ende August zusammen eine Entscheidung treffen“, sagte Horner. Zurzeit hätte man aber keine Eile in der Fahrerfrage.
Zu Spekulationen über ein mögliches Engagement des ehemaligen Formel-1-Weltmeisters Kimi Räikkönen beim österreichischen Brausehersteller äußerte sich Horner zurückhaltend: „Der fährt doch Trucks in Amerika und Rallye. Ich glaube, sein Kopf ist im Moment woanders als in der Formel 1. Es ist schwer, zurückzukommen. Ich habe bei Kimi bis jetzt keine Anzeichen für eine Rückkehr gesehen.“ (sid)








Branchenbuch Hamburg
Abendblatt auf Facebook
100. Geburtstag
Axel Springer







