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Sport

Segeln: Hilfe vom Handelskammer-Präses

Pate für Polgar/Spalteholz

Hamburg. "Ich saß vor dem Fernseher und gebe zu, dass ich ein paar Tränen verdrückt habe. Ich habe mir damals geschworen: 'Das nächste Mal bist du dabei.'" Es war die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Athen, die Johannes Polgar (30) derart aufwühlte. Den Schwur hat der Tornado-Segler des Norddeutschen Regatta-Vereins (NRV) vier Jahre später mit seinem neuen Vorschoter Florian Spalteholz (31) eingelöst. Die Crew hat sich für Peking, genauer gesagt für die Segelwettbewerbe in der ostchinesischen Hafenstadt Qingdao qualifiziert - als die beiden ersten Mitglieder des Teams Hamburg/Beijing.

Am Montag verschifften sie ihren Tornado und ein Ersatzboot nach China. Kosten der Containerfracht: rund 2000 Euro für den Hin- und 5000 Euro für den Rücktransport. Der ist teurer, weil die Schiffe Richtung Europa voller beladen sind.

100 000 Euro kostet Polgar/Spalteholz das Olympiaprojekt. Finanziert wird es vornehmlich von Sponsoren und Mäzenen. Unterstützung erfahren die beiden jetzt auch von Frank Horch (60), dem neuen Präses der Handelskammer Hamburg. Der leidenschaftliche Hobby-Segler und bekennende Sport-Förderer hat die Patenschaft für die Olympioniken übernommen. "Segeln ist die Schule des Lebens. Im Boot lernst du die Menschen kennen und weißt, auf wen du dich bei rauer See verlassen kannst." Horch wird an der Spitze einer Hamburger Delegation von Wirtschaftsführern, Politikern und Sportfunktionären zu den Olympischen Spielen fliegen. Polgar und Spalteholz versprach er, nicht nur die Daumen zu drücken, sondern ihnen jede Hilfe zukommen zu lassen.

Die braucht weiter das Team Hamburg. Manager Renko Schmidt und Geschäftsführerin Britta Herrschaft planen bereits die Fortführung bis London 2012. Die Spitzenathleten, die 400 Euro im Monat erhalten, sollen umfangreicher unterstützt werden. Schmidt: "Wir überlegen, ob wir sie im letzten Jahr vor den Spielen so absichern, dass sie ihre Olympiavorbereitungen wie anderswo als Vollprofi betreiben können." Herrschaft regte an, Spitzensportler rentenversichern zu lassen: "Da ist aber die Politik gefragt."

Für Polgar/Spalteholz spielen diese Überlegungen keine Rolle. "Leistungssport", sagen sie, "bedeutet finanziellen Verzicht. Eine Olympiateilnahme entschädigt jedoch für alles."rg

 

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