WWW: Die Online-Auftritte der großen Profiklubs gewinnen an Bedeutung
Wer ist Hamburgs Meister im Netz?
Der Trend geht zum Ausbau und TV-Bildern: HSV und St. Pauli bieten bereits kostenpflichtige Inhalte.
Hamburg. Jetzt ist es also soweit: Mehr als die Hälfte der Deutschen ist online, gemäß einer Studie der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung (AGOF) hat das Internet hierzulande eine Reichweite von 64 Prozent (41,32 Millionen Menschen) erreicht. Das Überschreiten der 40-Millionen-Grenze dokumentiert die nachhaltige Etablierung des Internets als universelles Informations- und Kommunikationsmedium - generationsübergreifend und in allen Gesellschaften. E-Mails, Last-Minute-Reisen, Eintrittskarten kaufen - das Leben findet bei den meisten Menschen inzwischen auf dem Bildschirm statt.
Der Sport mischt wie immer kräftig mit. Auch Hamburgs vier große Profiklubs - die Fußballer des HSV und FC St. Pauli, die Eishockeyprofis der Freezers und die HSV-Handballer - setzen immer stärker auf ihre Internetpräsenz und erhoffen sich mittel- und langfristig eine zusätzliche Geldquelle aus diesem relativ jungen Geschäftsfeld.
Vorbilder sind Fußballunternehmen wie Manchester United, der FC Liverpool oder auch Bayern München, von denen die englischen Klubs mit ihren Onlineauftritten, speziell den neben kostenfreien Service- und Infoinhalten angebotenen Bezahlbereichen, bereits Millionenerträge generieren.
So weit sind Hamburgs sportliche Vorreiter noch nicht. Trotzdem hat beispielsweise der HSV schon beachtliche Erfolgszahlen vorzuweisen. Die kostenpflichtige "Players Lounge", in der exklusive Interviews, Spielszenen, Zusammenschnitte kurz nach dem Abpfiff sowie Vor- und Nachberichte der Spiele des Stevens-Teams für einen Monatspreis von knapp vier Euro angeboten werden, nutzen schon 6000 Anhänger. Mit seinem Web-TV-Portal hat der HSV sogar schon Geschichte geschrieben: Als erster Bundesligaverein haben die Hamburger im Juli 2007 ein Europapokalspiel live im Netz übertragen (UI-Cup gegen Chisinau).
Beim multimedialen Programm kann in Hamburg nur der FC St. Pauli mithalten: mit der "Flimmerkiste", die ebenfalls eine Web-TV-Variante ist. Die Fans honorieren das Angebot mit zahlreichen Besuchen auf der Seite: Dank 2,96 Millionen Page-Impressions und damit verbundener Werbeerlöse kann der Kiez-Klub mit seiner Seite schon jetzt ein finanzielles Plus im fünfstelligen Bereich erwirtschaften. "Wir sind auf einem sehr guten Weg, trotzdem wollen wir unser Angebot weiterhin ausbauen", erklärt St.-Pauli-Pressesprecher Christian Bönig.
Ein Blick über die Hamburger Landesgrenzen hinaus verrät: Sämtliche Profivereine der ersten und zweiten Fußball-Bundesliga treiben die Selbstvermarktung im Internet mit großen Schritten voran. "Das ist ein Standbein für die Zukunft", sagt Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke zu den Online-Aktivitäten des BVB, den gebührenpflichtigen Bereich ("BVB TV") nutzen derzeit etwa 3500 Fans. "Wir glauben, dass die Bedeutung stetig steigen wird", sagt Stefan Mennerich vom Branchenführer Bayern München. Interessant: Nur Eintracht Frankfurt, der 1. FC Nürnberg, Hansa Rostock und Hannover 96 verzichten derzeit noch auf Internet-TV.
Trotz beachtlicher Besucherzahlen sind die Seiten der HSV-Handballer und der Hamburg Freezers vor allem ausbaufähig, was Multimedialität betrifft. Doch eine Verbesserung für die Anhänger ist in Sicht. "Ab kommender Saison wollen wir die Seite richtig vermarkten", sagt HSV-Handball-Geschäftsstellenleiter Christoph Wendt, "dann können wir die Seite optisch und inhaltlich optimieren".







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