HSV-Handballer enttäuschen erneut
Als Torhüter Petr Stochl auch den letzten Verzweiflungswurf von Guillaume Gille aus zwölf Metern pariert hatte, brachen bei den Füchsen Berlin alle...
Hamburg. Als Torhüter Petr Stochl auch den letzten Verzweiflungswurf von Guillaume Gille aus zwölf Metern pariert hatte, brachen bei den Füchsen Berlin alle Dämme. Ausgelassen tanzten sie im Kreis, während sich in den Gesichtern der HSV-Handballer Fassungslosigkeit abzeichnete. Mit dem 34:34 (17:17), dem ersten Punktverlust zu Hause, hat die Krise ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Dreieinhalb Minuten vor dem Ende hatte der HSV noch 33:30 geführt. Zum Unentschieden trugen danach auch zwei zweifelhafte Schiedsrichterentscheidungen bei. Ein Foul gegen Bertrand Gille wurde nicht gepfiffen, auf der Gegenseite aber eine harmlosere Aktion seines Bruders Guillaume mit Siebenmeter für Berlin und zwei Minuten Zeitstrafe gegen den Franzosen bestraft. "Das war unverantwortlich. Hier geht es auch um viel Geld", zürnte HSV-Präsident Andreas Rudolph. Bob Hanning, der Geschäftsführer der Berliner, hatte wiederum eine andere Sicht der Dinge. "Über das gesamte Spiel gesehen sind wir eher benachteiligt denn bevorzugt worden."
Martin Schwalb, der HSV-Trainer, mochte sich an dieser Diskussion nicht beteiligen: "Uns fehlt momentan einfach das Selbstvertrauen, um diese kritischen Situationen schadlos zu überstehen. Das ist jetzt wie Steineklopfen. Wir brauchen Erfolgserlebnisse, damit wir wieder an uns glauben." Er wirkte bei diesen Worten gefasst. Schon während des Spiels hatte er nicht die gewohnten Emotionen gezeigt. Schwalb wirkte phasenweise fahrig, manchmal abwesend mit seinen Gedanken. Der bisher unbefriedigende Saisonverlauf lastet auf ihm am schwersten. Sportchef Christian Fitzek sah sich beim Seitenwechsel sogar genötigt, dem Trainer aufmunternd auf die Schulter zu schlagen. Da stand es 17:17.
Dem HSV, dabei bleibt es, geht in dieser Saison der Ball weiterhin schwer von der Hand. Grund war diesmal auch die dünne Personaldecke. Krzysztof Lijewski (Fieber) und Arne Niemeyer (Fersenprellung) und Torsten Jansen (Oberschenkelzerrung beim Aufwärmen) fehlten, Blazenko Lackovic (Leistenprobleme) und Marcin Lijewski (Hüftprellung) mussten angeschlagen aufs Feld.
Und erneut musste der HSV lange Zeit einem Rückstand hinterherwerfen. In der elften Minute führten die Berliner beim Stand von 4:8 bereits mit vier Toren. Nach dem 5:9 genau 100 Sekunden später sah sich Schwalb gezwungen, die Abwehr umzustellen. Statt mit allen Mann am Kreis (6:0) auf den Gegner zu warten, griffen die Hamburger fortan zu einer modifizierten Manndeckung (3:3). Das half. Der HSV kämpfte sich ins Spiel zurück - bis zur 58. Minute.
Statistik: Tore, Hamburg:
M. Lijewski 9, Schröder 7, Lindberg 7 (7 Siebenmeter), G. Gille 4, Lackovic 2, B. Gille 2, Grimm 1, Flohr 1, Grundsten 1.
Berlin:
Bult 8, Caillat 7, Wilczynski 6 (5), Göde 5, Jaszka 5, Boese 2, Kubisztal 1.
Schiedsrichter:
Geipel/Helbig (Steuden/Landsberg).
Zuschauer:
7207.
Zeitstrafen:
4; 6.















