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Sport

Alsters Männer waren nicht mutig genug

Hamburg. Es war ein Bild, das die gesamte Bandbreite dessen, was den Sport so tragisch macht, beinhaltete. Während auf der Tribüne in der Sporthalle Hamburg rund 200 in Schwarz und Weiß gewandete Neusser Fans ihr Team mit dem Sprechchor "So sehen Sieger aus" feierten, hockten nur wenige Meter davor die Spieler des Clubs an der Alster an der Werbebande und sahen aus wie das, was sie waren: überraschte und deshalb konsternierte Verlierer eines Halbfinalspiels, das sie niemals hätten aus der Hand geben dürfen.

Zwei Wendepunkte hatte Trainer Jo Mahn in der von abwartender Defensivtaktik geprägten Partie gegen den Westmeister Schwarz-Weiß Neuss zu beklagen. In der 46. Minute hatte sein Team das 4:1 verpasst, im Gegenzug das 3:2 kassiert und den Gegner so wieder ins Spiel zurückgeholt. Und der 4:4-Ausgleich sieben Minuten vor Schluss lähmte die Hamburger in dem Maße, in dem er die Gäste beflügelte. Während sich Alster kaum mehr etwas zutraute, besiegelte Nationalspieler Sebastian Draguhn eine Minute vor Spielende mit dem 5:4 das Aus für den amtierenden Feldmeister und beendete dessen Träume vom zweiten Hallentitel nach 2004 jäh.

"Wir haben in der Defensive nicht das abgerufen, was wir können. Deshalb müssen wir uns nicht wundern", haderte Kapitän Benjamin Laatzen mit sich und den Kollegen. Routinier Hendrik Lange (33), der beruflich nach Herzogenaurach wechselt und deshalb seine Karriere beendet, sagte: "Wir hätten etwas mutiger sein müssen." Mahn hingegen wollte den Spielern keinen direkten Vorwurf machen: "Wir haben über die Standards verloren", sagte er angesichts nur eines Treffers aus vier Strafecken. Neuss hingegen nutzte drei aus vier Ecken zu Toren und jubelte deshalb am Ende zurecht.

Im Finale unterlag das Team am Sonntag dem Rüsselsheimer RK (hatte im Halbfinale den Berliner HC 6:5 nach Verlängerung besiegt) mit 3:6.bj

 

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