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Sport

Mensch gegen Maschine: Remis in der ersten Partie

Manama. Das erste Duell Mensch gegen Maschine endete in Manama, der Hauptstadt Bahrains, mit einem unaufgeregten Unentschieden. Schach-Weltmeister Wladimir Kramnik konnte "Deep Fritz7", dem besten Schachcomputer der Welt, mit den schwarzen Steinen ein Remis abtrotzen. Die Strategie des 27-jährigen Russen ging auf: Er vermied gegen den Bestseller der Hamburger Softwarefirma ChessBase jegliche Komplikationen. "Ich habe alles erreicht, was ich wollte", sagte Kramnik hinterher. "Brains in Bahrain", Gehirne im Golfstaat Bahrain, lautet das Motto des mit einer Million Dollar dotierten Wettkampfes über acht Partien. Die nächste wird am Sonntag gespielt. Vor fünf Jahren hatte der Weltranglistenerste Garri Kasparow den bisher letzten Wettstreit mit einem Elektronengehirn spektakulär verloren. Er unterlag 1997 in New York "Deep Blue", einem 17 Millionen Dollar teuren Forschungsprogramm des Computer-Giganten IBM, mit 2,5:3,5 Punkten, weil er seine Nerven nicht in den Griff bekam und die Fähigkeiten des schnellen Brüters dämonisierte. "Deep Fritz7", eine mit acht Intel-Pentium-Prozessoren getunte CD-Version des handelsüblichen Produkts (Preis: 99 Euro), soll nach Expertenmeinungen aber noch stärker sein als das damals auf 200 parallel geschalteten Prozessoren laufende IBM-Monster "Deep Blue"; zwar nicht in der Rechengeschwindigkeit, "Deep Blue" war etwa 50-mal schneller, sondern in der qualifizierten Auswahl der Aber-Billionen Zug-Möglichkeiten. Und das ist entscheidend. Kramnik hatte sich im Unterschied zu Kasparow 1997 jedoch schon im Vorfeld wichtige vertragliche Vorteile verschafft. Er konnte das Programm die vergangenen drei Monate studieren und in den letzten zwei Wochen vor der ersten Partie sogar zusammen mit der eingesetzten Maschine. Kasparow dagegen musste gegen einen unbekannten Kontrahenten antreten. Ein gravierender Nachteil. Hinzu kommt das unterschiedliche Temperament. Kasparow ist aufbrausend, er will seine Gegner vernichten. Kramnik wiederum möchte weder die Menschheit retten, noch die Überlegenheit des menschlichen Gehirns beweisen. Er will schlicht gewinnen. Sein trockener Schachstil hilft ihm dabei. Gegen einen Computer ist es höchst ratsam, vordergründige Scharmützel zu vermeiden. Genau das tut Kramnik auch gegen Menschen. "Einen schlechteren Gegner als ihn gibt es nicht für uns", sagte ChessBase-Gesellschafter Matthias Wüllenweber vor dem Match. (rg) Deep Fritz - Kramnik. 1. Partie. Spanisch, Berliner Variante. 1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 Sf6 4.0-0 Sxe4 5.d4 Sd6 6.Lxc6 dxc6 7.dxe5 Sf5 8.Dxd8+ Kxd8 9.Sc3 h6 10.b3 Ke8 11.Lb2 Le7 12.Tad1 a5 (neuer Zug) 13.a4 h5 14.Se2 Le6 15.c4 Td8 16.h3 b6 17.Sfd4 Sxd4 18.Sxd4 c5 19.Sxe6 fxe6 20.Txd8+ Kxd8 21.Lc1 Kc8 22.Td1 Td8 23.Txd8+ Kxd8 24.g4 g6 25.h4!? hxg4 26.Lg5 Lxg5 27.hxg5 Ke8 28.Kg2 Remis.

 

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