Dienstag, 14. Februar 2012, 22:19

Abendblatt als Startseite | Aboservice | E-Paper

www.abendblatt.de

  • E-Mail
  • Singles
  • Branchenbuch
  • Jobs Hamburg
  • Immobilien Hamburg
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Rechner
  • Ticket kaufen

Sport

Nach stillen Fanprotesten unterliegt der FC St. Pauli beim SC Freiburg mit 0:2

Die Offensive schwieg 90 Minuten

Statt des Sprungs auf den dritten Tabellenplatz gab es im Breisgau die fünfte Auswärtspleite der Saison.


Foto: MatthiasHangst

Freiburg. Das war nichts! Nachdem die Ersten bereits von den Aufstiegsrängen der Zweiten Liga geträumt hatten, ereilte den FC St. Pauli bei der 0:2-Niederlage in Freiburg ein kleiner Rückschlag. Statt des anvisierten zweiten Auswärtssieges setzte es die fünfte Niederlage im sechsten Spiel auf fremdem Platz.

Dabei erinnerte die Freiburger zunächst allein der kurze Anfahrtsweg daran, gegen die Hamburger im Badenovastadion tatsächlich als Heimmannschaft aufzulaufen. 20 Minuten schwiegen beide Fanlager auf den Rängen, und wer es wagte, eines der beiden Teams trotzdem anzufeuern, wurde lautstark ausgepfiffen. "Der Verein bittet euch, die Mannschaft zu unterstützen. Wir sind wegen der drei Punkte hier und nicht wegen des Fernsehens", durchbrach immerhin der Stadionsprecher kurz die Stille. Die Erklärung für den Protest zeigten die Anhänger per Spruchband: "Schweigen für fangerechte Anstoßzeiten", war da zu lesen. Kritik an zerstückelten Spieltagen, Kritik an zu frühen Anstoßzeiten und Partien außerhalb des Wochenendes, wie ein weiteres Plakat mit dem mittlerweile in vielen Stadien Deutschlands geläufigen Standardspruch dokumentierte: "Montags könnte ich kotzen."

Unwohlsein, dem weder der SC Freiburg noch der FC St. Pauli mit erfrischendem Angriffsfußball entgegenwirken konnte. Der offensive Schlagabtausch, den nicht nur die beiden Trainer erwartet hatten, fand nicht annähernd statt. Da wurde dem einen oder anderen im Publikum schon etwas übel. Selbst nach vereinzelten Freiburger Chancen und dem Ende des Schweigens blieben die Strafräume auf beiden Seiten abgeriegeltes Sperrgebiet.

St. Pauli leistete sich zu viele Fehlpässe, wirkte uninspiriert und hatte Probleme mit der Raumaufteilung. So fehlte in der Defensivbewegung auf der rechten Seite zu häufig ein Spieler, was den Freiburgern vermehrt Platz verschaffte. Nach einer Stunde führte der Sportclub nach Torschüssen entsprechend mit 14:4 - und fünf Minuten später dann auch verdient mit 2:0 nach Toren. Suat Türker und Kevin Schlitte sorgten nach zwei Standardsituationen für die Vorentscheidung.

Die Braun-Weißen hatten keine entsprechende Antwort mehr parat und liefen über den nun von den Freiburger Fans lautstark beschallten Platz, als hätten sie Blei in den Beinen. Hemmte die Aussicht, nach über sieben Jahren wieder einmal zu den Top drei der Zweiten Liga zu gehören? "Der Weg ist wichtiger als das Ergebnis", hatte Stanislawski vor der Partie gesagt. Am Ende stimmte beides nicht, wie die Stimmenverhältnisse nach dem Abpfiff dokumentierten. "Wir waren nicht mutig genug", befand Mittelfeldmann Florian Bruns, und auch Stanislawski wollte nichts schönen: "Das war einfach schlecht von uns, sicherlich die schwächste Saisonleistung. Jetzt werden wir einen Tag lang ein bisschen weinen, aber dann wieder aufstehen."

Das wird auch nötig sein, bereits am Freitag (18 Uhr, Millerntor/Premiere live) wartet mit Rot Weiss Ahlen die nächste schwere Aufgabe.


Freiburg: Pouplin - Schwaab, Toprak (84. Krmas), Butscher, Schlitte - Flum, Uzoma - Banovic (89. Barth), Abdessadki - Türker (87. Schuster), Idrissou.

St. Pauli: Hain - Rothenbach, Gunesch, Eger, Kalla - Boll - Bruns (60. Hoilett), Schultz (76. Sako), Ludwig - Ebbers (60. Schnitzler), Hennings.

Tore: 1:0 Türker (62.), 2:0 Schlitte (65.). SR.: Stark (Landshut). Z.: 15 900. Gelb: Türker - Eger.

 

Artikel versenden

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus