Für den Tabellenführer der Bundesliga steht sportlich und finanziell viel auf dem Spiel.

David Jarolim nimmt Maß: Der HSV-Kapitän hofft auf einen gelungenen Start in die Gruppenphase des Uefa-Cups. Für seinen Klub geht es auch um jede Menge Geld.
Foto: Witters
Zilina. Er wirkt ernst, hoch konzentriert, kein Lächeln huscht über sein Gesicht. Schlendert HSV-Kapitän David Jarolim durch das neue und moderne Mannschaftshotel Holiday Inn in Zilina, steht ihm die Ernsthaftigkeit des heutigen Tages ins Gesicht geschrieben. Der HSV tritt im ersten Spiel der Uefa-Cup-Gruppe F um 18.30 Uhr gegen MSK Zilina an. 90 Minuten, die für den HSV entscheidend sein können. Das Motto dieses slowakischen Abends: "Verlieren verboten".
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Einmal lächelt Jarolim trotz allem. Als er eine besondere Frage beantworten soll: "David, Sie haben mit dem HSV zum dritten Mal die Uefa-Cup-Gruppenphase erreicht, zweimal gab es zum Auftakt einen Auswärtssieg - auch diesmal?" Der 20-jährige Tscheche windet sich, dann antwortet er lächelnd: "Ich wollte eigentlich nicht darüber reden, aber jetzt ist es raus - es stimmt. Und ich hoffe, dass es in Zilina zum dritten Mal mit einem Auftaktssieg klappt, das wäre enorm wichtig."
Video: HSV vor dem UEFA-Cup Spiel gegen Zilina
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2005 gewann der HSV 1:0 bei ZSKA Sofia (Tor: van der Vaart), 2007 1:0 bei Brann Bergen (Tor: Kompany). Jarolim: "1:0 in Zilina, das wäre super." Aus zweierlei Gründen. Sportlich, weil der HSV am zweiten Spieltag tatenlos zusehen muss. Bei einer Niederlage könnte man ans Tabellenende rutschen und dann erst am 27. November, im Heimspiel gegen Ajax Amsterdam, wieder Boden gutmachen. Dann wäre der Druck wahrscheinlich groß.
Denn es steht auch finanziell einiges auf dem Spiel. Zwei Millionen Euro könnte der HSV in der Gruppenphase verdienen, jede weitere Runde würde - je nach Gegner - eine sechsstellige Summe in die Vereinskasse spülen. Für das Erreichen der Gruppenphase gab es bereits 115 000 Euro von der Uefa, pro Sieg kämen 2000 Euro hinzu (2000 bei Unentschieden), im Achtelfinale gäbe es 70 000 Euro von der Uefa, das Viertelfinale würde 300 000 bringen, das Halbfinale das Doppelte, Platz zwei gäbe 1,5 Millionen, Platz eins 2,5 Millionen Euro. Hinzu kämen Zuschauereinnahmen und TV-Gelder. Auch der "Verlierer-Cup", wie einst Franz Beckenbauer über den Uefa-Pokal lästerte, ist also eine beachtliche Einnahmequelle.
Einem erfolgreichen Auftakt steht nichts im Wege. Trainer Martin Jol hatte 19 Spieler im Abschlusstraining. Zudem: Das Hotel ist sehr gut, das Stadion (vergleichbar mit dem des SC Freiburg) ebenfalls, der Rasen ist in bester Verfassung, das Wetter war am Mittwoch sonnig und mild.
"Der HSV ist nicht nur Favorit im Spiel gegen uns, er ist auch mein Favorit auf den Gruppensieg", sagt einen Tag vor dem Anpfiff Zilinas Trainer Dusan Radolsky. Eine "Einlulltaktik" des Slowaken? Schließlich kämpfen mit Aston Villa, Slavia Prag und Ajax weitere hochkarätige Klubs ums Überleben der Gruppenphase. Jol entgegnet seinem Kollegen: "Dass wir Favorit sein sollen, habe ich auch schon von den Ajax-Verantwortlichen gehört - das ist ein Kompliment. Das ist aber eher wie im Kasino, das ist nur ein Spiel. Mehr nicht."
Der Coach rechnet lieber: "Mit sechs, sieben Punkten hat man gute Chancen, eine Runde weiterzukommen." Immerhin gilt es, mindestens Platz drei zu erreichen. Aber das will auch Zilina. Trainer Radolsky: "Wir wollten uns mit den Besten messen, jetzt kommen die Besten, also wollen wir auch zeigen, dass wir mithalten können."







